SVP-Politiker

19. Februar 2016 13:00; Akt: 19.02.2016 21:10 Print

Bruno Zuppiger ist tot

Der ehemalige Zürcher Nationalrat und Bundesratskandidat ist in der Nacht auf Freitag verstorben. Das bestätigt seine Familie.

Bildstrecke im Grossformat »
Der ehemalige SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger ist im Alter von 63 Jahren an plötzlichem Herzversagen gestorben. (Bild: 2011) 2013 wurde Zuppiger vom Zürcher Bezirksgericht der Veruntreuung schuldig gesprochen. 2011 kandidierte Zuppiger für den Bundesrat. Die «Weltwoche» hatte vor der Wahl die Affäre um Unregelmässigkeiten bei der Verwaltung einer ehemaligen Mitarbeiterin ins Rollen gebracht, die zu seinem Rückzug führte. 2012 trat er auch als Nationalrat zurück. 2010 wurde Zuppiger zum Präsidenten des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes gewählt. Von diesem Amt trat er im Zug der Veruntreuungs-Affäre Ende 2011 zurück. Im Nationalrat war Zuppiger unter anderem Sprecher der Sicherheitspolitischen Kommission, hier bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Affäre um den ehemaligen Armee-Chef Roland Näf 2008. Er initiierte die parteiübergreifenden Jassmeisterschaft der Eidgenössischen Räte. Hier coacht er bei der 3. Ausgabe 2008 die Ratskollegen Urs Hofmann (SP/AG), Isabelle Moret (FDP/ZH), Tarzisius Caviezel (FDP/GR) und Claude Janiak (SP/BL). Neben der politischen Bühne bewegte Zuppiger sich gerne auch in sportlichem Umfeld. 2007 gehörte er dem Ski-Team bei den 51. Britisch-Schweizerischen Parlamentarierskirennen an. Nationalrat und Bundesratskandidat der SVP, Bruno Zuppiger, ZH, aeussert sich am Donnerstag, 8. Dezember 2011, in einem Interview mit der Aargauer Zeitung zu den Vorwuerfen, welche in der "Weltwoche" gegen ihn erhoben werden. (KEYSTONE/Alessandro della Valle) Gemeinsam mit Doris Leuthard sah sich Zuppiger 2006 an der Fussball-WM das spiel Schweiz-Frankreich an. 1999 wurde Bruno Zuppiger für die SVP Zürich neu in den Nationalrat gewählt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bruno Zuppiger ist am frühen Freitagmorgen an plötzlichem Herzversagen gestorben. Das erklärte eine Sprecherin der Familie im Namen von Zuppigers Bruder Josef Zuppiger gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Kantonspolizei hatte zuvor eine entsprechende Meldung über den Tod Zuppigers des «Zürcher Oberländers» bestätigt. Bruno Zuppiger wäre am 24. Februar 64 Jahre alt geworden.

Bedingte Gefängnisstrafe

Zuppiger wurde schweizweit bekannt durch seine gescheiterte Bundesratskandidatur 2011. Als ihn die SVP bereits nominiert hatte, deckte die «Weltwoche» mögliche Verfehlungen Zuppigers auf. Ihm wurde vorgeworfen, bei der Verwaltung der Erbschaft einer früheren Mitarbeiterin bis zu 240'000 Franken veruntreut zu haben.

Bruno Zuppiger anerkannte diesen Vorwurf und einigte sich mit der Staatsanwaltschaft auf eine bedingte Gefängnisstrafe von 13 Monaten.

Verlust zahlreicher Ämter

Die Affäre kostete Zuppiger seinen Posten als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands, sein Nationalratsamt und schliesslich die Unterstützung seiner Partei. Mehrere Unternehmen schlossen ihn zudem aus ihren Verwaltungsräten aus.

Der ehemalige Oberst der Schweizer Armee sass 12 Jahre im Bundesparlament und war unter anderem Mitglied der Finanzkommission, der Sicherheitspolitischen Kommission und der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Er war verheiratet und hatte fünf Kinder.

Hans Fehr, der zusammen mit Zuppiger im Nationalrat sass und gut mit ihm befreundet war, zeigt sich im Gespräch mit 20 Minuten bestürzt über die Todesnachricht. «Das kam völlig überraschend für mich. Erst Mitte Januar hat Bruno mir noch zum Geburtstag gratuliert.» Er werde Zuppiger als humorvollen Menschen und fähigen Finanzpolitiker in Erinnerung behalten. «Was 2011 passiert ist, hat meiner Wertschätzung für ihn keinen Abbruch getan», fügt Fehr an. «Er war ein guter Mann. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.»

(rub/jbu)