«Arena/Reporter»

11. Juni 2017 20:08; Akt: 12.06.2017 07:22 Print

«Christa Rigozzi wurde immer nervöser»

von B. Zanni - Wie hat sich Christa Rigozzi als Polit-Moderatorin geschlagen? Kommunikationsberater Marcus Knill hat genau hingeschaut.

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Viele Augen im Fernsehpublikum waren auf eine Moderatorin gerichtet: Christa Rigozzi. Am Sonntagabend gab die Ex-Miss-Schweiz in der neuen SRF-Sendung «Arena/Reporter» live (siehe Box) ihr Debüt als Polit-Moderatorin. «Ich vertrete heute Abend Ihre Stimme», begrüsste sie in grünem Jackett das Publikum. Und garantierte: «Ich werde dafür schauen, dass Sie, liebes Publikum, heute Abend Antworten bekommen.» In ebenso italienisch gefärbtem Hochdeutsch stellte sie den geladenen Gästen einige Fragen. Autorin Julia Onken liess sich gleich anstecken. «Jetzt rede ich schon Hochdeutsch aufgrund von Ihrer Ansage», korrigierte sich Onken nach ihrer Antwort.

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Premiere für die Ex-Schönheitskönigin: Christa Rigozzi bei «Arena/Reporter». Video: Tamedia/SRF

Im Vorfeld war das Engagement der ehemaligen Schönheitskönigin kontrovers diskutiert worden. Kommunikationsberater Marcus Knill beurteilt, wie sich die Tessinerin mit Studienabschluss in Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Seite von Jonas Projer geschlagen hat:

Dossierfestigkeit: Rigozzi ist gut vorbereitet und bringt über die Publikumsbeiträge wichtige Aspekte der Kesb- Problematik in die Diskussion ein. Die Fragestellungen sind klar und gut strukturiert.

Erscheinungsbild: Eine wache Persönlichkeit, die das Lampenfieber, das bei jedem wichtigen Auftritt vermehrt vorhanden ist, sofort als positive Ausdruckskraft umsetzt. Der einmalige Medienwirbel im Vorfeld der Sendung ist zweifelsfrei belastend.

Kapitalfehler: Sie nahm die Rolle der Mutter ein, indem sie jemanden fragte, was man mit dem Kind hätte machen sollen. Das ist ein Kapitalfehler. Als Moderatorin darf man niemals persönlich Stellung nehmen.

Ausstrahlung: Von Anfang an gewinnt die Moderatorin dank ihrer ungekünstelten Ausstrahlung. Christa Rigozzi hat einen natürlichen Charme. Beim konzentrierten Zuhören hat sie aber verschiedentlich die Augen zusammengekniffen. Bei den Nahaufnahmen fiel dies übermässig auf.

Gesprächsführung: Es wurde zu viel durcheinander gesprochen. Leider hat auch Rigozzi zu oft dreingeredet.

Nervosität: Beim Start der Sendung war Frau Rigozzi weniger locker als bei anderen Auftritten. Im Laufe der Sendung wurde sie immer schlechter und immer nervöser. Sie fingerte am Stift herum. Frau Rigozzi schien durch dieses Durcheinander im Gespräch und ihre gleichzeitige Arbeit in den sozialen Medien zusehends überfordert.

Publikumsnähe: Die Zuschauer fühlten sich angesprochen. Sie hörte gut zu und wurde ihrer Rolle, den Kontakt zum Publikum herzustellen, gerecht. Rigozzi erkannte, was dem Publikum unter den Nägeln brennt und verstand es gut, diese Aspekte geschickt einzubringen.

Panne: Als Frau Rigozzi eine Dame am Telefon schlecht verstand, reagierte sie ungehalten. Plötzlich ging es darum, dass jemand jemandem nicht richtig zuhöre.

Sprache: «Am Anfang hat die Standardsprache Rigozzis Julia Onken irritiert. Sie fragte, ob sie ‹hochdeutsch› weiterfahren solle, sprach dann Mundart, fiel aber immer wieder in die ‹Standardsprache› zurück. Wenn ein deutscher Gesprächspartner ‹hochdeutsch› spricht, irritiert dies weniger. Aber wenn eine leitende Moderatorin Standardsprache spricht, erschwert dies die Sprachregelung, weil sich die Gesprächsteilnehmer immer wieder der Moderatorin anpassen. Weshalb nicht das ganze Gespräch in Standardsprache führen?

Fazit: Christa Rigozzi hat mit diesem Auftritt die Lügen jener Kritiker gestraft, die generell eine blonde Miss Schweiz als ‹dumm› etikettieren wollten»: Als Co-Moderatorin ist sie mit ihrer natürlichen, kompetenten, souveränen, sympathischen aber auch bescheidenen Art eine gute, ideale Ergänzung zum eher strengen Dompteur Jonas Projer.

Kontroverse

Naserümpfend hatten im Vorfeld einige Schweizer das Engagement von Christa Rigozzi in «Arena/Reporter» zur Kenntnis genommen. Eine Ex-Miss-Schweiz habe in einer Politsendung nichts verloren, lauteten einige Kommentare. Sogar aus SRF-internen Kreisen waren giftige Worte nach aussen gelangt: von «billigem Zuschauerfang mit kurzem Röckli» war die Rede gewesen.

Es folgten Plädoyers von Co-Moderator Jonas Projer: «Christa Rigozzi ist mehr als eine Glamour-Frau.» Auch Rigozzi selbst hatte ihren Einsatz beharrlich verteidigt. Ihre Engagements kriege sie nicht aufgrund ihrer Schönheit, hatte sie in der SonntagsZeitung gesagt. «Sondern aufgrund meiner Fähigkeiten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • w87 am 12.06.2017 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hnr

    "dreingeredet"? also solange journis solche wörter benutzen, kann auch rigozzi politisieren... Zudem: als ob sich eine Miss nicht weiterbilden kann etc? bei Projer fragt auch keiner nach seiner Ausbildung, oder? und nein, die Gäste sollen sicher kein Hochdeutsch sprechen! Rigozzi versteht Mundart und ist doch toll, dass das Tessin auch mal bei uns präsenter ist!!

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  • Erika am 12.06.2017 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dreinreden

    Mich störte an dieser Sendung das ständige gegenseitige unterbrechen. Vor allem Herr Fassbind tat dies in penetranter Art. Wenn er sich mit seinen Klienten auf diese weise unterhält, dann gute Nacht.

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  • Silvia D am 12.06.2017 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    Warum fehlt bei der Umfrage : Ich hatte besseres vor, als diese Sendung anzusehen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gott vergibt, Django nie am 12.06.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut

    Ich denke eine Moderatorin wie Maureen Bajo oder Schönenberger würden das besser machen.

  • eros am 12.06.2017 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20 jahre zu späht 

    vor 20 jahren hat das srf die hunziker verpasst. vai crista...wünsche dir eine karriere im italienischen tv.

  • W.R. am 12.06.2017 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ueberfüssig

    Ich werde diese und weitere Sendungen mit Projer nicht schauen

  • Michèle am 12.06.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durcheinander

    Frau Rigozzi war nicht schlecht aber auch nicht gut. In Anbetracht der vielen Vorurteile hat sie es eigentlich gut gemeistert. Ihr Dialekt ist für mich ein Stolperstein.... Hr Projer ist mir zu lehrerhaft, alle reden durcheinander, da ist ZDF und ARD viel kompetenter! a

  • Seisdrumm am 12.06.2017 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz auf den Punkt

    Zwei Vereine in einer Sendung die in gegebener Form längst verschwunden sein müssten: KESB und BILLAG-Gebühr.