Volksinitativen geplant

23. März 2014 11:51; Akt: 25.03.2014 14:26 Print

Vegane Menüs sollen Pflicht werden

Veganer wollen, dass dort, wo mehrere Menüs im Angebot sind, etwas ohne tierische Produkte auf der Karte stehen muss. In Bern und Basel starten sie entsprechende Volksinitiativen.

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Volksinitiativen, die in Bern und Basel gestartet werden, fordern unter anderem, dass Köche vermehrt in der Zubereitung von veganem Essen ausgebildet werden. (Bild: Keystone/Martin Rütschi)

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Veganes Essen – also Ernährung ohne jegliche tierischen Stoffe wie Eier oder Fleisch – soll gefördert werden. Dafür lancieren Veganer im Rahmen des Projekts «Sentience» noch diesen Frühling in den Städten Bern und Basel Volksinitiativen.

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Sind Sie dafür, dass in den öffentlichen Kantinen ein tägliches veganes Menu Pflicht sein soll?
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Insgesamt 22315 Teilnehmer

Die Forderung: In den Kantinen von öffentlichen Schulen, Spitälern, Universitäten, Heimen und der Verwaltung soll täglich mindestens ein veganes Menü auf der Speisekarte stehen, sobald dort mehr als ein Menü im Angebot ist. Generell sollen die Städte den Absatz veganer und vegetarischer Menüs fördern. Gefördert werden soll zudem die Ausbildung von Köchen in der Zubereitung von veganen Speisen, und auch Schüler sollen im Unterricht lernen, wie man ohne Fleisch, Fisch und Eier kocht. Mitinitiator Adriano Mannino: «Aus wissenschaftlicher Sicht ist auf dem Teller eine Trendwende nötig: weniger tierische Produkte, mehr pflanzliche. Wir wollen darüber eine politische Diskussion anregen.»

Die Anliegen der Veganer werden von prominenten linken Politikern unterstützt – etwa vom alt Bundesrat und Vegetarier Moritz Leuenberger (SP) sowie den Nationalräten Beat Jans, Aline Trede und Bastien Girod. «Die Initiativen sind ein interessanter Impuls zur Förderung einer gesünderen und ökologischeren Ernährung», sagt Girod zur «NZZ am Sonntag». Die Gesellschaft als Ganzes profitiere, wenn mehr Gemüse und weniger Fleisch gegessen werde.

Weniger Wasserverbrauch und CO2-Ausstoss

Für die Initianten hat die vegane Ernährung zahlreiche Vorteile: Tieren wird Leid erspart, der CO2-Ausstoss und der Wasserverbrauch sinkt, es braucht keine Futtermittelproduktion und keine Antibiotika.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht der veganen Lebensweise allerdings kritisch gegenüber: Bei einem totalen Verzicht auf tierische Produkte sei das Risiko gross, dass den Menschen gewisse Nährstoffe fehlten, heisst es in einem Bericht des BAG. Eine rein vegane Ernährung sei zwar möglich, für breitere Bevölkerungskreise aber nicht zu empfehlen.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sonusfaber am 23.03.2014 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Missbrauch eines Rechts!

    Ich bin Vegetarier und wäre bestimmt froh, wenn es in Restaurants auch für mich ein entsprechendes Angebot gäte. Dafür aber, dass für so was eine Volksinitiative gestartet wird, finde ich abartig. Es ist ein klarer Missbrauch eines Rechts, von dem man nur für ganz wichtige Anliegen Gebrauch machen sollte. Wie sollten zusehen, dass unsere Bundesräte sich auf ihre Arbeit konzentrieren können und nicht Zeit und Ressourcen verschwenden müssen für Bagatellen.

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  • Roman Bachmair am 23.03.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    NEIN DANKE, wir haben schon genug unnötige Gesetze.

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  • Stephan am 23.03.2014 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben

    Absoluter Blödsinn! Und was kommt als nächstes? Dass jedes Restaurant Vegetarische und Vegane alternativen anbieten muss? Dann verlange ich aber Fleischhaltige Alternativen im Vegetarischen Restaurant!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Morgan Schwab am 25.03.2014 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht immer alles den Leuten aufzwingen

    Ich bin Heimbewohnerin. Und ich will da nicht zu veganem Zeug gezwungen werden. Es ist ok, wenn Vegetarier ihr Zeug bekommen, aber deswegen muss man nicht noch das den Fleischessern aufzwingen. Es gibt nämlich Leute die Gemüse nicht essen können - wegen Allergien, oder Unverträglichkeiten. Also lasst dieses Gesetz sein, sonst werd ich auch protestieren, und verlangen, dass beide Menüs drin sein müssen. Vegan und fleischlich.

  • Melanie Milkuhn am 25.03.2014 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte genau lesen

    Im Text ist die Rede von: "den Kantinen von öffentlichen Schulen, Spitälern, Universitäten, Heimen und der Verwaltung" _nicht_ von Restaurants. Auch Veganer sollten die Möglichkeit haben in Kantinen ohne Probleme etwas zu Essen zu bekommen. Ein Restaurant kann man sich aussuchen, eine Kantine weniger. Wer im Krankenhaus liegt, hat meistens kaum Auswahl was er essen kann. Warum wird sich dagegen gewehrt, dass es für die Veganer eine Essensalternative in Kantinen gibt? Es wird ja Niemandem sein Steak weggenommen, es soll nur eine vegane Auswahl hinzukommen. Die Restaurants bleiben unverändert

  • Walter R am 24.03.2014 02:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschriften...Vorschriften...Vorschriften

    Der Vorschriften-und Reglementierungswahn gewisser Leute scheint ja keine Grenzen zu kennen. Wenn schon gesetzlich vorgeschrieben werden soll, dass in Gastrobetrieben mindestens ein veganes Menu auf der Speisekarte steht, soll auch gesetzlich vorgeschrieben werden, dass diese Gastrobetriebe 2 Eingänge haben, einen für Rechtshänder mit der Türfalle auf der rechten Seite und einen für Linkshänder mit der Türfalle auf der Linken Seite, damit sich Linkshänder nicht schon beim Eintreten diskriminiert fühlen.

  • Schärer Renate am 23.03.2014 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Die Reaktionen hier drin verstehe ich nicht wirklich, wird ja keiner gezwungen das zu essen. Ich bin weder links noch grün noch Veganer aber ich finde es richtig, dass Menschen sich mehr Gedanken über die Ernährung machen sollten und halt auch mal ein solches Menu ausprobieren wenns dann angeboten wird..vielleicht kommen sie ja auf den Geschmack? Tiere, Umwelt und Gesundheit würden es sicher danken. Ist ja irgendwo auch eine Intelligenzfrage, wer heute immer noch Fleisch im Übermass isst,egal woher es kommt, egal was mit den Tieren geschah, Hauptsache billig,der hat sowieso nichts dazu gelernt

  • J. Meyer am 23.03.2014 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Viele Restaurants bieten heute schon vegetarische Küche an. Dies noch gesetzlich zu erzwingen ist absoluter Blödsinn. Kein Mensch geht in ein vegetarisches Restaurant, wenn er Hunger auf ein Steak hat, aber Vegetarier gehen in viele Restaurants, wenn sie Hunger auf Karotten haben, weil es dort gemischte Küche gibt. Wer also würde zuerst reklamieren, wenn so ein Gesetz käme? Klar, die veg. Restaurants, die dann gerechterweise auch Steaks anbieten müssten, oder? Und, wenn plötzlich alle Grünfutter essen, wo soll das alles denn herkommen? Aus unseren Ländle? Aha, es reicht nicht für alle, tja....