Sozialhilfe gegen Sex

21. März 2014 17:37; Akt: 22.03.2014 09:05 Print

Ist das Opfer eine Erpresserin?

Der Sozialamt-Mitarbeiter, der einer Frau gegen Sex Sozialhilfe versprochen haben soll, ist in Haft. Festgenommen wurde auch sein angebliches Opfer – und dessen Lebenspartner.

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Sie warf einem Sozialamt-Mitarbeiter vor, sie zu Sex gezwungen zu haben – und sitzt nun selber hinter Gittern: Melanie S. (Bild: Screenshot Tele M1)

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Sozialhilfebezügerin Melanie S.* (43) aus Aarburg AG hatte mehrmals Sex mit Gemeindemitarbeiter M. F.* *(51). Sie sagt, dies sei gegen ihren Willen geschehen – F. habe ihr gesagt, wenn sie mit ihm schlafe, werde sie nie Probleme haben, Sozialhilfegelder zu erhalten. F. dagegen bestreitet dies – der Sex sei einvernehmlich gewesen.

Mittlerweile sitzen sowohl M. F. als auch Melanie S. hinter Gittern. Am Mittwoch wurden beide verhaftet. Elisabeth Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, bestätigt einen entsprechenden Bericht des «Zofinger Tagblatts». Noch eine dritte Person wurde festgenommen: Es handelt sich um den 53-jährigen Lebenspartner von Melanie S. Für alle drei hat die Staatsanwaltschaft am Freitag Antrag auf Untersuchungshaft gestellt, das Zwangsmassnahmengericht wird am Wochenende über die Anträge entscheiden.

30'000 Franken Schweigegeld?

M. F. werfe der Frau und ihrem Partner vor, ihn erpresst zu haben, sagt Strebel: «Gemäss seinen Aussagen haben sie von ihm 30'000 Franken dafür verlangt, dass sie nicht an die Öffentlichkeit gehen.» F. habe aber nicht gezahlt. Melanie S. und ihr Partner räumten laut Strebel in den Befragungen ein, dass die Summe von 30'000 Franken «im Spiel gewesen» sei. Strebel: «Sie bestreiten aber, dass es sich um einen Erpressungsversuch handelte.»

F. wurde von der Gemeinde freigestellt, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren.

*Name geändert
**Name der Redaktion bekannt.

(lüs)