«Occupy Paradeplatz»

15. Oktober 2011 14:17; Akt: 17.10.2011 08:49 Print

Mit Kostümen gegen BankenMit Kostümen gegen Banken

von M. Gilliand / J. Bedetti - Mit Transparenten, in Masken oder im Chirurgenoutfit protestieren vor dem Finanzzentrum der Schweiz hunderte gegen die Macht der Banken. Genauere Forderungen gehen in der Vielfalt unter.

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Was bewirkt Protest ohne Struktur? Diese Frage wird zurzeit am Zürcher Paradeplatz beantwortet. «Occupy Paradeplatz» ist entstanden als Kundgebung ohne Organisationskomitee, ohne Sprecher, aber auch ohne Programm abgesehen vom vagen Slogan «Rettet Menschen – nicht Banken».

Die offene Form trug zweifellos dazu bei, dass am Samstagnachmittag an die 1000 Personen, hauptsächlich Junge, ihren Unmut gegen die Banken und die Finanzwelt bekundeten, und das mit einer Vielfalt von Erscheinungen. Eine Truppe erschien in Robin-Hood-Kostümen, andere mit goldener Schminke und Kartongewehren, wieder andere breiteten sich zum Picknick aus. Die Handvoll Vertreter von «We are Change», die Verschwörervereinigung, mit welchen sich die Medien (auch 20 Minuten Online) im Vorfeld beschäftigten, gingen in der Vielfalt an Gruppierungen völlig unter. Obwohl einige wenige Knaller gezündet wurden, drohte die Demonstration zu keinem Zeitpunkt ausser Kontrolle zu geraten.

Debattieren? Eher weniger

Den Nachteil eines Protests ohne Struktur wurde aber spätestens um 13 Uhr deutlich, als sich die Demonstranten zur Vollversammlung trafen. Angekündigte Reden gab es, dem basisdemokratischen Anspruch der Demo entsprechend, nicht. Stattdessen forderte ein Sprecher, vermutlich aus den Kreisen der Juso, die Anwesenden auf, in kleinen Gruppen über konkrete Forderungen und Lösungen, was die Übermacht der Banken betrifft, zu debattieren. Der Forderung kam jedoch nur ein Bruchteil der Anwesenden nach.

Ein harter Kern der linken Aktivisten, vor allem eine kleine Gruppe von Secondos, hat Stühle, Tische und Zelte an den Paradeplatz gebracht. Dort wollen sie ein Camp errichten und vorerst nicht vom Zürcher Finanzviertel weichen. Trotz tiefen Temperaturen beabsichtigen die jungen Leute im Schlafsack und in Zelten im Freien zu übernachten. Ein Redner liess verlauten, dass man aber bei einer polizeilichen Wegweisung gewaltfrei den Ort räumen und auf den Lindenhof in der Altstadt zügeln werde. Bisher blieb die Lage friedlich.

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  • Stefan Müller am 17.10.2011 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Verdrehung von Ursache und Wirkung

    Mal wieder eine Verdrehung von Ursache und Wirkung. Die Politik ver- bzw. überschuldet die Volkswirtschaften, betrügt die Bevölkerung und überschwemmt letzlich die Märkte mit gedrucktem Geld (Kursmanimulation). Wer diesem politischen Spiel nicht traut und sich realistisch in den Markt positioniert oder sich einfach nur aus dem Markt verabschiedet ist automatisch ein böser Spekulatant. Scheinheilig stellen sich Politiker der Grünen (D) in die erste Reihe der Demonstranten, welche selbst an der massiven/exessiven Verschuldung schuld sind. Kann nur jeden zum Selbstdenken motivieren!

  • upjj am 17.10.2011 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    toll, wenn ich sehe, wieviele der demonstranten noch nie gearbeitet und eigenes geld verdient haben oder besser gesagt auf staatskosten studieren oder leben. ja dann ist klar, darf man gegen die banken demonstrieren. ich stehe hinter dem finanzplatz schweiz, obwohl ich nicht in der bankenbranche tätig bin. klar ist nur eines, wenn wir die banken plattgemacht haben, haben auch die demonstranten und wir alle anderen nichts mehr. ach so schön.

    • Mister 19 am 17.10.2011 16:29 Report Diesen Beitrag melden

      Egoismus durch unsere Arroganz

      ah du kennst indemfall alle Demonstranten? Aber ja du hast ja so recht die sind alle Arbeitslos und machen nichts für unsere Gesellschaft. beschäftige dich doch lieber einmal mit dem wesentlichen Problemen. In Europa und Amerika haben wir eine Wirtschaftskrise die durch die Banken und deren Spekulationen ausgelöst wird. währen x-Millionen auf der Welt hungern und regelrecht verroten machst du hier deine Kommentare über "Sozialschmarotzer". Vielleicht solltest auch du dir Gedanken über die Zukunft von uns und unseren Kinder beginnen zu machen statt dich um dein GELD zu kümmern.

    • Thomas Läubli am 21.10.2011 00:48 Report Diesen Beitrag melden

      Wie bitte?!

      Aber Leute, die in der Finanzbranche arbeiten, sollen ihr Geld anständig verdienen? Die Kassiererin oder der Krankenpfleger leisten hier wesentlich mehr für einen wesentlich geringeren Lohn. Wir wollen nicht die Banken enteignen, sondern zurück zur Bescheidenheit, die im Zuge der konservativen Revolution der 90er Jahre dank gewisser Parteien, die für sich unbegründet immer mehr fordern, verloren gegangen ist.

    einklappen einklappen
  • saveMe am 16.10.2011 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    zufällig dran vorbei gegangen

    Bin zufällig daran vorbei und wurde auch gleich von einem Demonstranten angesprochen. Naja, ich arbeite in einer Bank aber Millionen verdiene ich nicht. Wir hatten uns kurz unterhalten und dabei kam raus, dass er, der weniger verdiente, sich eine günstige Wohnung in der Stadt leisten konnte wobei er hinzufügte, dass es auch einwenig Glück war. Ich kann es mir nicht leisten. Jedoch waren wir uns einig, dass es uns allen gut geht hier. Klar ist, Banken müssen sich selbst retten im Ernstfall.