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Cannabis
29. Mai 2011 20:05; Akt: 29.05.2011 20:50 Print
Kiffen soll nur 50 Franken Busse kosten
von Jessica Pfister - Für Suchtverbände und Ärzte ist klar: Wer kifft, soll in Zukunft mit einer kleinen Busse davonkommen. Nicht einig waren sich die Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren.

Suchtverbände und Parteien sind sich weitgehend einig: Kiffer sollen mit einer Busse davonkommen. (Bild: Keystone)
Erwischt die Polizei einen Kiffer, soll dieser künftig nicht mehr beim Richter antraben müssen. Wer beim Konsum oder im Besitz von maximal 10 Gramm erwischt wird und älter ist als 16 Jahre, soll eine Busse bezahlen. So der Vorschlag der Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK), den sie aufgrund einer parlamentarischen Initiative der CVP-Fraktion erarbeitet hat. Bis am kommenden Dienstag können sich Verbände, Organisationen und Parteien zum Vorentwurf zu äussern.
Bildstrecken Marihuana-Mythen Infografik Cannabis-Legalisierung Kommission für Drogenfragen übt KritikDie Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) kritisiert in ihrer Vernehmlassungsantwort die nationalrätliche Gesundheitskommission. Die EKDF habe mit Befremden festgestellt, dass sie als vom Bundesrat eingesetzte Expertenkommission für Drogenfragen nicht offiziell zum Vernehmlassungsverfahren eingeladen wurde. «Es ist für uns nicht einsichtig, weshalb das Fachwissen der Kommission, die während der Ausarbeitung der Vorlage zum Ordnungsbussenmodell in keiner Weise in die Beratungen einbezogen wurde, nun auch im Vernehmlassungsverfahren nicht erwünscht ist», schriebt die EKDF. Kommissionspräsidentin Thérèse Meyer-Kaelin kann die Aufregung nicht nachvollziehen: «Wir sind eine Kommission des Nationalrats. Da ist es völlig normal, dass wir eine vom Bundesrat eingesetzte Kommission nicht in unsere Arbeit miteinbeziehen.» Die EKDF dürfe sich wie jede andere Institution gerne zur Vernehmlassung äussern. (jep)
Wie ein Blick auf die bisher eingegangenen Stellungnahmen zeigt, befürwortet eine klare Mehrheit das Ordnungsbussenverfahren. «Der Verzicht auf ein Strafverfahren trägt zur Entstigmatisierung der Konsumierenden bei, entlastet Polizei und Justiz und spart Kosten», schreibt der Verband der Deutschschweizer Suchtfachleute und -institutionen. Das Ordnungsbussenmodell solle aber vor allem für Erwachsene gelten. Zwischen 16 und 18 Jahren müsse die Polizei die Möglichkeit behalten, bei offensichtlicher Suchtgefährdung diese den zuständigen Behandlungs- oder Sozialhilfestellen zu melden.
«50 Franken ist angemessen»
Für die Verbindung der Schweizer Ärtzinnen und Ärzte (FMH) stellt die Einführung der Ordnungsbusse «einen zurzeit möglichen Kompromiss und einen Schritt in die richtige Richtung dar.» Allerdings sei es noch keine Lösung für die Cannabispolitik, da Handel und Anbau mit der Revision nicht tangiert würden. In punkto Alter ist die FMH gleicher Meinung wie der Fachverband Sucht. Bei 16- und 17-Jährigen soll die Polizei einen Ermessenspielraum erhalten. «Bei erwachsenen Konsumierenden soll es aber keinen Spielraum geben, sie sollen ein ‹Recht› auf die Ordnungsbusse haben», schreibt die FMH. Gleicher Meinung sind die Grünen und der Schweizerische Städteverband.
Was die Höhe der Bussen betrifft, spricht sich die Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmer für eine grosszügigere Praxis aus, als es die Gesundheitskommission vorgeschlagen hat. Kiffer, die erwischt werden, sollen demnach nicht 100 Franken sondern lediglich 50 Franken hinblättern. «Bei den gegenwärtigen Verhältnissen im Cannabismarkt wäre eine Busse von 50 Franken angemessen», begründet die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen ihren Einwand.
