Pussyhat in der «Arena»

11. März 2017 13:11; Akt: 13.03.2017 11:37 Print

«Ah, die Christa geht schon zur Arbeit»

Die Feministin strickt einen Pussyhat, der Moderator fragt, ob der Kampf gegen die männliche Unterdrückung nicht langsam vorbei sei. So verlief die Emanzipations-«Arena».

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Das Fazit der «Arena» vom Freitag ist: Den Pussyhat, den Feministin Nadja Schnetzler in der Sendung gestrickt hat, kriegt Moderator Jonas Projer geschenkt. Kein Wunder: Die Teilnehmer der Runde haben ihre Meinungen gemacht und lassen sich nicht von den Argumenten ihrer Gegner überzeugen – auch nicht mit einer pinken Mütze.

Projer sagt zu Beginn: «Frauentag, Frauenstreik, Emanzipation – das sind doch heute alte Zöpfe.» Der prominenteste «Arena»-Gast in der Woche des Frauentags ist Christa Rigozzi. Die frischgebackene Mutter legt sich ins Zeug für mehr Denken ohne Geländer.

«Beide Geschlechter haben etwas davon»

Rigozzis Hauptargument für die Emanzipation ist schnell begründet: «Die Mütter, die zuhause bleiben, sollen zuhause bleiben», sagt sie. «Wir sagen nicht, die Mütter müssen zur Arbeit gehen. Aber die Mütter, die zuhause bleiben, sollen nicht sagen, ah; die Christa geht schon zur Arbeit.»

Rigozzi, die Anfang Jahr Mutter von Zwillingen wurde, steht seit knapp zwei Wochen wieder voll im Berufsleben. SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr steht auf ihrer Seite. Die Frauenbewegung findet sie zwar ein wenig nostalgisch. Doch es würden sich jetzt viel mehr Männer am Engagement beteiligen. «Fehlende Gleichstellung der Frauen ist auch fehlende Gleichstellung der Männer», sagt sie. «Es ist eine Befreiungsbewegung, die beide Geschlechter angeht und von der auch beide etwas haben.»

Keine Karriere, weniger wert?

«Sollte die nicht bei den Kindern sein?» lautete der Titel der «Arena» und SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler fand: Ja. Es sei immer am Besten, wenn die Familie für die Kinder schaue. Auch ist sie davon überzeugt, dass zu viel Auflehnung kontraproduktiv sei und die Männer benachteiligt sein könnten.

Marco Giglio, Präsident des Vereins Helvetia Christiana, sieht noch mehr Gefahren in der Emanzipation. Er macht sich Sorgen, dass zu viel Druck auf Frauen ausgeübt werde. Man müsse aufpassen, dass «sie» nicht das Gefühl hätten, «wenn ich nicht Karriere mache, bin ich weniger wert.»

18-Jährige will auch als Mutter weiterarbeiten

Während Feministin, Journalistin und Autorin Nadja Schnetzler weiterstrickt, meldet sich eine 18-jährige Zuschauerin zu Wort. Sie wolle nicht in eine Zukunft gehen und wissen, dass sie mit Arbeiten aufhören müsse, wenn sie ein Kind bekomme. Denn wenn ihr Partner bei gleicher Arbeit mehr verdiene, sei klar, dass der aufhöre, der weniger verdiene.

Geissbühlers Argument, die Frauen müssten sich zur Wehr setzen und notfalls gerichtlich gegen die Lohnungleichheit vorgehen, lässt die 18-jährige Kauffrau nicht gelten: Es gebe Frauen, die sich ihres Rechts nicht bewusst seien. Und Frauen, die Angst davor hätten, zu ihrem Chef zu gehen und zu sagen, «du kannst mich nicht so behandeln.» Geissbühler entgegnet der 18-Jährigen, wenn Frauen schon alles wollten, dann müssten sie sich durchsetzen.

(oli)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vater zweier Kinder am 11.03.2017 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wa(h)re Familie

    Kinder auf die Welt stellen, fremdbetreuen / - erziehen lassen und schnellstmöglich wieder zur Arbeit springen. Warum hat man dann Kinder?

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  • gloria derungs am 11.03.2017 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so langweilig.

    das ganze war so sinnlos wie langweilig. gleicher lohn wird es nie geben, den gibt es nicht mal unter männern. egal, ich halte eh nicht viel von emanzen und hardcore feministinnen.

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  • 50+ am 11.03.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arena

    Die Qualität der Sendung ist nicht mehr, was sie einmal war und deshalb schaue ich sie nicht mehr an. Der Hype um den Weltfrauentag bietet offenbar Plattform für diese und jene. Mir geht das Gerede um Feminismus auf die Nerven als Frau, hat gesellschaftlich, in der Beziehung von Mann und Frau mehr Probleme geschaffen als Gutes bewirkt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli der Schweizer am 13.03.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sache der Wahl

    Leider ist es für vielen keine Wahl ob die Mutter zu Hause bleibt. Zu viele Männer wollen sich keine Mühe machen, das Arbeiten der Frau zu ermöglichen. Leider gibt es zu viele Familien die von einem Lohn nicht leben können. Damit die Gleichberechtigung der Frauen mal Ernst genommen wird, sollte man sich mal Gedanken machten über gleiche Löhne für Männer und Frauen und genügend Kinderhorten schaffen. Es geht hier nicht um Männer und Frauen, sondern um Menschen die alle verantwortlich sind für die Erziehung der Kinder und sich individuell Gesellschaftlich und Wirtschaftlich entwickeln können.

