Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
«Das ist schrecklich»
27. Oktober 2010 09:33; Akt: 27.10.2010 10:29 Print
SVP droht Ärger wegen Plakaten
Vergewaltiger, Sozialbetrüger, Kinderschänder: Die Plakatkampagne der SVP zur Ausschaffungsinitiative sorgt bei der Bildagentur und beim Fotografen für rote Köpfe.
Provokation als Programm: die Plakatsujets der SVP
«Ich habe dieses Foto nicht für diesen Zweck gemacht. Ich unterstütze diese Kampagne nicht»: Der Fotograf der Bilder, die von der SVP für ihre neuste Plakatkampagne verwendet werden, zeigt sich entsetzt, als er von der «Aargauer Zeitung» auf die Sujets aufmerksam gemacht wird.
In gewohnter SVP-Manier: Die Kampagne für die Ausschaffungsinitiative.
Der Serbe Milan Zeremski bietet über die Fotoagentur iStockphoto rund 600 Fotos zum Verkauf an – darunter auch jenes mit einem südländisch aussehenden Gangstertypen. An diesem Sujet hat die PR-Agentur Goal Gefallen gefunden, es für unter hundert Franken gekauft und für die SVP-Plakatkampagne verwendet. «Das ist schrecklich», meint Zeremski.
Was für den Fotografen «schrecklich» ist, aber doch auch ein wenig zum Berufsrisiko gehört, ist für die Bildagentur iStockphoto ein klarer Verstoss gegen die Lizenzvereinbarungen: «Fotos von iStockphoto dürfen auf diese Weise nicht für politische Kampagnen verwendet werden», sagt Sven Ole Schubert, Medienverantwortlicher bei iStockphoto Deutschland, gegenüber der «Aargauer Zeitung». Laut Lizenzvereinbarung dürfen die ohnehin schon üblen Typen auf den Fotos nicht in einem noch übleren Zusammenhang gezeigt werden. In schönstem Juristendeutsch hört sich das so an: Verboten sei die «Nutzung oder Darstellung jeglichen Inhalts, der ein Modell oder eine Person enthält, wenn […] die Person in einer möglicherweise sensiblen Situation dargestellt wird (einschliesslich unter anderem bezogen auf [..] sexuelle oder angedeutete sexuelle Aktivitäten oder Vorlieben, Drogenmissbrauch, strafbares Verhalten [..]).» Es gehe schliesslich um den Schutz der Fotomodelle, so Schubert.
«Das Ganze ist unproblematisch»
Der Sprecher von iStockphoto kündigt an: «Wir werden nun rechtliche Abklärungen machen und an die Veranstalter herantreten.» Die Lizenzvereinbarung enthalte einen Passus, in dem klar vorgeschrieben sei, dass Fotomodelle als solche zu kennzeichnen seien. Diese Kennzeichnung fehlt auf den Plakaten und der Kampagnenwebsite der SVP.
Martin Baltisser, Generalsekretär der SVP, zeigt sich gegenüber der «Aargauer Zeitung» unbeeindruckt: «Unsere Agentur hat die entsprechenden Bildrechte, das Ganze ist unproblematisch.» Und auch der Geschäftsführer der Dübendorfer PR-Agentur Goal, Alexander Sebert, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: «Wir nutzen iStockphoto nun schon seit Jahren, und es gab noch nie Probleme damit.»
(mlu)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 307 Kommentare































Ausschaffungsiniative
Alles was von "BERN" kommt jeweils ablehnen - ansonsten den gesunden Menschenverstand walten lassen.
sollen sich doch selber abbilden
nicht lange auf kompliziert machen, und irgendwelche fotos bei fotomodellagenturen kaufen, wenn man schon toni brunner christoph blocher und einen wunderbaren, wie den thomas fuchs hat, kann man die doch gleich als fotomodell nehmen die machen das doch sicher gratis
Die SVP kauft bei DEUTSCHEN Agenturen?
Immer schön dem Volk das Schweizer Kreuz zeigen, aber selbst in Deutschland einkaufen? Selbst die Agentur GOAL wird durch keinen Schweizer, sondern einen Deutschen geführt.
@ Der Krtitiker
Da hast du etwas falsch verstanden. Die SVP kauft bei einer Agentur aus der Schweiz, die von einem Deutschen gegründet wurde. Er hat immerhin für Arbeitsplätze in der Schweiz gesorgt und zahlt Steuern. Aber du hast schon recht: weg mit ihm! Soll er sein Geschäft in Deutschland aufbauen, die brauchen auch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Wir können darauf verzichten.