F/A-18-Jets im Einsatz

05. September 2017 15:38; Akt: 06.09.2017 10:09 Print

Kampfjets am Himmel sorgen für Verwirrung

Leser haben heute Schweizer Kampfflugzeuge beobachtet, die eine Passagiermaschine eskortierten. Die Armee erklärt.

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Die Schweizer Luftwaffe war bis vor Kurzem nur tagsüber für luftpolizeiliche Einsätze abrufbar – und erntete damit landesweiten Spott. Bis 2020 will die Luftwaffe eine tägliche 24-Stunden-Bereitschaft realisieren. Damit sie ihr Projekt Luftpolizeidienst 24 (LP24) umsetzen kann, brauche es Trainingsflüge, sagt Armee-Sprecherin Delphine Allemand zu 20 Minuten. So wie heute: Besorgte Leser beobachteten am frühen Nachmittag im Grossraum Zürich drei F/A-18, die eine Passagiermaschine eskortierten.

Wie 20 Minuten weiss, wurde eine Swiss Bombardier C-Series 100 von Zürich zum Militärflugplatz Emmen eskortiert. An Bord der Passagiermaschine waren Absolventen des «Sphair»-Kurses. Dieser stellt die erste Hürde auf dem Weg zum Pilotenberuf dar.

Ziel des LP24 ist es, eine permanente Einsatzbereitschaft von zwei bewaffneten Kampfjets innert höchstens 15 Minuten zu erreichen. Der erste Schritt dazu wurde bereits 2016 gemacht: Während 50 Wochen standen die Flugzeuge an Wochentagen von 8 bis 18 Uhr bereit.

Tägliches Training

In diesem Jahr wurde diese Präsenz auf 365 Tage ausgebaut. Man müsse die Piloten auf diese Situationen dementsprechend schulen und vorbereiten, so Allemand. Zur Vorbereitung gehörten eben auch solche Trainingsflüge wie heute. Ein solches Manöver gehöre zu den luftpolizeilichen Standardaufgaben der Armee und finde rund einmal täglich statt.

Ab 2019 werden die Jets von 6 bis 22 Uhr bereit stehen und Ende 2020 erfolgt dann der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen. Der Ausbau der Bereitschaft kostet pro Jahr 30 Millionen Franken. Bis Ende 2020 werden dazu 100 zusätzliche Stellen geschaffen. Hauptstandort ist der Militärflugplatz Payerne VD.

Bereits gestern Vormittag hatte ein Einsatz von zwei F/A-18-Flugzeugen der Luftwaffe für Verwirrung gesorgt (20 Minuten berichtete). Die Kampfjets begleiteten einen Businessjet und lösten dabei einen Überschallknall in der Region Zürich aus.

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nikolas Wirz am 05.09.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Dankeschön

    Vielen Dank an all die Piloten und Pilotinnen der Schweizer Luftwaffe, die bei jedem Flug aufs neue ihr Leben für den Erhalt unserer Sicherheit aufs Spiel setzen. Genau wie polizei und Feuerwehr bekommt ihr viel zu wenig Respekt und Anerkennung.

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  • Maeder85 am 05.09.2017 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luftraum

    Vielen Dank für die Sicherstellung der Lufthoheit. Übungsflüge sind von meiner Seite erwünscht. Diesbezüglich fühle ich mich sicherer als Nachts in einer Schweizer Stadt.

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  • Realist am 05.09.2017 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso (beim wem) stiftet das Verwirrung?

    Die Luftwaffe hat Luftpolizeiaufgaben. Diese hat sie wahrzunehmen. Ich weiss nicht, wieso dies für Verwirrung sorgen soll?! Es handelt sich nur um die Begleitung von Flugzeugen, welche einen Transponder und/oder Funkdefekt haben. Dies dürfte hinlänglich bekannt sein und keine Verwirrung auslösen. Da verwirrt mich mehr, wenn im Schweizer Luftraum Deutsche oder US-Amerikanische Kampfflugzeuge zu sehen sind...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissgirl am 06.09.2017 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Bürger sind hypersensibel geworden

    Diese Überempfindlichkeit gegenüber allem und jedem geht jetzt wirklich zu weit. Besorgt deswegen oder deswegen. Trainingsflüge gab es früher noch viel mehr. Mein Mann ist in Dübendorf aufgewachsen, neben dem Militärflugplatz. Morgens raus, abends ab ins Körbchen. Das war die Normalität. Heute wird ob allem gleich die Krise hervorgeholt. Was ist der Mensch überempfindlich! Fahre wöchentlich mehrmals an Armee-WK-Orten vorbei. Armee und Luftwaffe sind eine tolle Sache. Wer bei Flügen besorgt reagiert sollte sich besser um andere Dinge sorgen, Dinge die nicht fassbar sind, wie der Terrorismus!

  • landofthefree am 05.09.2017 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    An alle Armee Gegner und Kommentatoren hier. Die Luftwaffe ist die Luftwaffe, Die Armee , die Armee. Eigentlich nicht so schwirig :)

  • Obst Servierer am 05.09.2017 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mal nachgerechnet

    Zitat: "Ziel des LP24 ist es, eine permanente Einsatzbereitschaft von zwei bewaffneten Kampfjets innert höchstens 15 Minuten zu erreichen." Die Schweiz ist 400km "lang". Ein Fightjet fliegt 1-2 Mach schnell, d.h. in 10-20min fliegt man (der Feind) über die gesamte Schweiz. Ich würde die Schweiz mit ein paar wenigen Kampfliegern (für Eskort) ausrüsten, dafür eher auf Kampf/Transport-Helikopter und Abwehrsysteme setzen. Ein "Krieg" wird sowieso nie mit Fliegern gewonnen bzw. Abgewehrt (Afganistan, Irak, WWI, WWII, Korea, Vietnam etc.), sondern mit Politik!

    • Oberst Server am 06.09.2017 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Obst Servierer

      Auch die meisten "Fightjets" (what?) können auf geringer, und somit bedrohlicher Flughöhe niemalsach 1 geschweige denn 2 erreichen. Das nennt sich Luftwiderstand. Zudem kann man auch bei Mach 2 aus 12000m keine Angriffe starten. Euer Argument mit den 10min hinkt gewaltig, sucht euch mal was neues.

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  • rolfiH am 05.09.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    outsourcing

    100 stellen für 2 flieger. 30 mio. ? das macht sicher jemand günstiger! muss das nicht ausgeschrieben werde?

    • Politikverdrossener am 06.09.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      @rolfiH

      Die 100 Stellen sind nicht nur die Piloten, da sind die Mechaniker, welche rund um die Uhr bereit sein müssen. Die Luftwaffe führt den Luftpolizeidienst zusammen mit Skyguide durch, also auch auf dieser Seite braucht es mehr Personal! Ein 24h Pikett kostet eben! Wer meint, dass DE und FR diesen Aufwand gratis übernehmen werden ist einfach schief gewickelt. Es wäre ein Hohn, die reiche Schweiz will sich die Kontrolle ihres Luftraumes nicht leisten!

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  • Christofferus am 05.09.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironie

    Wenn es zu Bürozeiten ist braucht ihr euch keine Sorgen zu machen... hihi!