Auktion

17. August 2017 09:37; Akt: 17.08.2017 19:19 Print

Alle Pferde sind verkauft - kein Geld für Ulrich K.

Die Nachfrage nach den Pferden vom Quälhof war am Donnerstag riesig. Rund 140'000 Franken kamen zusammen, jetzt haben alle Tiere ein neues Zuhause.

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Die vergangene Woche beim mutmasslichen Tierquäler von Hefenhofen TG beschlagnahmten Pferde sind bei ihrem Verkauf auf ein riesiges Interesse gestossen. Bis auf ein Pony fanden sämtliche Tiere einen Käufer und für alle verkauften Tiere wurde der Maximalpreis bezahlt. Bis zu hundert Personen waren jeweils bereit, den Einstandspreis plus 500 Franken für ein Pferd zu bezahlen. Auf diese Weise nahm der Kanton Thurgau, der den Verkauf organisierte, rund 140'000 Franken ein.

Wie er am Donnerstag nach Schluss der Aktion mitteilte, kann er mit diesen Einkünften seine Ausgaben im Fall Hefenhofen decken. Ein allfälliger Rest geht an den mutmasslichen Tierquäler, der jetzt fürsorgerisch untergebracht ist.

Das Los musste entscheiden

Zu Beginn der Verkaufsaktion am Donnerstagmorgen waren mehrere hundert Interessenten und Schaulustige anwesend. Am Nachmittag lichteten sich die Reihen bei starker Sonne. Vor allem Freiberger Pferde wurden auf dem Areal des Kompetenzzentrums Veterinärdienst und Armeetiere im Sand bei Schönbühl BE angeboten.

Zum Verkauf kamen 80 Pferde und Ponys, deren Schätzwert zuvor zwei unabhängige, vom Kanton Thurgau bestimmte Experten festgelegt hatten. Wegen des grossen Interesses an den Tieren musste also in 79 Fällen das Los bestimmten, wer das Pferd erhielt.

Auf einen maximalen Zuschlag von 500 Franken hatten sich im Vorfeld Thurgauer Behörden, Armee und externe Experten geeinigt, um Spekulationen zu verhindern. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Private ärgern sich über Organisationen

Für Irritationen bei Privatpersonen sorgte, dass Tierschützer organisiert und gemeinsam boten. Sie hatten den Thurgauer Behörden im Vorfeld Plätze angeboten und wollten nun «ihre Pferde zurückholen», wie ein Vertreter sagte, der anonym bleiben wollte. «Als Privater hat man hier keine Chance», ärgerte sich ein Pferdehalter aus dem Emmental am Donnerstagmorgen am Rande des Versteigerungsplatzes in Schönbühl.

Der mit dem Verkauf beauftragte Thurgauer Amtstierarzt Ulrich Weideli sagte dazu, solange die Verkaufsmodalitäten nicht in Frage gestellt würden, sei dem Auftreten von Organisationen nichts entgegenzusetzen. Sie seien überzeugt, dass das Verfahren fair gewesen sei, steht in einer Mitteilung des Kantons Thurgau. Oberstes Ziel sei es gewesen, gute Plätze für die Tiere zu finden.

Mehrere private Käufer nannten als Kaufmotiv gegenüber der Nachrichtenagentur sda einerseits eine gute Gelegenheit, ein Pferd zu kaufen. Anderseits erhalte so ein Pferd ein besseres Zuhause als in Hefenhofen TG.

Weideli dankte der Armee für ihre Hilfe bei der Unterbringung und Pflege der verwahrlosten Tiere. «Nur» 80 der 93 in Hefenhofen beschlagnahmten Tiere gelangten zum Verkauf, weil vor dem Anlass vier Personen den Besitz von dreizehn Pferden hatten nachweisen können.

Das Pony, das nicht verkauft werden konnte, geht nun in den Besitz von Rekruten über. Der Thurgauer Veterinärdienst übernimmt die Kosten.

Zwei Personenkontrollen

Am Anlass markierten Berner Kantonspolizei und die Militärpolizei Präsenz. Sie kontrollierten zwei Personen, die verdächtigt wurden, mit dem mutmasslichen Tierquäler von Hefenhofen zu tun zu haben. Das sagte der Kommandant des Armee-Tier-Kompetenzzentrums, Jürg Liechti, auf Anfrage. Der Verdacht habe sich nicht bestätigt, fügte er an.

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(ann/nla/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mia M. am 17.08.2017 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Andrang

    Die traurige Geschichte dieser Pferde hat natürlich viele Menschen berührt. Sie sind leider kein Einzelfall. Viele Tiere werden schlecht behandelt. Haltet bitte auch für sie die Augen offen, auch sie brauchen Hilfe.

