Freiburg

05. September 2017 11:49; Akt: 05.09.2017 22:57 Print

Gefährlicher Gewalttäter flieht aus Gefängnis

Bashkim L. war wegen eines Tötungsdelikts zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Jetzt ist er aus der Strafanstalt in Freiburg getürmt.

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Einer der mutmasslichen Täter eines Tötungsdelikts im freiburgischen Frasses ist in der Nacht auf vergangenen Samstag aus dem Gefängnis entkommen. Der 35-jährige Kosovare gilt als gefährlich. Die Polizei geht davon aus, dass er die Schweiz wahrscheinlich verlassen hat.

Der Flüchtige habe einen Weg gefunden, um in der Nacht auf Samstag zwischen zwei und drei Uhr aus einer Einzelzelle im Zentralgefängnis von Freiburg zu entkommen, teilte die Freiburger Kantonspolizei am Dienstag mit. Sie geht stark davon aus, dass der Kosovare Hilfe von aussen erhalten hatte.


Ausbruch aus dem Zentralgefängnis: Die Polizei sucht den 35-jährige Kosovaren Bashkim L. (Video: Tamedia/SDA)

Der Generalstaatsanwalt hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände der Flucht zu klären. Der Flüchtige konnte bisher nicht gefasst werden.

Braune Augen, schwarze Haare

Der etwa 1,77 Meter grosse Mann mit braunen Augen, kurzen schwarzen Haaren und einem langen schwarzen Bart wird national und international gesucht. Bei der Flucht war der Mann mit einer schwarzen Trainerhose, einem schwarzen Pullover und Turnschuhen bekleidet. Nach Angaben der Polizei spricht er Deutsch und Albanisch sowie Französisch mit starkem Akzent.

Bei dem Tötungsdelikt in Frasses kam im Mai 2013 ein 36-jähriger Italiener mit kosovarischen Wurzeln ums Leben. Der Italiener war gerade in seinem Auto mit seiner Frau und den vier Kindern zu Hause angekommen, als zwei Personen das Feuer gegen ihn eröffneten.

Racheakt

Bei der Tötung soll es sich um einen Racheakt im Zuge einer langjährigen und blutigen Fehde zweier kosovarischen Familienclans handeln.

Nach der Tat wurden zwei mutmassliche Täter gefasst und in erster Instanz zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Beide Verurteilten bestreiten die Vorwürfe und haben gegen das Urteil Einsprache eingelegt.

Ihr Fall hätte eigentlich im vergangenen März in zweiter Instanz vom Freiburger Kantonsgericht beurteilt werden sollen. Dieses wies den Fall an die Staatsanwaltschaft zurück, um zusätzliche Untersuchungen durchzuführen. Die beiden Angeschuldigten hätten neue Elemente ins Spiel gebracht, so die Begründung.

Der andere mutmassliche Täter befindet sich nach wie vor in Haft, wie die Freiburger Kantonspolizei in ihrer Mitteilung bekannt gab.

(woz/sda)