Basel

04. Februar 2016 19:02; Akt: 04.02.2016 19:02 Print

Frauenfeind sagt weltweite Männer-Treffen ab

Mit dem Vorschlag, Vergewaltigung zu legalisieren, sorgte der US-Aktivist Roosh V. für Empörung. Nachdem er einen weltweiten Aktionstag ausgerufen hat, krebst er nun zurück.

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Der US-Autor, Antifeminist und Pick-up-Artist Daryush Valizadeh (36), besser bekannt als Roosh V., ist eine heftig umstrittene Figur. Wegen seines kruden Frauenbildes gilt er als Hardcore-Sexist. Mit seiner Forderung, Vergewaltigungen seien zu legalisieren, solange sie auf Privatgrund stattfänden, löste er eine Welle der Empörung aus.

Zudem rief er auf seiner Website für den 6. Februar zu einem weltweiten Meetup Day für Männer auf. In 165 Städten in 43 Ländern sollen sich Anhänger seiner Ideen treffen – mit dem Auftrag, sich zu lokalen «neomaskulinen» Stämmen zusammenzuschliessen. Auf der Liste ist auch ein Treffpunkt in der Schweiz: der Barfüsserplatz in Basel.

Heftige Kritik führt zu Rückzug

Nach der heftigen Kritik krebst er nun zurück, wie «Rawstory» schreibt: Auf seiner Website Return of Kings hat Roosh V. am Mittwoch bekannt gemacht, dass der Meetup Day abgesagt ist. Der Grund: Er könne die Sicherheit oder die Privatsphäre der Männer, die daran teilnehmen möchten, nicht mehr garantieren. Doch: Er könne Männer nicht davon abhalten, sich in privaten Gruppen zu treffen.

Valizadeh schrieb unter anderem, dass Opfer sofort die «Vergewaltigungskarte» spielen würden. Die Definition von Vergewaltigung in den USA sei viel zu streng. Und: Indem man Männern beigebracht habe, dass man Frauen nicht vergewaltigen dürfe, habe man Frauen gelehrt, dass sie sich keine Sorgen machen müssten wegen sexueller Übergriffe. Entsprechend würden sie sich nicht mehr schützen und keine Verantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen. Kurze Zeit darauf behauptete Roosh V. jedoch, dass die Posts nur Satire waren.

Hacker wollten Homepage blockieren

Der Aufruf zum Meetup Day führte ebenfalls dazu, dass an verschiedenen Orten Gegendemos geplant wurden. Angeblich hat zudem die Hacker-Gruppe Anonymous die Website von Roosh V. attackiert.

(qll)