Flugplatz Dübendorf

22. November 2016 18:12; Akt: 22.11.2016 18:13 Print

Solar Impulse 2 landet als Fracht in der Schweiz

Die Schweizer Solar Impulse 2 ist das erste Flugzeug, das die Erde nur mit Solarenergie umrundet hatte. Eine Boeing 747 brachte die Maschine nun zurück in die Heimat.

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Das Solarflugzeug Solar Impulse 2 ist nach seiner Weltumrundung wieder auf dem Militärflugplatz Dübendorf ZH angekommen. Zerlegt in Kisten ist es am Dienstag in einer Boeing 747 aus Abu Dabi in die Schweiz gebracht worden.

Die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg beobachteten vom Boden aus, wie die Frachtmaschine ihr Flugzeug, mit dem sie nur mit Solaranergie die Welt umrundet hatten, nach Dübendorf brachte. Mit ihnen erlebten Dutzende Aviatikfans den speziellen Moment.

Vor Medien und Schaulustigen erklärten Piccard und Borschberg, wie besonders es sei, die Solar Impulse 2 wieder in Dübendorf zu sehen. «13 Jahre lang haben wir nur für die Solar Impulse gelebt», sagte Piccard in einer kurzen Rede. «Sie war unser Baby, unser Haus, unser Freund und unser Werkzeug für zwei Jahre», fügte er an. Das Abenteuer sei zu Ende, aber das Projekt lebe weiter.


(Video: Leser-Reporter)

Maschine bleibt in Dübendorf

André Borschberg sagte, man wolle das Flugzeug eigentlich im Flugbetrieb halten, obwohl der Aufwand für einen Flug sehr gross sei. Von den 2000 Flugstunden, auf welche die Maschine ausgelegt ist, bleiben noch 1300 übrig. Borschberg sagte auch, dass man darüber nachdenke, sie einem Museum zu übergeben. Vorerst bleibt die Solar Impulse in Dübendorf.

Piccard erklärte, die Solar Impulse 2 sei ein wichtiger Beweis dafür, dass man ohne Brennstoffe auskommen könne. Im Rahmen des Projektes sollen nun die Elektromotoren weiterentwickelt werden und neue Entwicklungen stattfinden. Borschberg erwähnte ein Flugzeug mit Elektroantrieb oder solarbetriebene Drohnen, die in die Atmosphäre aufsteigen könnten.

CO2 schon kompensiert

Piccard wies ausserdem darauf hin, dass man bereits für das Kohlendioxid bezahlt habe, dass beim Transportflug von Abu Dabi nach Dübendorf anfiel: «Wir haben über myclimate Solarzellen für das Dach eines Schulhauses in Afrika gekauft.»

Mit der Rückkehr der Solar Impulse nach Dübendorf schliesst sich ein Kreis: 2009 hob der Prototyp des Solarfliegers auf dem Militärflugplatz zum Erstflug ab. Dieser dauerte 30 Sekunden. Damit hatte das Projekt von Bertrand Piccard und André Borschberg mehr als konkrete Formen angenommen.

Zwangsferien auf Hawaii

Die Idee zu einem Flugzeug, das ohne Brennstoff die Welt umrunden kann, hatte Piccard zur Jahrtausendwende kurz nach seiner Erdumrundung in einem Heissluftballon. Mit der Solar Impulse sollten die Menschen sensibilisiert werden, wie notwendig Energiesparen und erneuerbare Energien sind.

2015 pilotierten André Piccard und André Borschberg im Wechsel das Elektroflugzeug in östlicher Richtung um den Globus. Auf Hawaii mussten sie einen längeren Reparaturaufenthalt einlegen, weil die Akkus auf dem längsten und gefährlichsten Teilstück zwischen Japan und Hawaii überhitzt und beschädigt worden waren.

170 Millionen Franken

Das Experimentierflugzeug hob am 9. März 2015 im Golfemirat Abu Dhabi ab und flog über Indien und China nach Hawaii. Wegen eines Batterieschadens musste das Team auf der Pazifikinsel neun Monate pausieren. Danach ging die Reise weiter nach Kalifornien, über mehrere Stationen nach New York und via Europa und den Nahen Osten zurück zum Ausgangspunkt.

Das Projekt kostete gegen 170 Millionen Franken. Dieses wurde von zahlreichen Grossfirmen wie Solvay, Omega, Schindler, ABB und Google unterstützt.



(Video: Leser-Reporter)

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aviatikfan am 22.11.2016 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosser Schritt für die Menschheit

    2 Jahre unterwegs,70km/h Geschwindigkeit,1 Pilot,0 Passagiere,170'000'000 CHF gekostet. wow! Welch sensationeller Kosten-Nutzen-Faktor!Hurra, wir haben das Ding wieder.Aber Mediengeilheit kennt keine Grenzen.

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  • Aspie am 22.11.2016 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super Leistung mit dem Jumbo heim, wenn noch 1300 Stunden Flugzeit möglich wäre....

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  • Fritz von Ow am 22.11.2016 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarimpuls

    ich finde diesen Aufschrei weit daneben ! Alles nur ein Reklame - Gag für Breitling und Piccard! Reines Geld in den Himmel gelüftet.... für was ? Wird nie ein Solargetriebenes Grossraumflugzeug geben ! Und Pannenflug noch und noch.... und die Riesen Bodencrew, einfach alles zum heulen : Nichtsnutz !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sparta am 23.11.2016 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Füdlibürger-Meute

    Jetzt lästert die Meute der Nichtsnutze wieder über das Projekt. Keiner von euch hat eine ähnliche Leistung erbracht. Es konnten unzählige Erkenntnisse für Weiterentwicklungen von Solarzellen und effizienteren Motoren gewonnen werden. Dank solchen Projekten gewinnt man beachtliche Fortschritte in dieser Technik. Aber das ist halt alles viel zu hoch für den einfach gestrickten Pöbel und bünzli Füdlibürger. Wie sang Bligg in seinem Lied? "Lah sie rede, denn sie reded ja eh..."

  • §§§ am 23.11.2016 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grandiose Leistung

    Endlich hat der größte Schwachsinn der ein Schweizer je machte ein Ende. Offenbar gibt es Menschen die nicht nur ihre Großmutter verkaufen können sondern auch 170000000 hemmungslos verchleudern , viel Umweltbelastung und viel Elektroschrott produzieren dürfen. Das Traurige daran die ganze Welt findet so etwas auch noch toll und grandios. Wahrhaftig eingebildeter stolz eines unserer Schweizer Landsmannen!

  • Doc Occ am 23.11.2016 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wie grossartig ....

    In der Schweiz gestartet, mit dem Jumbo zurück in die Schweiz. Weltumrundung? Scheinbar umrundet es nur nach Lust und Laune. Aber Hauptsache Picard kann sich wieder selbst inszenieren und beweihräuchern.

  • herbi am 23.11.2016 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    wo ist die euphorie hin?

    als ich vor einem jahr schrieb, dass das die umweltbelastende art ist ohne fossile energie um die welt zu reisen, hagelte es nur so von daumen runter. auch da geht es nur um werbung und selbstdarstellung. lese ich jetzt die kommentare, hat sich wohl der wind gedreht:)

  • WaleLi am 23.11.2016 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein gutes Beispiel

    Nicht gerade ein gutes Beispiel, wie man dereinst von den fossilen Treibstoffen los kommen kann, zumindest in der Luftfahrt.