SRG-Umfrage

11. September 2013 17:01; Akt: 12.09.2013 04:06 Print

Schweizer wollen Wehrpflicht beibehalten

Die zweite SRF-Trendumfrage zeigts: Nur noch jeder Dritte möchte die Wehrpflicht abschaffen. Offen bleiben die Liberalisierung der Öffnungszeiten und das Epidemiengesetz.

Die Abschaffung der Wehrpflicht kommt beim Schweizer-Volk anscheinend nicht gut an. Gemäss einer SRF-Trendumfrage würden im Moment nur noch ein Drittel «Ja» stimmen zur Abschaffung am 22. September.

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Knapp eine Woche vor dem Urnengang hat die GSoA-Initiative zur Aufhebung der Wehrpflicht weiter an Zuspruch verloren: Nur jeder Dritte will der Vorlage zustimmen. Unverändert offen ist gemäss der zweiten SRF-Trendumfrage der Ausgang um der Abstimmung über die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops.

Wäre letzte Woche abgestimmt worden, hätten 48 Prozent der Änderung des Arbeitsgesetzes zugestimmt und 45 Prozent sich dagegen ausgesprochen. Das Zünglein an der Waage dürften die 7 Prozent Unentschlossenen spielen.

Im Vergleich zur ersten Befragung vor einem Monat hat das Ja-Lager zwar um 2 Prozent zugelegt und die Gegner zwei Prozent verloren. Diese Veränderungen sind jedoch wenig aussagekräftig, da sie im statistischen Fehlerbereich liegen (+/- 2,7 Prozent).

Gemäss den Wissenschaftlern des Forschungsinstituts gfs.bern, welches die Umfrage im Auftrag der SRG durchgeführt hat, ist die Meinungsbildung weit fortgeschritten. Trotzdem verlaufen die Fronten nicht klar nach Parteibindungen.

Liberalisierung spaltet bürgerliche Parteien

Eindeutig sind die Mehrheitsverhältnisse nur bei der Basis von SP und Grünen, welche die Vorlage mit 57 und 55 Prozent ablehnen, und bei der FDP, die mit 67 Prozent Ja sagt. Bei den übrigen bürgerlichen Parteien halten sich die beiden Lager unverändert die Waage.

Offensichtlich ist die Diskrepanz zwischen Stadt und Land, wie schon die Trendumfrage vor einem Monat zeigt. Während Stimmberechtigte in urbanen Gebieten die Liberalisierung mehrheitlich begrüssen, stehen ländliche Gegenden der Vorlage skeptisch gegenüber. Daneben zeigt sich auch ein Röstigraben: So hätte vergangene Woche die Deutschschweiz der Vorlage zugestimmt und die Romandie hätte Nein gesagt.

GSoA-Initiative chancenlos

Weiter an Boden verloren hat die Initiative zur Aufhebung der Wehrpflicht. Im Vergleich zum Vormonat, als noch 35 Prozent der Befragten das Volksbegehren der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) befürworteten, waren es vergangene Woche noch 31 Prozent. 63 Prozent lehnen sie ab und 6 Prozent haben noch keinen Entschluss gefasst.

Nach wie vor Sympathien geniesst die Initiative bei den Stimmberechtigten unter 40 Jahren, obwohl der Ja-Anteil auch in dieser Altersgruppe unter 50 Prozent gesunken ist. Parteipolitisch verläuft die Trennlinie nach klassischem Links-rechts-Schema.

Epidemiengesetz auf Kurs

Keine Verschiebungen haben sich bei der dritten Vorlage ergeben: Die Befürworter des neuen Epidemiengesetzes liegen mit 49 Prozent Ja- gegenüber 39 Prozent Nein-Stimmen unverändert vorne. Die vergleichsweise hohe Zahl von Unentschlossenen (12 Prozent) deutet darauf hin, dass die Meinungsbildung bei dieser Vorlage noch wenig fortgeschritten ist.

Neu positioniert hat sich die SVP-Basis: Während sie vor einem Monat noch mit 58 Prozent zustimmen wollte, sprechen sich neu 51 Prozent gegen die Vorlage aus. Dieser Wandel ist sicherlich auch das Resultat der kürzlich beschlossenen Nein-Parole der Mutterpartei.

Generell ergab die Befragung, dass Stimmberechtigte mit Vertrauen in die Behörden die Vorlage eher gutheissen als jene mit Misstrauen. Gegner gaben auch an, dass das neue Gesetz zu einem faktischen Impfzwang führe, von dem vor allem die Pharma-Industrie profitiere.

Vorlagen stossen auf mässiges Interesse

Die Abstimmungsbeteiligung dürfte gemäss der Trendumfrage im langjährigen Durchschnitt von 44 Prozent liegen. Zum jetzigen Zeitpunkt wollen 45 Prozent der Befragten bestimmt am Urnengang teilnehmen.

Die Umfrage basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1406 stimmberechtigten Personen in allen Landesteilen. Sie wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 30. August und dem 7. September durchgeführt.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean Perr am 12.09.2013 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    GOTT SEI DANK

    Es gibt also doch noch Schweizer die Ihr Land schützen wollen.

  • Rafael Bolt am 11.09.2013 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Für ein professionnelle Schweizer Armee und eine u

    Für ein professionnelle Schweizer Armee und eine umfassende Friedenspolitik Im September 2009 sagte Ueli Maurer im Fernsehen selbst noch : Die Armee ist ein wirrer Haufen ! Soldaten die auf eigene Faust in der Natur herumdüsen, ob motorisiert oder nicht. Soldaten die Ihre Verpflegung selber kaufen müssen. Man beklagt sich über Jugendgewalt und lernt die jungen Soldaten das Töten. Es werden Offiziere und Soldaten aufgeboten, die man am ersten Tag wieder nach Hause schickt, weil die Planung falsch war ! Der Kompagnie-Koch ist im Gefängnis, man geht ins Restaurant.

  • Manuel Reimann am 11.09.2013 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Der war gut

    @Rolf Wittwer, und sie denken tatsächlich unsere Armee hätte in einem Kriegsfall nur den Hauch einer Chance? Wir sind ein völliger Witz im Vergleich zu den Atommächten Amerika, Russland, Frankreich und so weiter...

  • l.fischer am 11.09.2013 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir waren durchdiener

    hab mich lange damit beschäftigt und bin nun zum entschluss gekommen, dass, solange ich mein "grünzeugs" noch im keller habe, gegen die abschaffung stimmen werde. ich konnte mich nicht entscheiden, habe meinen dienst geleistet, spass hats nicht gemacht, aber die "neuen" sollen das ruhig auch mitmachen... muahahaha... :D

  • Sedi am 11.09.2013 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wehrpflicht abschaffen? NEIN

    Als 15 Jähriger weiss ich das das Militär jeder jungen Person guttun würde. Ich würde mich selbst zu den anständigen Jugendlichen zuordnen aber ich erlebe jeden Tag wie undiszipliniert und frech unsere Generation auch sein kann. Ein paar Wochen Sport und Diziplin würde JEDEM wirklich guttun. Und ehrlich gesagt glaube ich das diejenigen welche gegen die Wehrpflicht sind einfach nur Angst vor Körperarbeit haben.

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