Erster Lohn

29. März 2017 05:49; Akt: 29.03.2017 08:10 Print

Bei diesen Lehrstellen gibts am meisten Cash

von Nikolai Thelitz - Du willst in der Lehre gross abkassieren? Werde Grundbauer oder Winzer, aber bloss nicht Keramiker oder Coiffeur.

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Auch diesen Sommer starten wieder Tausende junger Menschen in der Schweiz eine Lehre. Anders als Kollegen, die weiterhin die Schulbank drücken, erhalten sie bereits einen Lohn. Wie viel Geld die Lehrlinge für ihre Arbeit bekommen, hängt stark davon ab, welchen Beruf sie erlernen.

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Bekommen Lehrlinge genug Lohn?

20 Minuten hat Daten des Lehrstellenportals Yousty ausgewertet und herausgefunden, wer über die ganze Lehrzeit gemessen am meisten verdient. Berücksichtigt wurden 3- und 4-jährige Lehren mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ). Bei den Zahlen handelt es sich um Lohnempfehlungen der jeweiligen Branchenverbände.

Auf Platz 1 landet der Lehrberuf Grundbauer/in EFZ. Wer diese Lehre ausübt, erhält laut den Empfehlungen schon im ersten Jahr im Schnitt 930 Franken, im dritten Jahr gar 2168 Franken. Je nach Lehrbetrieb kann es (wie bei den anderen Lehrberufen) individuell natürlich mehr oder weniger sein. Über die gesamte dreijährige Lehrzeit betrachtet verdienen die Auszubildenden 1548 Franken pro Monat.

Als Grundbauer ist man dafür zuständig, den Baugrund für die Bauarbeiten vorzubereiten und abzusichern. Mit grossen Bohrmaschinen wird der Boden auf der Baustelle noch vor Beginn der Bauarbeiten sondiert, vermessen und abgesichert. Allzu viele Lehrstellen als Grundbauer gibt es jedoch nicht. Wer sich trotzdem für das Berufsfeld interessiert, für den könnten auch Berufe wie Strassenbauer, Gleisbauer oder Maurer spannend sein. Diese Lehrberufe gehören zu den gut bezahlten Lehrstellen: Sie belegen die Ränge 11 bis 13 auf der Rangliste mit einem Lohn von etwas mehr als 1200 Franken.

Auf Platz 2 kommen die Winzer. Hier verdient man im Schnitt 1388 Franken pro Monat. In der dreijährigen Lehre lernt man, wie man die Reben auf dem Weinberg kultiviert und erntet, wie man aus den Trauben den besten Wein gewinnt und wie man das fertige Produkt auf den Markt bringt und dort gut positioniert.

Platz 3 landet die Lehre für den Geflügelfachmann. Ein solcher kümmert sich auf dem Bauernhof, in Brütereien oder auf Geflügelfarmen um die Aufzucht der Hühner. Er betreut und füttert die Tiere und organisiert die Eier- und Geflügelfleischproduktion, wartet die Geräte und mistet die Ställe aus.

Auffällig: Die höchsten Durchschnittslöhne werden in dreijährigen Lehren bezahlt. Dies dürfte daran liegen, dass in vierjährigen Ausbildungen die Anfangslöhne tiefer liegen. Doch wie viel verdient man in verbreiteteren Lehrberufen wie KV oder Informatik oder als lernender Coiffeur, Koch oder Polymechaniker?

Bei den verbreiteten Lehrberufen schneiden die Köche am besten ab, sie verdienen in der Lehre im Schnitt 1290 Franken pro Monat. Als KV-Lehrling gibt es durchschnittlich 1077 Franken, als Informatiker 931 Franken, als Polymech 881 Franken und als Grafiker 825 Franken Lohn pro Monat, immer über die gesamte Dauer der Lehre gerechnet.

Die Schlusslichter der Liste bilden Berufe wie Kosmetikerin, Coiffeur, Bekleidungsgestalter oder Keramiker. Hier gibts pro Monat nur etwa ein Drittel dessen, was ein Grundbauer verdient. Die vollständige Liste aller Lehrberufe mit Lohnempfehlungen findest du auf der Seite von Yousty.

