1,8 Millionen Franken gesammelt

27. April 2017 19:46; Akt: 27.04.2017 20:09 Print

Schweizer Medienprojekt bricht Weltrekord

von Simon Beeli - Innerhalb von wenigen Stunden haben die Macher von Project R via Crowdfunding über 1,8 Millionen Franken gesammelt. Damit kann das Medienprojekt «Republik» 2018 online gehen.

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Schlange stehen für eine «Republik»-Mitgliedschaft: Der Ansturm vor dem Hotel Rothaus in Zürich ist gross. (Bild: Jan Bolomey/republik.ch)

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Das digitale Magazin «Republik» ist auf Kurs und wird 2018 Realität. Innerhalb von wenigen Stunden haben die Verantwortlichen des Start-ups Project R über 1,8 Millionen Franken gesammelt – das ist Weltrekord für ein Medien-Crowdfunding.

Bisher hatte die niederländische Journalisten-Plattform «De Correspondent» 1,7 Millionen Dollar, ebenfalls über ein Crowdfunding, eingenommen. Und das deutsche Onlinemagazin «Krautreporter» konnte für seine Finanzierung 900'000 Euro sammeln.

Ziel weit übertroffen

«Wir hätten nie gedacht, dass das so anlaufen wird, wir sind überwältigt», sagt Andrea Arezina, als Kampagnenleiterin bei Project R für das Crowdfunding zuständig. «Es scheint bei vielen ein grosses Bedürfnis nach hintergründigem Journalismus zu geben.»

Am Mittwochmorgen um 7 Uhr gings los, bis Donnerstagnachmittag hatten sich über 7300 Mitglieder eingeschrieben (Stand: 27. April, 18 Uhr). Damit wurde das Ziel, 3000 Mitglieder zu gewinnen und 750'000 Franken zu sammeln, weit übertroffen.

«Das ist sehr selten»

Für den Publizisten und Werber Lahor Jakrlin gab es so was noch nie. «Das ist erstmalig, dass für ein Medienprojekt in einer solchen Art und Weise so viel Geld zusammenkommt.» Die ganze Kampagne sei toll gemacht worden, lange vorbereitet und dann kurz ausgeführt. «Dass ein kleines Start-up innerhalb von 24 Stunden über eine Million Franken Fremdkapital generiert, ist sehr selten.»

Jakrlin glaubt, dass die Macher mit ihrem Konzept in eine Lücke springen. «Der Werbefilm ist brillant gemacht und zeigt eine linke Position. Damit will man sich klar von anderen Medien abgrenzen.»

Keine Werbeeinnahmen

«Republik» von Project R soll ein unabhängiges, digitales Magazin werden, das sich auf die Einordnung von Informationen konzentrieren will. Es soll leserfinanziert und ohne Werbeeinnahmen funktionieren.

Wer 240 Franken bezahlt, erhält ein Jahresabonnement und ist gleichzeitig Mitglied der Genossenschaft. Pro Tag werden drei Texte publiziert, die dann auch mit Freunden geteilt werden können.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon Buri am 27.04.2017 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    Unabhängiger Journalismus ist nicht "links"!

    Beeindruckend, dass sich sogar hier eine tendenziöse Aussage reingeschmuggelt hat. "Links" soll der Werbefilm sein? Unabhängiger, freier und sachlicher Journalismus hat genau nichts mit links oder rechts zu tun. Aber viel damit, dass Populisten, egal von links oder von rechts, nicht über die Inhalte unserer Medien bestimmen sollen.

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  • Markus Lüthi am 27.04.2017 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tolles Zeichen

    Innert kürzester Zeit 2 Millionen Franken mit Crowdfunding eingespielt. Das beweist, dass der Hunger gross ist nach Inhalten, Recherchen, gutem klassischen Journalismus. Ganz tolles Zeichen, dass alle setzen, die sich daran beteiligen.

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  • marko 32 am 27.04.2017 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandro am 28.04.2017 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe mal das Beste

    Hoffe mal dieses Unternehmen ist mutig und ehrlich genug, um sich auch mit unangenehmen Realitäten zu befassen und neutral und faktisch zu informieren. Stimmungsmachende Pseudomedien haben wir genug bei Links und Rechts.

  • Nora am 28.04.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht keinen Journalismus..

    ..sondern absolute Transparenz. Jegliche Information über alles und jeden muss jederzeit und von überall zugänglich sein. Von der Schuhgrösse, Bankinformationen, Internetverlauf und Bewegungsprofil jedes Einzelnen über Transaktionen, Kommunikations- und Meetinaufzeichnungen und aller Dokumente von Unternehmen, Regierung und Politik. Die totale Abschaffung aller Geheimnisse unter dem Deckmantel der Privatsphäre. Wir brauchen eine gläserne Welt in der jeder weiss was jeder andere jederzeit und überall tut, sagt und im Idealfall denkt. Alles andere ist Heuchelei.

    • David Stoop am 28.04.2017 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Nora

      Fast wäre ich versucht, Ihnen so eine Welt zu wünschen ... aber dann erinnere ich mich, dass man nicht grausam und unmenschlich sein soll. Leben Sie lange und in Frieden ... und mögen sich ihre Wunschträume nie erfüllen.

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  • Jonas am 28.04.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Rubikon

    Auch der Rubikon befindet sich gerade im Aufbau und scheint ein vielversprechender und dringend benötigter Beitrag zu einer vielschichtigen Medienlandschaft zu werden und einen höchst interessanten Beirat zu stellen. Endlich... Wünschen wir den beiden spannenden, neuen Medienportalen viel Erfolg.

  • A.albert am 28.04.2017 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Die Idee finde ich super und ich gratuliere den Machern zu ihrem Erfolg. Aber was soll das mit dem linken Werbefilm? Journalismus sollte neutral sein und nicht politisch platziert. Ansonsten ist es einfach eine weitere Medienplattform für gezielte politische Beeinflussung.

  • Simon am 28.04.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schön und gut, aber...

    Und wo ist jetzt da der Unterschied zum geplanten Wikitribune? Abgesehen davon, dass ich hier 240 Franken hinblättern muss und bei Wikitribune nicht.

    • Christoph am 28.04.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Journalismus muss unterstützt werden

      Wikitribune ist englischsprachig und soll danach auch mehrsprachig an den Start gehen. Republik ist deutschsprachig. Unterstütze das Projekt, das dich am meisten anspricht. Hauptsache, unabhängiger Journalismus wird unterstützt - egal wie.

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