AKW Mühleberg

07. Juli 2011 06:28; Akt: 07.07.2011 09:27 Print

Ein Riss soll durch die ganze Wand gehenEin Riss soll durch die ganze Wand gehen

Das Atomkraftwerk Mühleberg ist abgeschaltet worden - für Nachrüstungen. Jetzt ist ein Bericht aufgetaucht, der neue Fragen aufwirft. Es geht um die Risse im Kernmantel.

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Wie ist der Zustand des AKW Mühlebergs wirklich? Gibt es einen Riss, der durch die ganze Wand geht? Atomgegner und Aufsichtsbehörde sind sich nicht einig. (Bild: Keystone)

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Einer der Risse im Kernmantel von Mühleberg geht offenbar durch die ganze Wand hindurch. Dies schreibt der «Beobachter» in seiner neusten Ausgabe. Die Zeitschrift stützt sich auf einen Auszug aus einem nicht öffentlichen Bericht des Berner Stromkonzerns BKW an das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). In diesem musste die BKW erklären, wie sie den Kernmantel im Hinblick auf einen langfristigen Betrieb reparieren will.

Der Befund ist allerdings von einem Streit um Prüfmethoden begleitet. Eine Prüfung mit Ultraschall habe einen durchgehenden Riss angezeigt, wird das Ensi im «Beobachter» zitiert, eine Überprüfung mit der zuverlässigeren visuellen Methode habe aber keinen Durchriss erkennen lassen. Die BKW sagt auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» dasselbe. Das Ökoinstitut Darmstadt hingegen argumentiert, dass mindestens eine dritte Prüfung angebracht gewesen wäre, wenn zwei widersprüchliche Ergebnisse vorliegen.

«Die Festigkeit entspricht den Anforderungen»

Unabhängig von der Kontroverse um die Messmethode betont der stellvertretende Ensi-Direktor Georg Schwarz gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Die Festigkeit des Kernmantels entspricht den Anforderungen des Regelwerks. Die BKW muss auch dieses Jahr im Rahmen der laufenden Revision den aktuellen Festigkeitsnachweis des Kernmantels beim Ensi einreichen.» Kurz nach der Katastrophe in Fukushima hatte Schwarz gegenüber der Zeitung «Bund» noch gesagt: Die Zuganker, mit denen die BKW den Kernmantel verstärkt hat, seien «genügend, solange es keine durchgehenden Risse hat». Dies sei so zu verstehen gewesen, dass der Kernmantel auf einer horizontalen Naht nicht ringsherum durchgerissen sein dürfe, sagt der stellvertretende Ensi-Direktor heute. «Falls der Kernmantel durchgehend auf seinem ganzen Umfang durchgerissen wäre, dann wäre dies in der Tat für die Sicherheit nicht akzeptabel.»

Risse, welche die Wand bloss auf einem Teil des Umfangs ganz durchdringen, erachtet das Ensi als noch nicht problematisch. Kein Verständnis dafür hat Jürg Aerni von der Organisation Fokus Anti-Atom. «Das Ensi unterschätzt das Problem seit Jahren», sagt er zum «Tages-Anzeiger». «Ab einer gewissen Länge wachsen die Risse schnell und unkontrolliert.» Dies gelte insbesondere für einen Riss durch die ganze Wand hindurch. «Hier kann sich die Korrosion jetzt in alle Richtungen durchfressen. Dies ist eine völlig neue Qualität des Problems.»

Ein neues Ultraschallprüfsystem

Weiter wird im «Beobachter» kritisiert, dass erst bei der diesjährigen Revision, 21 Jahre nach dem ersten Auftreten der Risse, alle Schweissnähte vermessen werden sollen.

Die annähernd vollständige Vermessung soll nun diesen Sommer erfolgen. Pikanterweise mit einem «neuen Ultraschallprüfsystem», wie im Bericht betont wird – mit jener Methode also, die das Ensi und die BKW als ungeeignet erachten, um Risse durch die ganze Wand des Kernmantels hindurch zu entdecken.

(feb)

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  • mesi am 07.07.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Der Riss ist überhaupt nicht das Problem

    Der Riss ist überhaupt nicht das Problem. Man kann niemandem mehr Trauen das gibt mir zu denken. Alle verzapfen einen Müll und alle schlucken es und fragen sich wie lang ist der Riss??? Wie gross ist Riss??? Verdammt, ein Riss gehört nicht in ein Atomkraftwerk ihr Vollspaken. Aber keiner schnallt es.

  • Beat Huber am 07.07.2011 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Riss soll durch die ganze Wand gehen

    Wenn man ihn an die Leine nähme, würde ihn dies davon abhalten?

  • Tanja am 07.07.2011 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mühleshima darfs nicht geben

    Ein Vorfall wie in Fukushima in Mühleberg darfs nicht geben! Eine Sperrzone wie in Japan heisst die ganze Hauptstadt müsste evakuiert werden. Was wir bereits gemeinsam mit den Japanern haben ist eine Betreibergesellschaft, welche offensichtlich profitorientiert und verantwortungslos handelt.