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  • Daniel am 17.08.2017 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Plätze sind gefragt

    Ich hoffe, dass alle die jetzt ein Pferd " retten" wollen, wissen was für Kosten auf sie zukommen! Habe auch das Gefühl, dass unter den Tierschützer die sich gemeldet haben um ein Ross aufzunehmen, sich kaum im klaren sind, was ein Pferd kostet!

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  • Gerechtigkeit gefordert am 17.08.2017 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Unrecht!

    Hab ich das jetzt richtig gelesen? Der Erlös geht nach Abzug der Unkosten des Kt.TG an den Tierquäler??? Ich glaub, ich spinn ... das ist ja eine Ungeheuerlichkeit. Was macht er mit dem Geld? Neue Tiere anschaffen? Sich eine schöne Zeit gönnen, der Arme? ... Wir leben in einem Rechtsstaat, ich weiss, trotzdem beschleicht mich manchmal das Gefühl, es sei ein Unrechts-Staat. Moralisch gesehen hätte wohl eine Tierschutzorganisation Anrecht auf das Geld.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nina Volker am 18.08.2017 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tierqäuler sollte jetzt auch schlecht behandel

    Schön das die Tiere einen guten Platz fanden , hoffe viel Glück für diese Pferde

  • David Stoop am 18.08.2017 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzliches

    Hier wird z.T. etwas ohne Grundlagen gestritten. Hier mal 1-2 Fakten, die etwas verschludert werden: 1.) Der Kanton TG ging getreu nach dem Gesetz vor, welches eine Veräusserung und/oder Schlachtung der Tiere vorsieht. 2.) Eine rasche Veräusserung oder Schlachtung liegt im Interesse von Herrn K., da er nämlich gemäss Gesetz für sämtliche Haltungskosten aufkommen muss! Veräusserung oder Schlachtung ist also eine Handlung zum Schutz des Vermögens von Herrn K. 3.) Das Gesetz verpflichtet den Staat zum Schutz der Tiere einzugreifen, dafür muss keine Verurteilung von Herrn K. vorliegen.

    • Xaver Perte am 18.08.2017 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      Getürkte Versteigerung

      Sie sagen es, die Veräusserung geschieht im Interesse von Herrn K. Das bei der sogenannten "Versteigerung die Preise gedeckelt wurden ist aber nicht im Interesse von K. und beruht auf keiner Gesetzlichen Grundlage. Offenbar wollte das Veterinäramt des Kt. Thurgau Herrn K, so bestrafen, das vom Erlös am Schluss möglichst nivht mehr viel übrig bleibt. Aber für die Bestrafung von Herrn K. sind die Gerichte zuständig, nicht das Vet.-Amt. Das wird bestimmt noch ein Nachspiel geben. Auch wenn Herr K. ein Tierquäler sein sollte, so sind trotzdem auch seine Rechte von den Behörden zu achten.

    • NvF am 18.08.2017 20:41 Report Diesen Beitrag melden

      BAUERNOPFER

      So wie sie schreiben sind sie über den Fall bestens informiert. Gesetze zitieren etc. Die Tiere sind verhökert. Nach meiner Meinung hat das Veterinäramt versagt. Wer wird dort zur Rechenschaft gezogen. Es wird alles wie immer schöngeredet. Das Bauernopfer habt ihr.

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  • Kurt am 18.08.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen einen guten Platz finden!

    Die Tiere wurden zu Billigstpreisen verkauft und im Anschluss mit viel Gewinn gleich weiterverhökert. Diese selbstherrliche Beamtenwillkür ist die Höhe. Dem Eigentümer wurde von Amtes wegen einen unermesslichen Schaden zugefügt, ohne irgendeine gerichtliche Legitimation.

    • müller am 18.08.2017 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      an Kurt

      subventionen in millionenhöhe und die pflege der tierärzte und militärs waren um einiges höher als der "Wert" der Tiere ;-) Der Herr hat eher schulden und vor allem schuld bei den tieren

    • Gregory am 18.08.2017 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Missbrauch pur

      @ Kurt: Ich bin völlig deiner Meinung. Hier geht es um einen ganz krassen Missbrauch der Staatsgewalt.

    • Samuel am 18.08.2017 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt

      Kann man davon ausgehen, dass du diesbezüglich schon eine Klage eingereicht hast?

    • Ursula am 18.08.2017 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Mein Wunsch ist

      @ Samuel: Ich wünsche mir als Bürger und Steuerzahler, dass das Verwaltungsgericht in diesem Fall genau untersucht, was hier rechtens und angemessen war und ist.

    • David Stoop am 18.08.2017 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Kurt

      Dann leg mal die Beweise auf den Tisch. Was ist deine Quelle für den zu tiefen Preis? Woher hast du den höheren Preis her? Was verstehst du vom Pferdehandel?

