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Atomkraft
02. April 2011 23:30; Akt: 03.04.2011 07:59 Print
Deutsche fordern: Schweiz muss AKW abschalten
Deutsche Politiker mobilisieren gegen grenznahe Schweizer AKW. Sie fordern die Stilllegung des über 40 Jahre alten Kraftwerks im aargauischen Beznau. Die Rede ist gar von einer Staatsklage.

«Schrottmeiler» Beznau: Deutsche Politiker machen gegen das Schweizer AKW mobil. (Bild: Keystone)
Der Schweiz droht nach dem Fluglärm- und Steuerstreit ein neuer Knatsch mit dem wichtigsten Handelspartner. SPD und Grüne haben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Gespräche geführt. Sie soll in Bern Druck machen. Fritz Kuhn, Vizechef der Grünen-Fraktion im deutschen Bundestag, sagte zur «SonntagsZeitung»: «Wir verlangen von Merkel, dass sie sich bei der Schweiz für eine Abschaltung der Schrottmeiler an der deutschen Grenze einsetzt.»
Infografik AKW-Standorte SchweizSollten die Gespräche mit Bern nicht fruchten, drängt die SPD-Fraktion, dass die Bundesregierung eine Staatsklage gegen die Schweiz einreicht. Eine Gefährdung der deutschen Bevölkerung durch mangelhafte Sicherheitsstandards in den Nachbarländern könne nicht hingenommen werden, sagt Ulrich Kelber, stellvertretender SPD-Fraktionschef.
Kein Stresstest für Schweizer AKW
Die beiden Parteien stellen ab Mai die Regierung in Baden-Württemberg. Mit der grün-roten Machtübernahme wird der Druck auf die Schweiz steigen, Beznau abzuschalten. Dazu kommt, dass die EU alle AKW einem Stresstest unterziehen lässt. Die Schweiz will daran nicht teilnehmen. Die Axpo, die Beznau betreibt, wehrt sich vehement: Beznau I und II entsprächen den Sicherheitsvorgaben der Aufsichtsbehörde.
Das ist dem SP-Nationalrat Roger Nordmann ein Dorn im Auge. Er fordert, dass auch die Schweizer AKW sich dem EU-Stresstest unterziehen. «Wir müssen freiwillig mitmachen. Bundesrätin Doris Leuthard sollte die nötigen Schritte einleiten», sage er gegenüber «Der Sonntag». Mit dieser Forderung steht Nordmann nicht allein da: Die Mühleberg-Gegner haben am 31. März eine entsprechende Eingabe beim Bundesverwaltungsgericht, beim Uvek und beim Ensi eingereicht.
Verzicht auf MOX-Brennstäbe
Zudem fordert Nordmann, dass die Schweizer AKW auf den Einsatz von Brennelementen aus Mischoxid, kurz MOX, verzichtet. MOX-Brennstäbe werden hierzulande in drei Kraftwerken eingesetzt und bestehen aus mehreren Uran- und Plutoniumoxiden. Das will Nordmann nun stoppen: «Die Betreiber müssen sofort auf den Gebrauch verzichten. Denn im Fall eines Unglücks ist der Schaden mit MOX noch viel grösser», sagte er dem Blatt.
Er verweist auf den Reaktorblock 3 in Fukushima, aus dem hochgiftiges Plutonium mit einer Halbwertszeit von
(ast)
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Alle 271 Kommentare






























Halbwahrheiten
Bei so viel Verallgemeinerungen und Halbwahrheiten muss man sich wirklich zurückhalten: Erstens fordern nicht "die Deutschen" hier etwas, sondern die Grünen in Baden-Württemberg. Und während sich hier einige in ihrem Nationalstolz angegriffen fühlen, fordert die Basler Regierung gleichzeitig die Abschaltung von Fessenheim im Elsass. Liebe 20 Minuten, mit euren höchst objektiven Überschrifen, für diesen Artikel würde sich die Überschrift anbieten: "Schweizer fordern: Frankreich muss AKW abschalten".
Gemeisame Verantwortung
Kaum kommt Kritik aus dem Grossen Kanton, grüsst der Schweizer Abwehrreflex. Wenn wir unsere AKW´s 500 Meter von der deutschen Grenze bauen, geht es Deutschland sehr wohl etwas an. Bei einem GAU wären ganze Landstriche für tausende von Jahren verseucht. Da darf man als Atomgegner schon einen kritischen Ton anschlagen, vor allem wenn wir Meiler im Rentenalter betreiben.
Gedanken
Also ich wohne schon seit 5 Jahren in Deutschland und ich finde es recht interessant, wenn ein Staat, welcher noch vor ganz kurzer Zeit die Laufzeiten von AKW's erheblich verlängern wollte nun Angesichts der dramatischen Entwicklungen in Japan fordert, ein anderer Staat müsse Kernkraftwerke schliessen. Daher Frage ich mich, ob diese Politiker noch weiter als bis zur Nasenspitze denken. Ich bin und war schon immer gegen AKW's gewesen. Es fragt sich hier nur, wohin mit dem ganzen verstrahlten Müll?