«Schutz vor Gefahren»

18. März 2012 21:54; Akt: 19.03.2012 01:14 Print

Neues Handy gibt Eltern die totale Kontrolle

von Janko Skorup - Pro Juventute lanciert gemeinsam mit Sunrise ein neues Prepaid-Angebot, damit Eltern ihre Kinder unter Kontrolle halten können. Experten warnen vor zu starker Bevormundung bei Teenies.

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Pro Juventute will die Überforderung von Kinder und Eltern mit Kontrolle angehen. (Bild: melanie duchene)

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Eltern sollen ihre Kinder künftig an der kurzen Leine halten können: Die Stiftung Pro Juventute lanciert gemeinsam mit der Sunrise ein «kindergerechtes Prepaid-Angebot». Mit «Primobile» können Eltern über ein passwortgeschütztes Internetportal jederzeit detailliert kontrollieren, wen ihre Kinder anrufen dürfen, ob sie SMS schreiben oder im Internet surfen können. Die Nutzungsoptionen sollen so laut ProJuventute der Medienkompetenz der Kinder angepasst werden können, je älter die Kinder werden. Ziel des Angebots: Besserer Schutz vor den Gefahren der modernen Kommmunikation wie Pornographie, Cybermobbing und Verschuldung.

Umfrage
Ab welchem Alter sollten Kinder Handys und Tablets nutzen?
9 %
18 %
31 %
42 %
Insgesamt 457 Teilnehmer

Grenzen sind grundsätzlich gut, aber Bevormundung ist nicht das Ziel

Für Medienpädagoge Thomas Merz ist das neue Angebot eine gute Sache. Er sieht aber auch Missbrauchspotenzial: «Die Eltern könnten gezielt Nummern von unbeliebten Kollegen sperren.» Zudem sei eine permanente Kontrolle der Kinder nicht wünschenswert – Eltern seien gut beraten, einen Mittelweg von Kontrolle und Freiheit zu finden. Auch Franz Eidenbenz, Psychologe mit Spezialgebiet Medien, findet das Projekt grundsätzlich positiv: Vor allem bei Kindern von neun bis zwölf Jahren sei ein gewisser Schutz wichtig. Aber bei Jugendlichen ab 13 Jahren stelle sich die Frage, ob diese nicht zu sehr bevormundet werden: «Teenager brauchen auch Freiheiten um aus Fehlern zu lernen mit Grenzen umzugehen. Es darf nicht sein, dass Jugendliche Eltern um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie einen Schwarm anrufen möchten.»

Das ist Pro Juventute Primobile

Das Pro‑Juventute‑Primobile-Basisangebot beinhaltet unlimitierte Kommunikation via SMS und unbegrenzte Anrufe auf vier frei wählbare Rufnummern zum Preis von 249 Franken pro Jahr. Über ein passwortgeschütztes Internetportal können Eltern die Nutzungsoptionen anpassen und überprüfen. Aufbauend auf dem Basisangebot können Zusatzangebote freigeschaltet werden, zum Beispiel zusätzliche Rufnummern oder mobiles Internet. Diese Extras können die Eltern durch individuell definierte Ruhezeiten einschränken, in denen das Kind nur die vier Basisnummern und Notfallnummern anrufen kann, so Pro Juventute.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Sicherlich haben Sie keine Kinder. Ansonsten wüssten Sie, dass heute schon und in naher Zukunft alles mit Handys gesteuert wird. Hier geht es ja nicht nur ums telefonieren. Sondern um ein lebenswichtiges Gadget. Jetzt schon und in den nächsten Jahren wird dieses auch für unsere jüngeren nachfahren von hoher Wichtigkeit sein. Apps für die Musikanlage, als Schlüssel um zuhause rein zu kommen und den Computer wie auch die Heizung etc. zu steuern. Je früher Kind das lernt desto besser. – Lucashi

totaler Schwachsinn. Die Eltern sollten sich einfach mehr Zeit nehmen und so ein gutes Verhältnis zu den Kindern fördern. So erhält man auch Gegenseitiges Vertrauen. ja und ganz wichtig ist ein ehrliches Vorleben der Eltern. – Nitli