Justiz hat keine einheitliche Meinung
Der Fachverband Sucht gibt zu bedenken, dass die Cannabiskonsumenten zumindest teilweise Menschen in prekären Lebensumständen sein werden. «Die Idee des Ordnungsbussenverfahrens würde ad absurdum geführt, wenn ein Grossteil der Gebüssten ins ordentliche Strafverfahren überführt werden müsste, weil sie die Busse nicht bezahlen können.» Dieser Meinung sind auch die Grünen – machen sich aber für eine noch tiefere Busse von 30 Franken stark.
Im Unterschied zu den grundsätzlich positiven Antworten der Verbände sind die Meinungen der Justiz- und Polizeidirektoren gespalten. Deshalb konnte sich die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) zu keiner Stellungsnahme durchringen. «Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Meinungen zu Ordnungsbussen geteilt sind», erklärt Generalsekretär Roger Schneeberger. Deshalb habe der Vorstand beschlossen,die Stellungsnahme den einzelnen Kantonen zu überlassen.
Im Dezember vor dem Parlament
Während sich Zürich, Bern, Baselland und St. Gallen für ein einheitliches Bussensystem aussprechen, lehnt der Kanton Basel-Stadt die Revision ab. Die Regierung habe sich wiederholt für die Legalisierung des Cannabiskonsums ausgesprochen, weil dessen Kriminalisierung weder notwendig noch sinnvoll sei. «In Basel-Stadt wird heute der Cannabis-Konsum von Erwachsenen in der Praxis nicht strafrechtlich verfolgt, ausser wenn dies ‹aufgrund besonderer Umstände› nötig erscheint.»
Die Gesundheitskommission des Nationalrats wird die Antworten nach Ablauf der Vernehmlassungsfrist auswerten und in den neuen Gesetzesentwurf miteinfliessen lassen. Dieser soll laut Kommissionspräsidentin Thérèse Meyer-Kaelin im Dezember dem Parlament zur Behandlung vorliegen.
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Alle 297 Kommentare






























Bewusstseinserweiterung akzeptiern!
Na endlich, wäre ja zu schön! Das geht schon lange nicht mehr, Millionen von Menschen Konsumieren es und kommen damit klar. Es ist der Wandel der Zeit und sollte akzeptiert werden. Ein Verbot ist eine Einschränkung der Freiheit, zudem viel Gesundheitsschädlichere Sachen bereits Legal sind.
Sehr gut
Sehr liberalie Ansicht
Alle Drogen legalisieren !
Wenn alle Drogen legalisiert würden, könnten Dealer auf allen Stufen der Handelskette keine Gewinne mehr einfahren und die ganze Sache würde zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Nur was verboten ist, hat soviel Sexappeal wie Drogen. Sobald man Drogen in der Migros kaufen kann, werden sie zu einem normalen Gut und die Nachfrage danach wird massiv einbrechen.
Zustimmung
Aber bitte keinen total freien Markt. Alters- und bei bestimmten Stoffen Mengenbeschränkungen müssen sein. Eine Besteuerung gemäss den substanzspezifischen Schäden wäre auch vorteilhaft.
Wieso überhaupt Illegal?
Ich bin ganz klar dafür dass Kiffen legal werden sollte, da es mehrere Vorteile hat. zb. Kiffen schadet nur deinem Gedächtnis und dass auch nur über eine lange Zeit des Kiffens. Alkohol wird schon nach den ersten paar Jahren deutlich sichtbar. Die Pflanze Hanf ist die meist benutzbare Pflanze. Sie hat einen sher hohen Pothosynthese wert, man kann kleider, seile und segel daarraus machen. Wenn die Welt Hanf legaliesieren würde müsste kein 100Jahre Alter Baum mehr gefällt werden sondern nurnoch ein halbes Jahr alte pflänzchen. Es würde der Umwelt eine grosse last von den Schultern nehmen.