Doch warum verdienen die einen Lehrlinge dreimal mehr als die anderen? Yousty-Geschäftsführer Urs Casty macht dafür zwei Faktoren verantwortlich: «Einerseits ist entscheidend, wie gross die Wertschöpfung aus​ ​der ​​Arbeit​ ​des Lehrlings​ ​ist.»

Ein Coiffeurlehrling könne beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl Kunden pro Tag bedienen und bringe daher nicht so viel Geld ein. In Branchen wie der Landwirtschaft und dem Baugewerbe könne der Lehrling hingegen schon früh viele Arbeiten erledigen und so zur Wertschöpfung im Betrieb beitragen, entsprechend werde man auch besser entlöhnt.

«Entscheidend ist die Weiterbildung nach der Lehre»

«Andererseits sind aber auch das Angebot und die Nachfrage wichtige Faktoren. Hat ein Betrieb Schwierigkeiten, eine Lehrstelle zu besetzen, bietet man einen attraktiveren Lohn an», sagt Casty. So seien beispielsweise Kochlehrlinge relativ gut bezahlt, weil man Schwierigkeiten habe, genug begabte Jugendliche für den Beruf zu begeistern.

Ausserdem solle man auch darauf achten, wie viel Geld es nach der Lehre gebe, so Casty: «Das Klischee, dass man nach einer KV-Lehre mehr verdient als jemand, der auf dem Bau arbeitet, stimmt so nicht. Entscheidend ist auch hier die Weiterbildung nach dem Lehrabschluss. Ob Strassenbauer oder KV-Lehrling: Wer sich nicht weiterbildet, tritt lohnmässig bald auf der Stelle.»

Was lernst du und wie viel verdienst du dabei? Bist du damit zufrieden? Erzähl uns deine Geschichte:


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schreiner am 29.03.2017 06:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das??!

    Was soll dieser Artikel? Die Jugendlichen sollten eine Lehre nicht wegen dem Lohn machen, sondern weil einem der Beruf gefällt!

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  • Johnny Castaway am 29.03.2017 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Cash

    Ich glaube nicht, dass man die Lehrstelle wählen sollte, die einem am meisten Cash bringt, sondern diejenige, die einen echt interessiert und auch längerfristig eine befriedigende Tätigkeit ermöglicht. Heute bleiben zwar viele ohnehin nicht im angestammten Beruf, aber trotzdem.

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  • A.S am 29.03.2017 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Who cares?

    Schlussendlich macht man das, was einem gefällt.. Lohn hin oder her...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René Banz am 29.03.2017 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Zahlen!

    Diese Zahlen stimmen gar nicht. Denn was man am Ende des Monats erhält ist deutlich weniger. Da bei diesen Zahlen die Abzüge nicht gemacht wurden!!! Die Landwirts- Lehrlinge geben dem Lehrbetrieb ca. 950 Franken für Kost und Logie ab. Daher gehört dieser Beruf nicht in die Top Ten der bestbezahlten Lehrstellen!

  • Martial2 am 29.03.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Zeiten...

    Als Lehrling im Reisebüro, habe ich im 3. Lehrjahr 170 CHF verdient...Ja das war im Jahr 1962!!

  • D.D am 29.03.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Geld macht nicht immer glücklich

    Und was bringt das? Ist doch egal wieviel man in der Lehre verdient, hauptsache nach der Lehre sollte man anständig verdienen und zufrieden mit seinem Lohn sein. Natürlich sollte der Job euch auch gefallen..

  • Demokrat am 29.03.2017 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Alle die am Anfang mehr verdienen sind dann auch mit 50 ausgesteuert.

  • Peter impel am 29.03.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fun comes first, cash second

    Ganz ein oberflächlicher Artikel der iritierend ist! 1. Sollte man das wählen was einem spass macht! 2. Ist der lohn nach der lehre entscheidender und bewegt sich im 100-1000er bereich in der lehre virleicht bei 50-100.- aber ja muss jeder selber wissen