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16. Februar 2016 19:47; Akt: 07.04.2016 09:57 Print

Hier können Sie sich noch eine Wohnung leisten

von Nikolai Thelitz - 4000 Fr. Monatslohn reichen in zwei Dritteln der Schweiz nicht mehr für eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Unsere Grafik zeigt, wo die Schweiz für Sie noch bezahlbar ist.

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In der Stadt Zürich kann sich längst nicht mehr jeder eine Wohnung leisten. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Auch im Jahr 2015 sind die Mietpreise in der Schweiz wieder angestiegen. 20 Minuten hat Daten von 1,7 Millionen Homegate-Wohnungsinseraten ausgewertet. Dabei zeigt sich: Seit 2002 haben sich die Mieten um rund 30 Prozent erhöht. Gleichzeitig stiegen die Löhne nur etwa halb so schnell wie die Mieten, so dass für die meisten Schweizer die Zahl der erschwinglichen Wohnungen in den letzten 14 Jahren gesunken ist. Besonders Städte wie Zürich oder Gemeinden mit Seeanschluss sind für viele unbezahlbar geworden. Was diese Entwicklung für Ihre persönliche Wohnungssituation heisst, zeigt unsere interaktive Grafik. Geben Sie Ihr Monatsgehalt ein und sehen Sie, wo Sie sich die Schweiz noch leisten können.

Die folgenden Beispiele illustrieren, wie sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt verändert hat.

Der Berufseinsteiger

Luca hat seine Detailhandels-Lehre erfolgreich abgeschlossen und will nun in seine erste eigene Wohnung ziehen. Sie muss nicht gross sein, eine Zwei-Zimmer-Wohnung würde ihm reichen. Doch die Suche wird schwierig, denn Luca verdient 4000 Franken im Monat: Für Tieflöhne wird ein maximaler Anteil von 25 Prozent des Lohnes für Mietkosten empfohlen. Das ergibt für Luca noch ein Budget von 1000 Franken. 65 Prozent der Schweizer Gemeinden sind für ihn zu teuer. Im Raum Zürich ist es besonders schlimm. Im ganzen Kanton Zürich bekommt man nur noch in Feuerthalen und Obfelden eine Zwei-Zimmer-Wohnung für unter 1000 Franken. Wer 2002 mit demselben Lohn nach der Lehre in die Berufswelt einstieg, konnte sich noch in 89 Prozent der Schweizer Gemeinden eine Zwei-Zimmer-Wohnung leisten.

Die junge Familie

Fabio ist KV-Angestellter im 80-Prozent-Pensum und verdient 4000 Franken. Er sucht für sich, seine Freundin und das gemeinsame Kind eine 3,5-Zimmer-Wohnung. Die Freundin arbeitet 40 Prozent als Kindergarten-Lehrerin und trägt 2000 Franken Haushaltseinkommen bei. Das Budget beträgt einen Drittel des gemeinsamen Einkommens, also 2000 Franken. Für die Familie sieht es gut aus: Nur 14 Prozent der Schweizer Gemeinden bleiben ihr verwehrt, darunter allerdings aber auch die Stadt Zürich. Im Jahr 2002 hätte sie sich hier noch niederlassen können, damals kostete eine durchschnittliche 3,5-Zimmer-Wohnung in Zürich 1'881 Franken – heute sind es mit 2'590 Franken weitaus mehr.

Die Büezer

Lucas' Bruder Antonio hat mit seiner Frau Maria schon drei Kinder in die Welt gesetzt und sucht nun eine Wohnung, die näher bei der Arbeit ist. Er verdient auf dem Bau 5500 Franken, seine Frau ist mit der Kinderbetreuung beschäftigt. Mit seinem Budget kann sich Antonio noch in etwa 32 Prozent der Schweiz eine 5-Zimmer-Wohnung leisten, 2002 wären es noch 54 Prozent gewesen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dreizweins am 16.02.2016 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    ich will hier nicht den Inhalt kommentieren. Aber die Grafik ist Super gemacht. Wirklich Klasse! Komplimente an den Grafiker.

  • peter am 16.02.2016 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Die "ärmeren" ziehen dann aufs land weil die mieten günstiger sind. Dort ist man dann allerdings aufs auto angewiesen, wo der treibstoff mit 50% besteuert ist. Wohlhabende altstadtbewohner mit 3000 fr attika- oder loftwohnungen können dann den mit 50% subventionierten öv nutzen. Benzin ist nun mal kein luxusprodukt. Wenn schmuck und yachten mit 50% besteuert wären würde ich es ja noch verstehen aber ein alltagsgegenstand?

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  • Sandra am 16.02.2016 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    wo arbeitet der? 80%

    und 4000 Lohn? der Schoggi Verkäufer, es gibt Leute die Krampfen den ganz tag für 3500 SFR.. und das mit Ausbildung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mat Ess am 17.02.2016 23:51 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus-Whg gratis? Warum?

    Warum erwarten Wenigverdiener mitten im Kuchen wohnen zu dürfen? Warum sollen Sozialhilfeempfänger auf dem Zürichberg für 800.- eine 2Z-Whg erhalten? Hier gilt der Markt und die Whg geht an den Besserbezahler. Wer viel Geld hat wohnt schöner. Es kann nicht jeder Alles haben für nichts! Das ist doch normal! Es können nicht alle im Champagner baden und Kaviar zum z'Morgen haben, wenn sie s nicht bezahlen können! Ich muss auch mit 6000 Einkommen jeden Tag 45 Min pendeln. Mit dem Zug, ohne Benzin! Das ist machbar, trotz Familie. ZH-Stadt ist ein Luxus den man sich leisten kann oder eben nicht.

  • adfs am 17.02.2016 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bescheidenheit

    Ich finde das eigentlich nicht so schlimm. In der vorigen Generation war es auch üblich, dass alle Kinder in einem Zimmer und die Eltern im andern schliefen. Mein Vater wohnte damals zu sechst in einer Dreizimmerwohnung und sie waren weder besonders arm noch reich.

  • Godot am 17.02.2016 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Statistik

    Die Grafik erfasst nur die Preise von Neubauwohnungen. Erstbezug. Nach ca. 5 Jahren fallen diese WGen wieder raus aus dieser vom Bundesamt erhoben Statistik. Aeltere Wohnungen sind nicht mehr erfasst, daher teils diese hohen Mietpreise. Nur informative Grafik für alle die Neubauwohnungen suchen. Aber verzerrt wenn in einer Gemeinde gerade ein paar neue teure Luxuswohnungen gebaut und vermietet wurden bzw. werden.

  • Claude Brenner am 17.02.2016 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie in einem unterentwickelten Land

    Wir entwickeln uns zu einem unterentwickelten Land, wo man nur in der oberen Klasse gut wohnen kann, und die Schlechtverdienenden in Slums leben müssen. Vielleicht ein wenig übertrieben, aber es geht in dieser Richtung!

  • Chlapf Anchopf am 17.02.2016 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Personenfreizügigkeit

    Das sind die Früchte der unbegrenzten Einwanderung. Es ist Zeit für die Schweizer zu schauen und nicht für die ganzen Migranten.