Allergien

12. Januar 2017 18:41; Akt: 12.01.2017 18:41 Print

Halter setzen für Katze ihre Gesundheit aufs Spiel

von B. Zanni - Therapien gegen Katzenallergien boomen. Sich vom Stubentiger zu trennen, kommt für immer weniger Halter infrage.

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Als effektivste Massnahme gegen Katzenallergie rät das Aha-Allergiezentrum, den Kontakt zu den Tieren zu meiden. Das ist für viele Schweizer aber keine Option. Katzen können Herrchens und Frauchens Gesundheit arg strapazieren. Die Nase juckt, die Augen brennen, dazu kommen Husten- und Niesreiz. In schweren Fällen leiden die Betroffenen an Hautausschlägen und Asthmaanfällen. Manuela Gutermann, Präsidentin des Vereins Katzenfreunde Schweiz, sagt, die Betroffenen seien verzweifelt. «Ihr Herz hängt am Tier. Müssten sie sich von der Katze trennen, wäre es für sie sehr schlimm.» Die meisten Allergene befinden sich im Speichel der Katze. Leckt sie ihr Fell, gelangen diese ungehindert auf das Fell und verteilen sich in der Umgebung. Bis zu dreieinhalb Stunden täglich verbringen Katzen mit der Pflege ihres Fells. Die kleinen Häkchen auf ihrer Zunge machen es möglich, lose Haare, Kletten und Parasiten zu entfernen. Auch regt die Reinigung die Durchblutung an und sorgt für einen geschmeidigen und wasserdichten Pelzmantel mit persönlicher Duftnote. «Der Wunsch, ein Haustier trotz Allergie zu behalten oder auch neu anzuschaffen, nimmt zu», sagt Yves Cahen, Allergologe in Basel. Oft wollten allergische Eltern ihren Kindern den Katzenwunsch erfüllen, sagt Cahen. Mark Anliker, Hautarzt und Allergologe in der Praxis Hautärzte am Graben in Winterthur: «Manche Patienten wollen es auch ihrem Freund oder ihrer Freundin nicht antun, nur wegen ihrer Allergie die Katze abgeben zu müssen.» Ärzte empfehlen den Patienten oft eine Desensibilisierung. Mark Anliker hat noch einen anderen Tipp. Die Katze zu waschen verspreche vorübergehende Linderung. Freude dürfte die Katze daran nicht haben. «Wir forschen an einem Impfstoff, der dafür sorgt, dass die Katze weniger Katzenallergen ausscheidet», sagt Thomas Kündig, Leiter der Dermatologischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich. Im Moment sei die Impfung aber noch «ferne Zukunftsmusik». Der Schweizer Tierschutz STS lobt die grosse Katzenliebe. Sprecherin Helen Sandmeier warnt aber vor einer Konsumhaltung. Bestehe grosse Gefahr, die Allergie nicht unter Kontrolle zu bringen, sei es nur vernünftig, möglichst schnell einen anderen Platz für das Tier zu suchen. «Es ist Stress pur für die Katze, wenn sie nach Jahren plötzlich das Zuhause wechseln muss.» Tierheimbetreiber berichten aber auch, dass Besitzer Katzen häufig «aufgrund einer Katzenallergie» abgeben wollen.

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Die Nase juckt, die Augen brennen, dazu kommen Husten- und Niesreiz. In schweren Fällen leiden die Betroffenen an Hautausschlägen und Asthmaanfällen. Zunehmend suchen Schweizer Rat, um sich gegen Katzenallergie zu behandeln.

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«Der Wunsch, ein Haustier trotz Allergie zu behalten oder auch neu anzuschaffen, nimmt zu», sagt Yves Cahen, Allergologe in Basel. Auch Mark Anliker, Hautarzt und Allergologe in der Praxis Hautärzte am Graben in Winterthur, fällt auf: «Im letzten halben Jahr erhielten wir doppelt so viele Anfragen von Katzenbesitzern, die sich einer Therapie unterziehen wollten.»

Halter quälen sich durch

Als effektivste Massnahme rät das Aha-Allergiezentrum, den Kontakt zu den Tieren zu meiden. Für viele ist das jedoch keine Option. «Ich erlebe immer wieder Besitzer, die auf Medikamente zurückgreifen, um die Symptome erträglicher zu machen. Andere setzen sich der Allergie aus, um immun gegen die Allergene zu werden», berichtet Manuela Gutermann, Präsidentin des Vereins Katzenfreunde Schweiz.

Die Betroffenen seien oft verzweifelt, sagt Gutermann. «Ihr Herz hängt am Tier. Müssten sie sich von der Katze trennen, wäre es für sie sehr schlimm.» Allergologe Anliker hat zudem das Gefühl, dass die Tiere durch die vielen Katzenvideos auf Youtube einen noch viel grösseren sozialen Wert erhalten haben.

Tier ist wichtiger als Gesundheit

Yves Cahen stellt fest, dass die Menschen heute nicht mehr bereit seien, sich wegen Allergien einzuschränken. Oft wollten allergische Eltern ihren Kindern den Katzenwunsch erfüllen. «Früher hiess es bei einer Allergie: ‹Es gibt keine Katze und basta!›.»

Manchen sei das Tier sogar wichtiger als die Gesundheit des Partners, sagt der Experte. Bei einem Ehemann habe die Therapie nicht angeschlagen. «Jetzt lebt er seiner Frau zuliebe mit schweren Beschwerden und vielen Medikamenten.» Gutermann musste einer Mutter auch schon den Wunsch nach einer Katze ausreden: «Der Sohn lief innert zehn Minuten blutrot an und hatte Atemnot.»

