Hilfe im Ernstfall

21. März 2013 19:32; Akt: 22.03.2013 09:13 Print

«Ich habe keine Ahnung, was ich da mache»

von D. Sutter - Nur knapp jeder zehnte Schweizer weiss, was bei Erster Hilfe zu tun ist. 20 Minuten wollte wissen, wie schlecht es tatsächlich um die Kenntnisse steht – und machte die Probe aufs Exempel.

An einer speziellen Puppe zeigten Passanten, wie sie Erste Hilfe leisten würden. (Video: Debby Galka und Marco Bauer)
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Wer bei BLS lediglich an die «Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn» denkt, ist punkto Erste Hilfe nicht auf dem neusten Stand. Sowieso steht es um das Wissen rund um Mund-zu-Mund-Beatmung oder Herz-Massage der Schweizer miserabel: Nicht einmal jeder Zehnte könnte im Ernstfall eine Herz-Lunge-Wiederbelebung korrekt durchführen.

20 Minuten wollte es genauer wissen und testete zusammen mit Experten des Samaritervereins die Erste-Hilfe-Skills von Passanten. Die 21-jährige Michèle aus Wil schritt beherzt zur Tat, um unseren Dummy «Little Anne» nach einem Erstickungsanfall wiederzubeleben. «Ich habe eigentlich keine Ahnung, was ich da mache», sagt die Grafikerin und drückt zögerlich an der Puppe herum. Der Samariter Björn Kuratli greift ein. «Erst einmal müssen Sie der Puppe den Pullover ausziehen, sonst sehen Sie nicht, was sie tun. Und dann pressen sie richtig fest mit beiden Händen aufs Brustbein - nur so wird das Herz mit Sauerstoff versorgt.» Korrekt seien 30 Thoraxkompressionen gefolgt von zwei Beatmungsstössen. «Dabei muss man darauf achten, dass man entweder den Mund zuhält und durch die Nase Luft gibt, oder umgekehrt – sonst gelangt die Luft gar nicht in die Lungen», so Kuratli.

«Alles ist besser, als nichts zu tun»

Zivodar Krunic (77) aus Dietikon ist mit seiner Frau auf Shoppingtour.«Wenn sie jetzt zusammenbrechen würde, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, was tun.» Krunic wagt sich dennoch an «Little Anne» – obwohl er noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht habe. «Dafür macht er das gar nicht so schlecht», lautet Kuratlis Urteil. Auf die Frage, ob Krunic mit seiner Behandlung das Leben seiner Frau im Ernstfall hätte retten können, meint Kuratli: «Alles ist besser, als nichts zu tun.» Doris Keller (40) übt derweil mit ihrer 15-jährigen Tochter Jessica die Bewusstlosenlagerung. «Obwohl ich Krankenschwester gelernt hatte, weiss ich vieles nicht mehr – das ist mir schon etwas peinlich.» Sie habe damals noch das so genannte GABI gelernt.

GABI und ABC veraltet – neu heisst es BLS

Der Samariter Kuratli klärt auf: «Heute lehren wir das BLS-System. Das steht für Basic Life Support, ausserdem bringen wir den Leuten in unseren Kursen auch bei, wie man einen Defibrillator bedient.» Basic Life Support stehe für die sofortige Wiederbelebung, also die Herzmassage mit 30 Stössen sowie das zweimalige Luftgeben.

Samariter Björn Kuratli erklärt im Video, wie die Bewusstlosenlage richtig gemacht wird:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rafi am 22.03.2013 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    GABI-ABC-BLS-LOL-KA

    BLS steht für Basic Life Support. Man könnte auch sagen das Basic Life Support schlicht Neuenglisch für Erste Hilfe steht. Viele Leute können sich damit aber nicht merken was zu tun ist. Gabi war eine Eselsleiter die viele Generationen gelernt haben und auch nach Jahrzenten korrekt wiedergeben werden kann. Hinzu kommt, nach Jahrzenten "Gabi", dass es in den letzten Jahren immer mal wieder Änderungen gab. Dies ist für Sanitäter, etc. durchaus nötiges Alltagswissen, aber beim Grossteil der Bevölkerung muss es einen Merksatz geben, der über lange Zeit "Korrekt" ist.

  • Aida Ibrahimovic am 22.03.2013 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bewusstlos (kein Schmerzempfinden, keine Reaktion, Ausfall der Reflexe) jedoch "normale" Atmung = sofort alarmieren + Seitenlagerung Bewustlos und keine "normale" Atmung, sofort alarmieren, beginnen mit 30 Thoraxkompressionen (mind 100 pro Minute und mind. 5 cm tief drücken) gefolgt von 2 Atemstössen, nicht zu stark hineinpusten, jedoch sollte sich der Brustkorb bewegen, dies macht man wiederholend bis der Rettungsdienst eintrifft. AED / Defibrillator: Falls Notfall am Bahnhof, öffentliche Plätze, grössere Einkaufszentren etc, ebenso einen Defibrillator aufsuchen und anwenden.

  • Heinz Waldner am 22.03.2013 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nothelfer Refresh Kurs

    Werde am 28. März 2013 wieder einen Nothelferkurs besuchen! Kursablauf: Vitalfunktion, Verhalten am Notfallort, Alarmieren, Krankheitsbilder und CRP/AED-neu

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aida Ibrahimovic am 22.03.2013 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bewusstlos (kein Schmerzempfinden, keine Reaktion, Ausfall der Reflexe) jedoch "normale" Atmung = sofort alarmieren + Seitenlagerung Bewustlos und keine "normale" Atmung, sofort alarmieren, beginnen mit 30 Thoraxkompressionen (mind 100 pro Minute und mind. 5 cm tief drücken) gefolgt von 2 Atemstössen, nicht zu stark hineinpusten, jedoch sollte sich der Brustkorb bewegen, dies macht man wiederholend bis der Rettungsdienst eintrifft. AED / Defibrillator: Falls Notfall am Bahnhof, öffentliche Plätze, grössere Einkaufszentren etc, ebenso einen Defibrillator aufsuchen und anwenden.

  • AED-SCHWEIZ.COM am 22.03.2013 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Erste Hilfe und Defibrillator

    Herzsichere Schweiz Unsere Vision ist eine Welt, in der niemand mehr am plötzlichen Herztod sterben muss!

  • Heinz Waldner am 22.03.2013 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nothelfer Refresh Kurs

    Werde am 28. März 2013 wieder einen Nothelferkurs besuchen! Kursablauf: Vitalfunktion, Verhalten am Notfallort, Alarmieren, Krankheitsbilder und CRP/AED-neu

  • Rafi am 22.03.2013 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    GABI-ABC-BLS-LOL-KA

    BLS steht für Basic Life Support. Man könnte auch sagen das Basic Life Support schlicht Neuenglisch für Erste Hilfe steht. Viele Leute können sich damit aber nicht merken was zu tun ist. Gabi war eine Eselsleiter die viele Generationen gelernt haben und auch nach Jahrzenten korrekt wiedergeben werden kann. Hinzu kommt, nach Jahrzenten "Gabi", dass es in den letzten Jahren immer mal wieder Änderungen gab. Dies ist für Sanitäter, etc. durchaus nötiges Alltagswissen, aber beim Grossteil der Bevölkerung muss es einen Merksatz geben, der über lange Zeit "Korrekt" ist.