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  • orchidee am 18.08.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Mitleid?

    was mir angst macht, es gibt wirklich leute die mit dem herrn auch noch mitleid haben?! und meinen er wurde "bestohlen"?! nicht wahr, oder?! wie kann man mit einem Tierquäler mitleid haben. Er wollte sich nicht helfen lassen und war auch agressiv gegenüber menschen. Mein mitleid, gilt nur den Tieren!

    • Sack Zement am 18.08.2017 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht Mitleid, Gerechtigkeit

      In einem Rechtstaat kann Unrecht nicht mit Unrecht vergolten werden. Er hat eine Strafe verdient. Sein Eigentum wurde aber willkürlich zu Spottpreisen liquidiert. Er schuldet dem Steuerzahler zu unrecht bezogene DZ. Die Käufer haben ca. 100'000 zuwenig bezahlt, damit wäre ein Teil der Schuld bezahlt worden.

    • knutti am 18.08.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      sack Zement

      ok, das stimmt, man hat seine Pfede für einen Spottpreis verkauft. Aber viele zeigen wirklich mitleid mit dem armen mann, was mit den Tieren war ist eher nebensächlich. Enteignet wurde er auch nicht, man hat ihm die geschundenen Tiere genommen (es ist ein Lebewesen nicht ein Auto). Er hat nicht berechtigte subventionen erhalten. Was mich aber nervt sind die Behörden die nie was unternommen haben, jahrelang nur zugeschaut haben!

    • David S am 18.08.2017 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      @sack Zement

      1.) Wurde das Eigentum nicht willkürlich liquidiert, sondern man ging nach dem aktuellen Gesetz vor! Das könnten Sie auch im Tierschutzgesetz Art.24 nachlesen. 2.) Bisher fehlen mir irgendwelche Beweise für diese "Spottpreise". Woher nehmen Sie das? 3.) Ist eine schnelle Veräusserung eher von Vorteil für den Bauern, da er nämlich zu 100% für die Unterbringungskosten aufkommt. Da ist dann schnell mal auch der Rest des Hofes weg, weil er die Tiere vermutlich nie mehr selber halten darf.

    • Xaver Perte am 18.08.2017 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Mitleid

      Nein ich habe kein Mitleid mit Herrn K., ganz im Gegenteil. Aber es geht darum, dass auch in solchen Fällen die Rechsstaatlichkeit gewährleistet wird. Und hier hat das Veterinäramt einmal mehr mit Inkompetenz und Willkür geglänzt.

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  • Markus am 18.08.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei stinkt!

    So viele "Tierfreunde" hier? Interessant:-) Ich hoffe ihr esst keine Eier und/oder Fleisch, trinkt keine Milch, esst kein Joghurt, benutzt kein echtes Leder, keine Daunenkissen... denn das alles kann man nur, wenn Tiere dafür leiden und sogar ihr Leben hergeben müssen! Wer rettet all diese Tiere?! Oder sind diese Pferde hier etwa die "Auserwählten"?! Heuchelei hat noch nie jemandem Ehre gemacht und/oder gebracht.

    • Sarkmus am 18.08.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Und nun? Rechtfertigt das jetzt in irgend einer Weise die Schlechte Tierhaltung auf diesem Hof?

    • Markus am 18.08.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Sarkmus

      Mal überlegen: Schlechte Tierhaltung vs Tierermordung, hhmmm?! Jop, ersteres ist viel, viel schlimmer:-)

    • lilly am 18.08.2017 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      an markus

      Sie haben recht, aber das eine rechtfertigt das andere nicht! Ich finde es auch schlimm, dass seine schweine in die mast weitergingen und seine kühe geschlachtet wurden. Ich habe irgendwie immer gehofft, diese Tiere kommen auf Gnadenhöfe.

    • lilly am 18.08.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      an markus

      Für mich ist beides gleich schlimm...ein Leben wo ein Tier misshandelt wird und das töten! beides sollte es nicht geben

    • Vegetarian am 18.08.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Ich denke, man sollte ein wenig differenzieren. Milch, Joghurt, Eier, aus zertifizierter CH-Bio Haltung, ist denke ich mal, nicht Tierquälerei. Klar, auch da gibt es noch Verbesserungspotential, aber ist man wirklich ein Heuchler deswegen? Leder ist ein Nebenprodukt der Schlachtungen. Wenn man als Tierfreund ein Portmonnaie und ein Paar Schuhe aus Leder hat, welches sowieso in rauhen Mengen bei einer Milliarde Rindern (sic) weltweit "anfällt", dann denke ich nicht, dass man ein Heuchler ist.

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