Die Reaktionen

13. September 2012 13:45; Akt: 14.09.2012 11:21 Print

«Stich hätten alle ihr Sparbuch überlassen»

Tiefe Betroffenheit herrscht bei der SP Schweiz über den Tod ihres alt Bundesrates Otto Stich. Er sei einer der glaubwürdigsten und populärsten Bundesräte der Geschichte gewesen.

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SP-Präsident Christian Levrat würdigt Otto Stich als umsichtigsten Finanzminister, den er erlebt habe. (Bild: Keystone)

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Die SP Schweiz hat am Donnerstag tief betroffen auf den Tod ihres ehemaligen Bundesrats Otto Stich reagiert. Parteipräsident Christian Levrat bezeichnete ihn als einen der «glaubwürdigsten und porulärsten Bundesräte der Geschichte».

Stich «war der umsichtigste Finanzminister, den ich erlebt habe», lässt sich Levrat in einem SP-Communiqué weiter zitieren. Zudem würdigte die Partei Stich als aufrechten Sozialdemokraten.

Otto Stich war «ein helvetischer Sparonkel, dem jeder sein Sparbuch überlassen hätte», würdigt der ehemalige SP-Präsident Peter Bodenmann den verstorbenen alt Bundesrat.

Zwar habe Stich einer anderen Generation angehört als die seinerzeitige Parteileitung um ihn, Bodenmann. So habe man das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne gehabt, die sozialdemokratischen Grundwerte aber geteilt.

Anstelle der offiziellen Kandidatin gewählt

Gemäss einem Rückblick der SP auf den Werdegang ihres verstorbenen Mitglieds startete Stich 1953 als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission in Dornach SO. 1957 wurde er Gemeinderat und Gemeindeammann. 1963 folgte der Schritt in den Nationalrat.

In den Bundesrat gewählt wurde Stich anstelle der offiziellen Kandidatin Lilian Uchtenhagen. Er ersetzte dort Willy Ritschard, der einige Wochen zuvor gestorben war - kurz nach seiner Rücktrittsankündigung. Nach seinem Rücktritt 1995 meldete sich Stich gemäss SP hin und wieder «mit scharfsinnigen Analysen zu Wort».

«Markige, aber herzliche Persönlichkeit»

Auch der Bundesrat nimmt Anteil an der Trauer über den Tod von Otto Stich und spricht der Familie sein herzliches Beileid aus. Der ehemalige Bundespräsident werde als markige, aber herzliche Persönlichkeit in Erinnerung bleiben, heisst es in einer Mitteilung.

Die Landesregierung erinnert an politische Höhepunkte, die Stich zunächst mit seiner Ernennung zum Gemeindeammann von Dornach erlebte, später mit der Wahl in den Nationalrat und schliesslich in den Bundesrat.

Stich habe schon nach kurzer Zeit seiner Amtsführung Freunde und Kritiker für sich einzunehmen vermocht. Überzeugt habe er vor allem mit Hartnäckigkeit und Sachverstand, mit welchem er sich für seine Überzeugungen einsetzte, schreibt der Bundesrat.

Stets sei der ehemalige Finanzminister so wahrgenommen worden, wie er seine Ende 2011 erschienene Autobiografie überschrieb: «Ich blieb einfach einfach.»

(sda)