Doppelrücktritt

10. Januar 2016 06:02; Akt: 10.01.2016 13:50 Print

Auch Christoph Blocher geht

Einen Tag nach Toni Brunner gibt auch Christoph Blocher seinen Rücktritt bekannt. Er gehöre zum alten Eisen, sagt der SVP-Vizepräsident.

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Wechsel an der Spitze der SVP Schweiz: Präsident Toni Brunner (l.) wie auch Vizepräsident Christoph Blocher (Mitte) treten im April zurück. Albert Rösti (r.) wird als nächster SVP-Parteipräsident gehandelt. Gemeinsam singen sie hier die Nationalhymne an der Delegiertenversammlung und dem Wahlauftakt der SVP Schweiz in Maienfeld. (22. August 2015) Christoph Blocher verabschiedet sich von Bundesbern. Der SVP-Nationalrat gibt sein Amt per Ende Mai ab. (Archivbild 2014) Von 1979 bis 2003 und abermals seit 2011 war Christoph Blocher Mitglied des Nationalrates. (9. Februar 2012) Neu gewählter Bundesrat: Am 10. Dezember 2003 wird Christoph Blocher mit 121 von 237 Stimmen knapp in den Bundesrat gewählt. Bei der Gesamterneuerungswahl des Bundesrates am 12. Dezember 2007 wird Christoph Blocher nicht wiedergewählt, was Nationalrat Hugo Fasel, CSP-FR, und andere Gegner Blochers bejubeln. Von 1977 bis 2003 präsidiert Christoph Blocher die Schweizerische Volkspartei (SVP) des Kantons Zürich. (17. Mai 2003) 1983 kauft Christoph Blocher die Ems-Chemie und wird Unternehmer. ( 10. Juli 1999) Blochers Ems Chemie wird erster Kunde von Martin Ebners BZ Bank. Ebner und Blocher verbindet nicht nur das Geld, sondern eine enge Freundschaft - hier bei der Generalversammlung der Allgroup Holding AG in Zürich. (20. Mai 1999) 1985 bekämpft ein rechtsbürgerliches Komitee um Blocher das neue Eherecht, das die Gleichheit von Mann und Frau in der Ehe garantiert, unterliegt aber am 22. September in einer Volksabstimmung. (1985) 1986 engagiert sich Blocher mit Hubert Reymond und 1987 scheitert Christoph Blocher als Ständeratskandidat für den Kanton Zürich an der Mitbewerberin Monika Weber vom Landesring der Unabhängigen und Rico Jagmett von der FDP. (18. Oktober 1987) Unter Blochers Federführung wird 1988 ein Kompromiss zur Aufgabe des geplanten AKW in Kaiseraugst beschlossen, nachdem sich die Schweizer Bevölkerung jahrelang erfolgreich gegen den Bau zur Wehr gesetzt hat. (Archivbild 1985) 1992 übernimmt Blocher eine tragende Rolle in der Diskussion zur Abstimmung über einen Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), den das Volk am 6. Dezember 1992 wuchtig ablehnt. (1. November 1992) 1986 ist Blocher Mitgründer der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (AUNS), die aus dem Aktionskomitee gegen den UNO-Beitritt hervorgeht, und übernimmt bis 2003 das Präsidium der AUNS. (13. Mai 2000) Blochers Kampagnen leben von Schlagworten und Gestik. 1998 kämpft Blocher gegen die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA, doch scheitert das Referendum bei der Volksabstimmung. Blochers Abwahl aus dem Bundesrat und die Wahl seiner Parteikollegin Eveline-Widmer Schlumpf 2007 führen zur Abspaltung der gemässigten Kräfte der SVP in die neue Bürgerlich-Demokratische Partei BDP. (13. Dezember 2007) 2008 nominierte die SVP-Fraktion Christoph Blocher neben Ueli Maurer nochmals als Kandidaten für den durch den Rücktritt Samuel Schmids freigewordenen Bundesratssitz. National- und Ständerat wählen am 10. Dezember 2008 jedoch Ueli Maurer und nicht Christoph Blocher in den Bundesrat. 2008 gründet Blocher die Firma Robinvest AG, die gemäss Handelsregistereintrag «Beratung, Erbringen von Dienstleistungen im Bereiche Unternehmensführung und Durchführung von Finanzgeschäften» bezweckt. Robinvest hält 20 Prozent der Aktien der MedienVielfalt-Holding und kontrolliert damit die Basler Zeitung. (9. Februar 2012) Blocher spielt eine Schlüsselrolle in der «Affäre Hildebrand», bei der Philipp Hildebrand nach Insiderhandelsvorwürfen in der Folge als Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank zurücktritt. (9. Januar 2012) Christoph Blocher hat eine bedeutende Kunstsammlung aufgebaut, die vor allem Werke der Schweizer Maler Ferdinand Hodler und Albert Anker umfasst. Er besitzt die grösste private Anker-Sammlung und unter anderem das Bild «Mädchen mit Brotlaib». (6. Mai 2010) In der Schweizer Armee Oberst bekleidete Christoph Blocher den Rang eines Oberst der Luftschutztruppen und war Regimentskommandant. (6. Febraur 1992) Blocher wird sich nach seinem Rücktritt nicht in Herrliberg zur Ruhe setzen und sich abermals von Karl Landolt porträtieren lassen. Seine Rücktrittsankündigung ist vielmehr eine Kampfansage um die Wähler gut 20 Jahre nach dem EWR-Nein auf die nächste historische Europaabstimmung einzustimmen.

