Fleischverband greift durch

20. Januar 2017 11:11; Akt: 20.01.2017 11:34 Print

Schlachten von trächtigen Kühen soll verboten werden

Das Schlachten von trächtigen Kühen und Rindern in der Schweiz ist keine Seltenheit. Neue Massnahmen sollen diesen Missstand nun beheben.

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Oft werden Kühe zum Schlachter gebracht, obwohl sie gerade ein Kalb tragen: Ein Metzger vom Schlachthof in Zürich bei der Arbeit. (Archiv) (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Lediglich 30 Prozent der Viehhalter untersuchen ihre Tiere vor dem Verkauf auf Trächtigkeit. Dies führt dazu, dass in der Schweiz jedes Jahr rund 15'000 trächtige Kühe auf die Schlachtbank geführt werden. Ein Missstand, der nun behoben werden soll, wie das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» berichtet.

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande, hat sich auf eine Regelung geeinigt, die ab dem 1. Februar 2017 in Kraft treten und für alle Rinder ab dem Alter von 18 Monaten und bei Kühen ab fünf Monaten nach dem letzten Abkalbdatum gelten soll.

Im Zweifelsfall den Tierarzt aufbieten

Die Branchenlösung nimmt vor allem die Halter in die Pflicht: Bevor ein Rind oder eine Kuh in den Schlachthof verladen wird, muss der Bauer auf einem separaten Formular zwingend deklarieren, ob ein Tier trächtig ist. Bei Ungewissheit muss er das Tier untersuchen lassen.

Zudem schreibt die Regelung vor, dass trächtige Tiere nur in nicht vermeidbaren Ausnahmesituationen und Notfällen, zum Beispiel nach einem Unfall oder bei einer unheilbaren Krankheit, geschlachtet werden dürfen. Auch die Schlachtbetriebe erhalten Auflagen. Sie müssen künftig Schlachtungen von trächtigen Tieren dokumentieren und den Lieferanten oder Tierhalter darüber informieren.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • binco90 am 20.01.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist doch selbstverständlich

    ich dachte sowas sei klar und bräuchte kein verbot..... aber man kann sich irren

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  • Peter am 20.01.2017 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehört geahndet

    Das ist eine Sauerei, dass uns Fleischkonsumenten dies nicht klar deklariert wird! Ich esse schon kaum Kalbfleisch, weil ich finde, (auch) ein (Nutz-)Tier sollte ein Leben gehabt haben, bevor man es tötet und isst... Aber mit einem ausgewachsenen Tier (für uns Konsumenten unwissentlich) noch ein zweites, ungeborenes zu töten, finde ich echt den Gipfel der Ignoranz und Dekadenz, brutal und zutiefst lebensverachtend. Solche Praktiken gehören angezeigt und den betreffenden Bauern jegliche Subventionen entzogen!

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  • Sandra am 20.01.2017 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grauenhaft!

    Ein Tier zu schlachten ist schon grausam. Wenn es sich um ein tragendes Tier handelt ist es geradezu pervers!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xsasan am 20.01.2017 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial!

    Hm, es ist also besser, eine junge Mutter(kuh) zu töten (5 Monate nach dem Kalben), als eine trächtige Kuh? Warum? Aaah ja, so kann man das Kalb später auch noch schlachten, anstatt den Fötus wegzuwerfen! Genialer Schachzug vom Fleischverband!

  • Fellini am 20.01.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Man weis es, doch wartet man Jahrzehnten, bis gehandelt wird. Doch der Entscheid finde ich sehr gut, hoff nur dass es nicht 10 Jahre dauert, bis es in Kraft tritt.

  • basrouge am 20.01.2017 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirft ein schlechtes Licht auf eine Branche....

    Und wer kontrolliert das ganze vor der Schlachtung? Papier ist ja bekanntlich sehr geduldig...... Da Sanktionen in der heutigen Zeit nur noch über den Geldbeutel, denke ich dass das Beobachten der Fehlbaren nicht wirklich was bringt

  • RoCh am 20.01.2017 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein grund mehr zu verzichten

    einen grund mehr auf fleisch zu verzichten. wer ein mindestmass an ethik und mitgefühl besitzt, lässt nicht zu, dass für einen augenblick des genusses ein fühlendes lebewesen getötet wird. die abstupfung des menschen gegenüber anderen menschen, beginnt beim töten von tieren. dort wird die schwelle übertreten und der egoismus siegt und zieht sich übere andere handlungen weiter. so zerstören wir uns und unsere lebensgrundlage. kein respekt, kein mitgefühl ist der tot unserer spezies.

  • peter am 20.01.2017 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grad Lust bekommen

    der Artikel hat mich grad glustig auf ein schönes Steak gemacht. Da ke