Prämien 2018

26. September 2017 11:23; Akt: 26.09.2017 11:48 Print

Gesundheitskosten pro Person sind gestiegen

Zwei Tage vor Veröffentlichung der neuen Krankenkassenprämien teilt Santésuisse die Gesundheitskosten 2016 mit. Der Anstieg von 3,8 Prozent entspricht der langjährigen Entwicklung.

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Kostenwachstum: Die stärkste Zunahme verzeichnet santésuisse bei ambulanten Spitalbehandlungen (plus 8 Prozent).

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2016 sind die Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung pro versicherte Person um 3,8 Prozent gestiegen. Diese Zahl veröffentlichte der Krankenversicherer-Verband santésuisse heute, zwei Tage vor Bekanntgabe der Krankenkassenprämien 2018.

Die Gesundheitskosten 2016 zulasten der Krankenversicherung prägen die Krankenkassenprämien 2018. Der Anstieg von 3,8 Prozent entspreche der langjährigen Entwicklung, die jeweils in einem Streubereich zwischen drei und fünf Prozent liege, teilte santésuisse mit. Die Zunahme der Kosten in den einzelnen Kostenblöcken fällt laut dem Verband allerdings unterschiedlich aus.

Stärkste Zunahme bei ambulanten Spitalbehandlungen

Die stärkste Kostenzunahme in den grösseren Bereichen wurde 2016 mit 8,0 Prozent pro versicherte Person bei den ambulanten Spitalbehandlungen verzeichnet. Die Kosten der von den Ärzten mit eigener Praxis erbrachten ambulanten Behandlungen stiegen um 3,5 Prozent pro versicherte Person. Die Kosten im ambulanten Bereich werden vollumfänglich von den Prämienzahlern getragen.

Die Kosten für stationäre Spitalaufenthalte gingen um 1,4 Prozent pro Person zurück. Die für die Prämienzahler dämpfende Entwicklung könne darauf zurückgeführt werden, dass die Kantone ihren Finanzierungsanteil bis Anfang 2017 auf 55 Prozent erhöhen mussten, schreibt santésuisse.

Bei den von den Apotheken und Ärzten mit eigener Praxis abgegebenen Medikamenten nahmen die Kosten um 4,6 Prozent pro Person zu. Mitentscheidend dabei war, dass das Bundesamt für Gesundheit aufgrund eines Bundesgerichtsentscheides 2015 und 2016 keine Preisüberprüfungen und damit auch keine Preissenkungen vorgenommen hatte. Ausserdem würden laufend ältere Medikamente durch teurere neue Medikamente ersetzt, meint santésuisse.

Einen überdurchschnittlich starken Kostenanstieg verzeichneten die im Verband santésuisse zusammengeschlossenen Krankenversicherer in den drei kleineren Kostenblöcken Physiotherapie (plus 10,2 Prozent), Spitex (plus 8,4 Prozent) und Labor (plus 6,3 Prozent). Ihre Bedeutung für das gesamte Kostenwachstum nimmt laut santésuisse zu, da diese Bereiche 2,6 Milliarden der gesamten Kosten von 31,7 Milliarden Franken ausmachen.

Kosten werden weiter steigen

Santésuisse rechnet auch künftig nicht mit sinkenden Gesundheitskosten. Demgegenüber erhofft sich der Bundesrat vom Anfang 2018 geltenden Arzttarifeingriff Tarmed bei den ambulanten Arzt- und Spitalbehandlungen Einsparungen von 470 Millionen Franken oder rund 1,5 Prämienprozente pro versicherte Person. Die Ärzte und Spitäler würden die Tarifkürzungen mit Mengenausweitungen über andere Abrechnungspositionen auch dieses Mal kompensieren, glaubt santésuisse.

(kfi/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Netherblade am 26.09.2017 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss etwas passieren!

    Es kann nicht sein das die Prämien Jahr zu Jahr steigen. Mein Lohn steigt auch nicht von Jahr zu Jahr! Alles wird teurer. Der Bundesrat muss etwas dagegen unternehmen! Lieber mal das eigene Volk unterstützen, nicht die Gelder im Ausland verpulvern.

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  • Lia am 26.09.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Wer wegen Husten, Schnupfen etc. in den Notfall statt zur Apotheke rennt, müsste die Behandlumg selbst berappen.

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  • Anton am 26.09.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    erschreckend

    Musste vor Wochen nach langer Zeit zum Arzt. Als ich das Wartezimmer betrat meinte ich, irgendwo in der Fremde zu sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina w. am 28.09.2017 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Krankenkasse mehr..

    Wen es so weiter geht haben bald viele keine Krankenkasse mehr weil sie es sich nicht leisten können. Es kann nicht sein das diese immer teuer wird und der Lohn gleich bleibt. Wer entscheidet eig.ob die Krankenkassse steigt und wieviel?Die Reichen?

  • J.h am 27.09.2017 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ran herr berset

    Wenn herr berset so sich ins zeug legen würde wie bei der reform 2020 wären die prämien nächstes jahr fast halbiert

  • Thomas Huber am 27.09.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitexkosten

    Physiotherapie und Spitex werden im Artikel als Kostentreiber hingestellt. Dies ist eine groteske Verkehrung der Realität: Gerade im Fall der Spitex ist ist ein starker Zuwachs eine eigentliche Erfolgsmeldung, da hierdurch bekanntlich Kosten in grösserer Höhe eingespart werden (sprich Kosten für Aufenthalte in Spital und Pflegeheim)

  • Thomas Huber am 27.09.2017 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamentenkosten

    Bei den Medikamentenkosten ("nur" plus 4.6%) ist der Autor des Artikels einem Statistiktrick von Interpharma (PR-Organ der Pharmaindustrie) aufgesessen: die wirklich teuren Medikamente werden bekanntlich nicht von Apotheken und Aerzten mit eigener Praxis umgesetzt, sondern von Spitälern und ambulanten Zentren. Die Kostensteigerung z. B. durch immer teurere Krebsmittel findet nämlich hier statt. Sie verschwindet in der grossen Masse der Leistungen "Spital und spitalambulant" und wird in der genannten Publikation von Interpharma nicht separat ausgewiesen

  • Wollte auch mal motzen am 27.09.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Alles wird teurer

    Sind wir doch mal erlich das sind nicht die kosten für die Kranken die steigen sondern die Löhne von den Versicherungen und Verwaltungsräten. Viele die wirklich zum Arzt müssten gehen nicht weil sie es sich nicht leisten können dadurch kann etwas einfaches noch teurer werden. Aber wir stehen ja auf fässer ohne boden siehe AHV.