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Gestern gab SVP-Parteipräsident Toni Brunner bekannt, im April nicht mehr anzutreten und das Präsidium aufzugeben. Doch noch ein zweiter prominenter Abgang wurde am Rande der alljährlichen Bad-Horn-Tagung der Volkspartei bekannt: Christoph Blocher erklärte gegenüber «SonntagsBlick»: «Ab April werde ich nicht mehr Vizepräsident der SVP sein.» Damit gibt der SVP-Doyen seine letzte politische Funktion auf. Bereits 2014 verabschiedete sich der Alt-Bundesrat aus dem Nationalrat. «Ich gehöre zum alten Eisen», sagt Blocher zu «SonntagsBlick».

Mit dem Abgang der Beiden geht eine Ära zu Ende. Der 41-jährige Brunner trat 2008 an die Spitze der SVP Schweiz und gilt seit jeher als Ziehsohn des 75-jährigen Blocher. Als SVP-Duo haben sie die Partei jahrelang geführt und ihr zuletzt zu mehr Wähleranteil und einem zweiten Bundesrat, Guy Parmelin, verholfen. Nun machen sie den Weg für eine neue Generation frei. «Die Partei braucht künftig Vizepräsidenten, die richtig chrampfen und Dossiers übernehmen», sagt Blocher zu «Sonntagblick».

Christoph Blocher aus Herrliberg, Zürich, und Toni Brunner aus Ebnat-Kappel, St. Gallen – zwei Männer, die in der Schweiz stets laut Politik gemacht haben. Die gegenseitige Loyalität zwischen den Beiden kannte und kennt keine Grenzen, denn nun verlassen sie im April gemeinsam die Parteispitze.

(afo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elias am 10.01.2016 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaade und danke

    Schaade. 2 super männer! Danke für eure super treue leistung

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  • Gabi S. am 10.01.2016 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank CB

    Danke für ihren unermüdlichen Kampf FÜR Freiheit, Unabhängigkeit und Sicherheit. Sie hinterlassen eine Partei, die top aufgestellt und gerüstet ist für all die grossen Herausforderungen, die auf uns zukommen!

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  • Kirigaya Kazuto am 10.01.2016 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlust der 2 besten Männer

    Ohje dann verlieren wir bei der SVP die 2 besten Männer. Meiner Meinung die 2 welche am besten Reden und überzeugen konnten. Hoffe es gibt 2 Ehrevolle Nachfolger

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner am 10.01.2016 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    ich bin entäuscht von der SVP, gerade jetzt bräuchte es die Zwei.

  • Captain Einsicht am 10.01.2016 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel

    Es wurde ihnen wohl zu heikel, jetzt da sie Verantwortung übernehmen müssen.

  • Sonderbar Oder Taktik? am 10.01.2016 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leise Frage

    Eigenartig haben sie nun Angst von der Pflicht, da sie nun mit 2 Bundesräten auch Verantwortung übernehmen müssen. Oder werden Ihnen gewisse Parteimitglieder gefährlich wo vieles in Frage stellen und erst überlegen bevor sie etwas sagen.

  • Hobbit am 10.01.2016 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Seiddem der Multimillionär mit einem Ziegenbock durch die Gassen gelaufen ist und einen auf Normalbürger gemacht hat, konnte ich ihn nicht mer Ernst nehmen .

  • Marco Hanhart am 10.01.2016 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Blocher wären wir in der EU?

    Mal so angemerkt an alle die denken ohne Blocher wären wir in der EU, ihr solltet dringend nochmals in die Bücher sehen. Es war der Gesamtbundesrat unter Ogi, der den EWR Beitritt vors Volk brachte obwohl das Referendum nicht ergriffen wurde und daher nicht ein Blocher. Dieser ist nur auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Sollte man als Schweizer eigentlich wissen, erst recht als SVP Jünger.