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • überwacher am 19.03.2012 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kranke gesellschaft

    Das wird nach hinten losgehen. Eltern haben mit dem Zeug viel weniger am Hut als die Kinder. Oder andersrum, wem die Freiheit genommen wird, der findet einen Ausweg. Das wäre dasselbe als wenn ich meinem Opa ein Telefon gebe, um mich zu Überwachen. 0 Ahnung und eine Kontrolle, die keine ist.

  • King of Queens am 19.03.2012 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idiotisch

    War Projuventute nicht mal für Kinder? Mit Schutz hat das nichts mehr zu tun, ausserdem wird ein ganz schön stolzer Preis verlangt.

    einklappen einklappen
  • M.Maurer am 18.03.2012 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skeptiscg

    ich bin 19 und ich habe mei erstrs handy mit 16, als ich konfermirt wurde. dafor, wenn ich mal an einem konzert oder sonst wi war, bekamm ich das alte von meinsn eltern um anzurufen. ich finde nicht das man vor 14/15 ein eigenes hamdy benötigt. das angebot von der projuventute ist eigentlich nicht schlecht, aber es wird mehr orobleme biringer als es löst.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Micha am 22.03.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn alle ein Handy haben müssen...

    Ein guter Kompromiss..

  • Andrea Mordasini, Bern am 20.03.2012 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schützen ist ok, überbeschützen nicht!

    Ich bin selber Mutter (2 Kleinkinder) und finde diese Entwicklung irgendwie bedenklich. Schützen ist ok, überbeschützen nicht! Überbeschützende Helikoptereltern erweisen ihren überbehütenden Kindern einen Bärendienst und bremsen sie in der gesunden Entwicklung zu selbstständigen und selbstsicheren Erwachsenen. Besser als solche Handies sind meiner Meinung nach die elterliche Aufklärung der Kinder über Gefahren im Internet und realen Leben und etwas gesunder Menschenverstand. Dann sollte eigenlich nichts mehr schiefgehen.

  • immer das gleiche am 20.03.2012 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    lala

    Warumg gibt man schon Smartphones an kleine Kinder ? Damit man Ruhe vor ihnen hat ? Die Eltern müssen sich nicht wundern wenn sie dann im Netz rumsurfen und apps runterladen und weiss der Kuku was.

  • Stöckgrad Hansluf am 20.03.2012 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur immer das Negative sehen!!

    die kinder lernen rein gar nichts mit elektronik? wacht doch auf, elektronik ist ist das A und O unserer gesellschaft. Wo hole ich mir wohl täglich meine News? mit dem smartphone bei 20min.ch. und dabei lerne ich nichts? Wikipedia schnell was nachschlagen -> smartphone, übersetzungen -> smartphone. Und jetzt zum anscheinend grössten Problem: "Sie schauen sich dann Pornos an".na und? hab ich mit 13 auch gemacht, hab sie aus den Pornoheftchen im Kiosk geklaut. Zudem zahlt man für fast alle handypornsites glaube ich

  • anonym am 20.03.2012 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Ich finde es daneben das man seine eigenen Kinder überwachen will. In der heutigen Zeit ist es ja auch schon ''normal'' mit 13 Jahren sein erstes mal zu haben! Und jetzt mal im ernst, die Kinder zu zwingen das sie dieses Prepaid abo benutzen bringt niemand fertig! Mit ca. 12 Jahren rauchen die Kids schon und wie schon gesagt das erste mal haben die meisten dann auch schon und saufen tun sie auch! Man lässt die eigenen Kinder bis nachts um 12 raus (zum umähänge am bahnhof oder so) und man geht nicht nachschauen, aber kontrollieren wollt Ihr sie mit einem Handy Abo! Eltern ich sag nur ERZIEHUNG!

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