Schweizer Zoll

07. Februar 2012 12:46; Akt: 07.02.2012 15:23 Print

Einkaufstouristen sorgen für viel ArbeitEinkaufstouristen sorgen für viel Arbeit

Der Einkaufstourismus wegen des starken Frankens hält den Schweizer Zoll auf Trab: 2011 wurden mit knapp 40 Millionen Franken im Reiseverkehr 39 Prozent mehr Zölle eingenommen als 2010.

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Unter dem Strich fallen die zusätzlichen Zolleinnahmen aber kaum ins Gewicht: Die Handelsbilanz wurde noch exportlastiger. Exporte von 197,6 Mrd. Fr. bedeuten gegenüber 2010 ein Plus von 2,1 Prozent - und einen neuen Rekordüberschuss in der Handelsbilanz von 23,9 Mrd. Franken (+22,6%). Die Importe blieben nämlich mit 173,7 Mrd. Fr. (-0,2%) fast stabil, wie Medienunterlagen des Schweizer Zolls und der Grenzwache vom Dienstag zu entnehmen war.

Die Eidgenössische Zollverwaltung schöpfte 2011 insgesamt 23,5 Mrd. Fr. (+2,0%) ab. Knapp die Hälfte entfiel mit 11,8 Mrd. Fr. ( 7,1%) auf die Mehrwertsteuer, weitere 5 Mrd. (-2,2%) auf Mineralöl- , 2,2 Mrd. (-6,3%) auf Tabaksteuern, 1,6 Mrd. auf Schwerverkehrsabgaben ( 4,4%). Einfuhrzölle summierten sich zu 1,05 Mrd. Fr. (-3,1%).

Viel Aufwand mit Einkaufstouristen

Diese Gesamtbilanz relativiert die 39,8 Mio. Fr. Einnahmen aus dem Einkaufstourismus, den Verzollungen beim eigenhändigen Import im Reiseverkehr. Einkaufsfreudige Reisende liessen die Zahl der Zollanmeldungen um 28 Prozent auf 515 589 Zettel anschwellen. Nicht alle Reisenden deklarieren korrekt: Schmuggler wurden 19 758 (+36%) erwischt.

Mehr ins Gewicht als Zollbeschiss beim Einkaufstourismus fallen gewerbsmässige Schmuggeleien. 5800 (+ 7,4%) solcher Fälle über 200 Kilo Waren wurden abgeschlossen. Die Schmuggler hätten damit 13 Millionen Franken Abgaben hinterzogen, wären sie nicht geschnappt worden. Lebensmittelschmuggel wird dabei auf 970 Tonnen (+17,4%) beziffert.

Neben den Abgaben geht es bei der Schmuggel-Bekämpfung auch um den Gesundheitsschutz, werden doch zum Beispiel Lebensmittel oft auf ungeeignete Weise über die grüne Grenze transportiert, etwa Fleisch ungekühlt im Kofferraum. Der Zöllner und Grenzwächter fördern auch immer wieder Drogen, Waffen und gefälschte Markenprodukte zutage.

Mehr Flüchtlinge

Beim Drogenschmuggel gab es unterschiedliche Tendenzen: Haschisch und Marihuana wurden mit 410 Kilo ein Mehrfaches der Vorjahresmenge sichergestellt, GBL (»KO-Tropfen») mit 208 Liter ebenfalls. Weniger gefunden wurden Heroin (20 kg), Kokain (132 kg) und Psychodrogen (6716 kg) wie LSD - Streckmittel (243 kg) aber fast das Zehnfache.

Die Flüchtlingswelle schwappte auch höher an der Grenze, vor allem im Tessin: Die Grenzwache registrierte mit 3000 Asylsuchenden über das Doppelte (+135%) der Vorjahreszahl. Diese Leute wurden den Empfangszentren zugewiesen, während 2363 (-19%) andere Personen sofort wieder ausländischen Behörden übergeben wurden.

Rechtswidrigen Aufenthalt stellten Grenzwächter ferner in 5614 Fällen fest, was ein Plus von 29 Prozent bedeutet. Die Zahl der Schlepper-Verdachtsfälle stieg um 15 Prozent auf 114. Und im Schengener Informationssystem ausgeschriebene Personen wurden im letzten Jahr 3094 ( 19%) angehalten.

Grenzwächter haben im Übrigen 2011 erstmals an Einsätzen der EU- Grenzschutzagentur «Frontex» teilgenommen. Bei 24 Entsendungen wurden 803 Einsatztage in zehn europäischen Ländern geleistet. Schweizer Grenzwächter waren dabei vor allem als Dokumenten-, Fahrzeug und Debriefing-Spezialisten gefragt, wie es hiess.

Oberzolldirektor Rudolf Dietrich zum Kampf gegen den Schmuggel von KO-Tropfen:
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(Video:Keystone)

(sda)

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  • bibi am 08.02.2012 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schön

    Dank den rauchern 2,2 Mrd mehr im Bundeskässeli !!

    • Rodolfo G. am 10.02.2012 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      Schikane, Diskriminierung

      Ist doch gerne geschehen! Wenn wir Raucher nur nicht so schikaniert, pardon: diskriminiert würden!

    einklappen einklappen
  • Sparbewusster CH-Konsument am 07.02.2012 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Spare im Ausland

    Würden in der CH die Preise auf ein konsumentenfreundliches Niveau gesenkt, würde nicht so viel im Ausland eingekauft. Diese Leute machen das einzig Richtige und geben ihr sauer verdientes Geld sehr überlegt aus. Ich jedenfalls werde weiterhin im Ausland von den günstigen Preisen profitieren und nicht in der CH die völlig überteuerten Artikel kaufen. Lebensmittel, Elektronika etc ist im Ausland viel Billiger als bei uns und die Qualität ist gleich oder sogar besser.

  • silvio am 07.02.2012 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1,6 Mrd

    Ist doch toll wie die allseits verhassten Raucher ,doch noch schön geld nach Bern spühlen !!!