Federer und Co.

02. Februar 2013 23:36; Akt: 03.02.2013 05:28 Print

Maurer holt «Freunde» ins Olympia-BootMaurer holt «Freunde» ins Olympia-Boot

Sportminister Ueli Maurer will unbedingt die Olympischen Winterspiele 2022 nach Graubünden holen. Mit einer Reihe Promis will er die Werbetrommel rühren. Nicht zur Freude seiner Partei.

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Die Abstimmung über die Olympia-Kandidatur 2022 in Graubünden steht auf der Kippe. Jetzt versucht Bundespräsident Ueli Maurer laut Recherchen der «SonntagsZeitung», mit Hilfe von 100 Prominenten dem Olympia-Projekt doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Umfrage
Olympische Spiele 2022 in der Schweiz - Ja oder Nein?
58 %
39 %
3 %
Insgesamt 4464 Teilnehmer

Vier Wochen vor dem Urnengang wird hinter den Kulissen eine grosse Pro-Werbekampagne vorbereitet. Kernstück sind 100 Persönlichkeiten aus Sport, Kultur und Wirtschaft, die sich als Botschafter zur Verfügung stellen. Prominentestes Aushängeschild der neu gegründeten Gruppe «Freunde von Graubünden 2022» Olympia-Kandidatur-Befürworter ist der Tennisstar Roger Federer.

Für eine Kandidatur ins Zeug legen sich auch Natitrainer Ottmar Hitzfeld, Skispringer Simon Ammann sowie Langläufer Dario Cologna. Mit dabei sind auch Wirtschaftsgrössen wie UBS-Chef Sergio Ermotti, WEF-Gründer Klaus Schwab und Swiss Life-Präsident Rolf Dörig.

SVP-Nationalräte wollen Bundesmilliarde

Gegenwind droht dem Sportminister ausgerechnet von seiner eigenen Partei, der SVP. Nachdem die Finanzkommission (Fiko) einer Defizitgarantie eine Absage erteilt hat und festschreiben will, dass allfällige Mehrkosten von Graubünden, dem IOC oder vom Trägerverein getragen würden, drohen Bündner Politiker mit dem Abbruch der Kandidatur.

SVP-Nationalrat Heinz BrandHeinz
Brand

SVP, GR
Nationalrat
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Flury Stiftung, Schiers
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sagt zur «SonntagsZeitung»: «Entweder übernimmt der Bund die Defizitgarantie oder wir müssen das mit den Spielen lassen.» Die Bündner BDP-Finanzdirektor Barbara Janom Steiner, doppelt nach: «Für uns gibt es nichts zu verhandeln. Eine Defizitgarantie ist in dieser Abstimmungsvorlage explizit ausgeschlossen und sie wäre in Graubünden auch nie mehrheitsfähig.»

Doch in Bundesbern denkt man nicht daran, den Bündnern einen Blankochef auszustellen. Im Gegenteil: Der Waadtländer SVP-Nationalrats Jean-Pierre GrinJean-Pierre
Grin

SVP, VD
Nationalrat
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Moulin, Yverdon
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beantragt, den Bundeskredit von einer Milliarde auf 700 Millionen Franken zu stutzen.

Zwar gilt die zuständige Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) als eher Olympia-freundlich; Beobachter sehen aber intakte Chancen, dass im Rat eine Allianz aus linksgrünen Olympiaskeptikern, konservativen Finanzpolitikern und Romands dem Ansinnen schliesslich zustimmt. Damit müssten die Bündner 300 Millionen Franken auf den Tisch legen.

(aeg)

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  • Theo am 03.02.2013 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerzahlende wollen mitreden

    Die Steuerzahlenden (wir) müssen unbedingt ein Wort mitreden dürfen.

  • Thomas Percy am 03.02.2013 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Olympia Ja oder Nein?

    Ja: 1.Tut gut für unser etwas ramponiertes Image. 2.Fördert den Sport. Nein: 1.Wenn vorallem die Bünder die Spiele wollen, dann sollen sie sie auch selber bezahlen(Ich werde keinen einzigen Rappen diesen sonst schon verwöhnten Schigi Miggi Dörfern Davos und St.Moritz zahlen) 2. Solche Spiele kann man sicher nicht Umweltneutral durchführen. 3.Heute muss jede Olympiade grösser und besser sein, als die letzte. "Klein aber fein" kommt wahrscheinlich bei vielen nicht an. 3. Der wichtigste Punkt:Wer profitiert von den Spielen? Höchstens die beiden Dörfer und sonst vorallem die wahrscheinlich immer gleichen Profiteure. 4. Wenn es ein Defizit gibt, wer zahlts? Deswegen bin ich gegen eine Kandidatur!

  • Tomi am 03.02.2013 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH Olympia

    Statt Graubünden die ganze Schweiz nehmen. Die meisten anderen Olympia-Orte sind flächenmässig auch nicht kleiner. Dann soll der Bunde volle Defizitgarantie geben. Dann hätten die restlichen Jahre um alles perfekt zu organisieren, wie man es von der Schweiz erwarten würde. Zentren wären Chur und Lausanne und einmal nicht Bern oder Zürich. Das wäre doch eine gute Sache und alle könnten dahinter stehen.