Fehlendes Fachwissen

12. Juli 2015 06:43; Akt: 12.07.2015 08:51 Print

Bund hatte Kontakt zu gehackter Spionage-Firma

Die Hersteller der Spionage-Software der Kantonspolizei Zürich wurde von der Bundesverwaltung kontaktiert. Es ging aber nicht um Überwachungssoftware.

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Spionage-Firma gab Auskunft: Die Überwachungsbehörde des Bundes informierte sich beim Hacking Team über Staatstrojaner. (6. Januar 2015) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Die italienische Firma Hacking Team, die Software zur Computerüberwachung herstellt und selbst gehackt wurde, hat auch Kontakte zur Bundesverwaltung gepflegt. Im Gegensatz zur Kantonspolizei Zürich kaufte die Überwachungsbehörde des Bundes aber keinen Staatstrojaner.

Nach einem Hackerangriff sind grosse Mengen interner Dokumente und E-Mails des Unternehmens Hacking Team an die Öffentlichkeit gelangt. Daraus geht hervor, dass auch der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeanlagen (ÜPF) im Justiz- und Polizeidepartementes (EJPD) Kontakt zu Hacking Team stand, wie die «SonntagsZeitung» berichtete.

Notwendiges Wissen fehlte

Der Sprecher der Behörde, Nils Güggi, bestätigte die Kontakte mit Hacking Team. Es sei auch zu einem Treffen in Bern gekommen. Allerdings sei es dabei darum gegangen, mehr über Govware, auch Staatstrojaner genannt, und die Möglichkeiten zur Überwachung verschlüsselter Verbindungen zu erfahren.

Die Behörde sei damals mit der Ausarbeitung des Bundesgesetzes betreffend Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) beschäftigt gewesen und habe festgestellt, dass das Wissen über solche Software fehle. Gekauft habe der Dienst aber nichts. Das Treffen sei die einzige Verbindung gewesen. Das BÜPF soll den Einsatz der Staatstrojaner in der Strafverfolgung explizit regeln.

Waadt kaufte nicht

Interesse angemeldet an den Produkten von Hacking Team hatten auch die Polizeikorps der Kantone Waadt und Genf, wie aus den gehackten Dokumenten hervorgeht. Der Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei, Dominique Glur, sagte der SonntagsZeitung, es sei nicht zu einem Vertragsabschluss gekommen.

Der Sprecher der Genfer Polizei, Silvain Guillaume-Gentil, gibt an, dass sich die Genfer Polizei im Allgemeinen für Systeme und Programme interessiere, die es erlaubten, Ermittlungen zu tätigen, solange dies im gesetzlichen Rahmen passiere.

Staatstrojaner eingekauft hat die Kantonspolizei Zürich, wie diese am Dienstag einräumte. Zuvor hatten Medien über entsprechende Belege und Rechnungen aus den Daten von Hacking Team berichtet.

(hae/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gottfried Stutz am 12.07.2015 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sterneföifi

    Langsam zweifle ich auch an den Fähigkeiten gewisser Leute.

  • Trollkirsche am 12.07.2015 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Behörden anzeigen

    Diese Leute muss man unbedingt zur Verantwortung ziehen. Nehmen wir an, diese Herrschaften verseuchen meinen Pc mit dieser Software : Sie würden grawierende Sicherheitslücken auf meinem PC öffnen die jedem Mafiosi und Kriminellen verfügbar wären. So etwas ist einfach unhaltbar und schlicht kriminell! Das ist ein Skandal! Ich empfehle jedem, der ins Ziel dieser Machenschaften gerät, genau darzulegen, wie er ausspioniert wurde und anschliessend eine Anzeige gegen die Behörden in die Wege zu leiten.

    einklappen einklappen
  • A.H. am 12.07.2015 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Verkauf von Einbruchswerkzeug

    Na dann Prost! Einbruchswerkzeug verkaufen und sich dann wundern, dass Hacker eben doch immer eine Nasenlänge voraus sind! Die Käufer und Interessenten gehören in eine geschlossene Psychiatrie für immer weggesperrt! Kriminelle mit Kriminellem bekämpfen? Mit UNS nicht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 14.07.2015 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Privat-Laptop-/NatelVerbot für Politiker

    und Wandelhallen-Besucher im Bundeshaus. Trojaner-Vieren stecken in jedem PC + Natel + SRG + Medien- Technik-Leuten + Handwerkern, welche im Bundeshaus verkehren / Ein- und Ausgehen - darum braucht es eint Total-Verbot von Technischen-Hilfsmitteln.

  • Ronn Sommer am 13.07.2015 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das ewige leidige Spiel

    Der Steuerzahler darf den Bonus der Politik wieder ausbaden, den einige Studierte eingebrockt haben.

  • Peter Lustig am 13.07.2015 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Die IT Beamten vom Bund sowie die Politiker haben eh keine Ahnung von IT Security. Sie sollen nicht eine möchte gern Spionage Software einkaufen oder 50-100 "IT Security Beamte" anstellen. Das ist verlorenes Geld. Sie brauchen nur 5 Leute dafür top Hacker aus China oder Russland. Die sind teuer bringen aber 1000 mal mehr als 100 Beamte mit wenig Wissen. Diese Top Hacker programmieren die nötigen Tools zum Überwachen dann schon selber plus wissen sie wie sie Sicherheitslücken schliessen können Nicht die Menge machts aus sondern wie gut einzelne sind

  • 20sekunden am 13.07.2015 04:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann ja gut sein

    "Gekauft worden habe der Dienst aber nichts. "

  • fred kunz am 12.07.2015 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    wikileaks

    interessant ist auch, was unter dem Suchbegriff "swisscom" erscheint. der Herr E.T. aus A scheint seine Kompetenzen mächtig zu überschätzen