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24. Juli 2012 13:51; Akt: 24.07.2012 13:51 Print

Armee vermisst noch hunderte Dienstwaffen

Disziplin und Ordnung ist anders: Die Armee hat zwar 31 verschollene Dienstwaffen wieder aufgespürt - hunderte Waffen bleiben aber verschwunden. 10 000 Dienstbüchlein wurden noch gar nicht geprüft.

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Im April wurde bekannt, dass die Armee bei mehreren ehemaligen Armeeangehörigen keine Klarheit über den Verbleib der Dienstwaffe hat. Armeechef André Blattmann verkündete damals: «Im Interesse aller möchten wir im Bereich der Armeewaffen für Ordnung sorgen.»

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Heute - rund drei Monate später - kann von Ordnung in der Armee noch keine Rede sein. Zwar hat der Einzug von 17 000 Dienstbüchlein ergeben, dass 31 Ex-Soldaten ihre Armeewaffe immer noch zuhause lagern.

In 10 000 weiteren Fällen konnte die Armee aber noch keine Prüfung vornehmen. Armeesprecher Walter Frik bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung».

Nicht auf Schreiben der Armee reagiert

7500 ordentlich aus dem Dienst entlassene Armeeangehörige hätten nicht auf den ersten Brief reagiert. In 2500 weiteren Fällen hat die Armee zudem keine Kenntnis über die aktuelle Wohnadresse. Vier eigens beigezogene Personen seien derzeit daran, die Adressen ausfindig zu machen, sagte Frik.

18 ehemalige Armeeangehörige haben zwar nicht ihre Armeewaffe, dafür aber ihre gesamte Armeeausrüstung zuhause gelagert, so die Zwischenbilanz der Dossier-Überprüfung. 11 der 31 Ex-Soldaten mit Waffe hätten diese inzwischen retourniert, sagte Frik.

Überprüfung nach Todesfall

Nachdem im Sommer 2011 ein Berner Polizist bei einer Zwangsräumung mit einer Armeewaffen erschossen worden war, hatte Armeechef André Blattmann die Überprüfung von mehr als 300 000 Dossiers über entlassene Armeeangehörige sowie Leihwaffenbesitzer angeordnet.

In 27 000 Fällen stiess die Armee auf unvollständige Datensätze. Der Einzug der jeweiligen Dienstbüchlein, in denen über die Ausrüstung Buch geführt wird, sollte Klarheit schaffen.

Die Armeeführung sah sich im Zusammenhang mit den unvollständigen Daten mit Medienberichten konfrontiert, wonach sie die Kontrolle über tausende von Waffen verloren habe. Armeechef Blattmann bezeichnete die Berichte als «unredlich».

Die Armee hat derzeit inklusive der neu aufgefundenen Waffen Kenntnis von 336 Armeewaffen, die eigentlich ins Zeughaus gehörten. Im Mai waren es noch 733 und im Juni 537 Waffen gewesen. Laut Armeesprecher Frik ein Indiz dafür, dass «mit Hochdruck gearbeitet wird».

(jbu/sda)

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