Impfstoff für Katzen

Ärzte empfehlen den Patienten oft eine Desensibilisierung. «Die Erfolgsrate beträgt rund 70 Prozent», sagt Cahen. Medikamente unterdrückten die Symptome lediglich. Nach einiger Zeit träten diese erneut und verstärkt auf. Behandle man eine schwere Katzenallergie nicht, nehme diese in der Regel stetig zu und könne zu schwerem Asthma führen. Gutermann sind dagegen Fälle bekannt, in denen sich Menschen mittels Akupunktur von der Allergie hätten befreien können.

Das Thema beschäftigt auch die Wissenschaft. «Wir forschen an einem Impfstoff, der bewirkt, dass die Katze weniger Katzenallergen ausscheidet», sagt Thomas Kündig, Leiter der Dermatologischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich. Die Impfung sei aber noch «ferne Zukunftsmusik». Anliker hat noch einen anderen Tipp: Die Katze zu waschen verspreche vorübergehende Linderung.

«Stress pur für die Katze»

Für Behandlungen greifen die Patienten tief in die Tasche. Eine komplette Desensibilisierung kostet rund 4000 Franken. Eine medikamentöse Behandlung kann jährlich mehrere Tausend Franken teuer sein.

Der Schweizer Tierschutzes STS lobt die grosse Katzenliebe. Sprecherin Helen Sandmeier warnt aber vor einer Konsumhaltung. «Wie nicht jeder Milch verträgt, kann auch nicht jeder eine Katzen halten.» Bestehe grosse Gefahr, die Allergie nicht unter Kontrolle zu haben, sei es nur vernünftig, möglichst schnell einen anderen Platz für das Tier zu suchen. «Es ist Stress pur für die Katze, nach Jahren plötzlich das Zuhause wechseln zu müssen.» Zudem empfiehlt sie bei einem Katzenwunsch einen Allergietest.

Tierheimbetreiber berichten aber auch, dass Besitzer Katzen häufig «aufgrund einer Katzenallergie» abgeben wollen. Manuela Gutermann merkt an: «Oft wird dies aber auch als Ausrede gebraucht, um ein Tier wegzugeben.»


Eine Bloggerin mit Katzenallergie berichtet von ihren Erfahrungen:


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Cat am 12.01.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kuriert

    Ich hatte früher Katzen und keine Probleme. Plötzlich kam die Allergie, aber mittlerweile bin ich therapiert, durch die eigene Katze. Wir haben eine Katze von der Strasse vorübergehend aufgenommen. Meine Augen haben gebrannt, die Haut gejuckt, meine Nase getrieft. Wir wollten die Katze nur vorübergehend behalten, bis wir einen neuen Halter finden. Die ersten drei Tage habe ich täglich eine Tablette (die gleiche wie für Heuschnupfen - Cirtec) genommen, dann immer weniger über zwei Wochen verteilt. Anschliessend hatte ich gar keine Probleme mehr und die Katze haben wir noch immer.

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  • Daniel Meister am 12.01.2017 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Endlich schreibt mal jemand "Halter" und nicht "Besitzer". Danke

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  • Alina am 12.01.2017 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tiere sind keine Ware, die man entsorgt.

    Ist auch gut so, dass Halter sich desensibilisieren lassen, für mich käme auch nichts anderes in Frage. Die Gesundheit ist also nicht wichtiger als die Katze (was ür eine Unterstellung...). Und auch bei Allergie kann man diverses machen, z.B. das Tier mit Allerpet einreiben (bindet die Allergene im Fell), sich nach Kontakten die Hände waschen, Antihistaminika nehmen, während Kontakten möglichst nicht ins Gesicht fassen, HEPA-Filter in den Staubsauger etc. etc. Einfach ohne intensive Versuche zur Desensibilisierung im Tierheim abliefern oder noch schlimmer (aussetzen etc.) ist ein No Go!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Logan am 13.01.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Katzenallergie

    Meine Nachbarskatze schläft auch manchmal bei mir ihm Bett aber unten bei den Füssen. Sicher nicht Gesicht an Gesicht. Das wäre mir zu riskant wegen einer Allergie. Denn auch Katzen wollen schmusen.

  • TierfreundlichER am 13.01.2017 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Lösung

    Reto Crameri von Davos hätte die Lösung Sein Name, Katzenallergie und schon findet man den Beitrag bei google

  • Mike am 13.01.2017 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gebt dem Immunsystem Zeit

    Ich war vor drei Jahren auch allergisch auf Katzen und seit dem wir eine Katze haben, wurden meine Symptome mit der Zeit immer schwächer. Nun ist die Allergie ganz verschwunden. Mit Tomaten und Zitrusfrüchte die gleiche Geschichte. Bei den meisten Menschen passt sich das Immunsystem an. Ihr müsst nur Geduld haben.

  • Dieter Kinze am 13.01.2017 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    " Sinnlos "

    Ein Leben ohne Katze ist möglich,aber SINNLOS

  • Ich am 13.01.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dräck frässee

    Früher haben wir draussen gespielt bei sonne,wind,regen und schnee. Und sind nicht jedesmal mit antibiotika voll gepumt worden. Ergo weniger Allergien.

    • au ich am 13.01.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

      nützt au nöd immer...

      Wir haben auch draussen gespielt und Sandkuchen gegessen, Schneehütten gebaut und Haustiere gehalten. Meine Kinder sind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Aber trotzdem haben die meisten Mitglieder meiner Familie schwere Allergien und Asthma.

    • Pantoffelpunk am 13.01.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      Sterile Welt

      Stimmt vollkommen !!!! Regenwürmer gemapft hab .... grins

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