    • Mary J. am 13.03.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      Gut erkannt!

      Das war genau der Grundtenor der Arena!!

    • Schweizer am 17.03.2017 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli der Schweizer

      Richtig! Würde man diese Überlegung noch auf Dienstersatz, Wehrpflicht, Unterhaltspflicht, Mitentscheidungsrecht beim Kinder bekommen (nicht nur finanzieren) und der Wittwenrente sowie beim Pensionsalter machen, wären wir schon fast bei der Gleichberechtigung. Wenn beide die selben Pflichten haben und Abgaben leisten, sollen auch beide gleich viel verdienen. Aber genau bei dem Pflichtenteil hört die Gleichberechtigung auf.

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  • CH-Meinung am 13.03.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    10 x Fr. 1'000.-- -Auftritt im Monat

    macht Fr. 10'000.-- im Monat - , das mach im Jahr Fr. 100'000.-- dazu kommen sonst noch weitere ringverdiente Nebenjobs, also ringverdientes Gelt für wenig Arbeit - und diese Frau will uns sagen wie sie hart arbeitet.

    • Mary J. am 13.03.2017 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      Nörgeln

      Hat sie doch gar nicht!! Ihre Argumentation war sehr gut und zielte darauf dass sie als Mutter arbeiten geht!!!!

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  • Michèle am 12.03.2017 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frustrierte Freundinnen

    was mich extrem gestört hat in der Arena von CR ist die Tatsache, dass sie viele frustrierte Freundinnen hat welche den Tag im shopping-center mit den Kids verbringen. dies zeigt mir das Niveau von ihr und ihren Freundinnen, nicht zu vergessen wie sie diese öffentlich beleidigt!

  • Mike am 12.03.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverliebt und Mediengeil

    Diese Rigozzi ist in den Medien omnipräsent, weniger wäre manchmal mehr..

  • Leni am 12.03.2017 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich !

    was ich überhaupt nicht verstehe, sind diese Frauen die ihre Kinder in die Krippe bringen und dann wieder nach Hause gehen... Das gibt es hier am Zürichsee viel !

    • Roland am 12.03.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      Kinder als Mittel zum Zweck?

      Ja ich frage mich das auch: Wozu brauchen Frauen ein Kind, wenn sie es von anderen grossziehen lassen? (Ich meine nicht jene, die ungeplant oder ungewollt schwanger werden).

    • Manu am 12.03.2017 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      Gegenfrage

      Ihr Männer solltet mal über Eure Rolle nachdenken. wozu braucht es Euch Männer überhaupt?

    • 50+ am 12.03.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manu

      Ohje, mit dieser Einstellung kommen Sie nicht weit, damit werden Sie beziehungsmässig garantiert nicht glücklich. Was soll die unnötige "Kampfeshaltung" Männern gegenüber?

    • Roland am 12.03.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Manu

      Es ist natürlich eine "gegenseitige" Sache,sonst gäbe es ja auch kein Buschi :-) Ich finde es dazu perfid,dass eine Mutter ihr Kind zuhause gratis"selbstverständlich"betreut,gleichzeitig die Fremdbetreuung vom Staat finanziert wird.Wäre es nicht sinnvoller,diese Finanzierung den Müttern direkt zu überweisen(jene die das möchten)damit sie länger bei ihren Kindern sein können?Alle Mütter müssten Millionäre sein,würde ihre Betreuungsarbeit zuhause bezahlt!Warum soll eine Frau-eine Mutter-heute scheinbar nur noch etwas wert sein,wenn sie einen Job hat,erfolgreich ist-dazu noch gut aussieht?

    • Chris am 12.03.2017 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roland

      Die Kita Betreuerinnen haben eine Ausbildung, die eine Minimumqualität garantiert. Dies haben die meisten anderen Mütter nicht....So lange die Qualität der Erziehung nicht kontrolliert werden kann, sicher keine Direktzahlungen.

    • SUBU am 12.03.2017 17:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Roland

      Nicht nur die Frauen wollen Kinder, auch die Maenner, wer hat eigentlich bestimmt, dass sich die Frau fuegen soll und der Mann weiter in seinem vertrauten Nest sitzen bleiben kann???

    • Mami am 12.03.2017 18:32 Report Diesen Beitrag melden

      Läckboby...

      Jetzt kommt ein Herr Chris und beurteilt die Mutter-/Betreuungsfähigkeit von anderen. Bei Ihnen müssen einige Schrauben locker sein im Oberstübchen! Entschuldigen Sie meine Wortwahl, aber das kann ich einfach nicht anders sagen. Wieviele Mütter würden dann wohl zuhause bei ihren Kindern bleiben, wenn ihre "selbstverständliche" Arbeit bezahlt würde? Oder die Fremdbetreuung müsste auch gratis sein, die gleichen Bedingungen wie sie eine Mutter hat. Oder sind Sie in der Fremdbetreuungsbranche? Denken Sie mal darüber nach.

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