Feuerwehr im Einsatz

10. Oktober 2012 20:08; Akt: 10.10.2012 21:14 Print

Rekord-Regen lässt Pegel steigen

Ergiebige Niederschläge haben die Bach- und Flusspegel im Kanton Bern ansteigen lassen. In den Kantonen Schwyz und Glarus fiel in den letzten 48 Stunden mehr Regen als sonst im ganzen Monat Oktober.

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Überflutete Felder an der Thur bei Gütighausen/Thalheim an der Thur. Fribourg: Die Stadt steht am Mittwochabend unter Wasser. Der Altwiserbach hinterlässt seine Spuren: Hochwasser im Luzernischen Mosen. «Man kann den vielen Regen auch so nützen ;) wir padeln im künstlichen See vor dem Haus», schreibt Leser-Reporterin Anouk Bühler aus Rellikon bei Egg, ZH. Der Herbst zeigt sich diese Woche nicht von seiner goldenen Seite - im ganzen Land giesst es wie aus Kübeln. Die Thur ist nach diesen regenreichen Tagen doppelt so breit wie sonst. Bild: Brücke zwischen Altikon und Niederneunforn. Die Ergolz in Füllinsdorf BL ist über die Ufer getreten. Die Bünz in Hendschiken AG ist randvoll. Land unter in Rapperswil-Jona. Wenn der (Alb-) Traum vom Biotop im Garten wirklich wird: Reichenbach SZ. In Ziegelbrücke sammeln sich die Niederschläge zu riesigen Seen. Die Zürcher Reppisch ist bereits über die Ufer getreten. «Hoffentlich erkenne ich die Gegend wieder, wenn ich heute Abend zurückkomme», sagt Manuela Maurer aus Stallikon. In Gelfingen AG fliessen Sturzbäche die Strassen runter. Zürich Alt St. Johann steht praktisch unter Wasser. Wasser-Pingpong in der Badi in Aesch LU. In Hombrechtikon entstehen Wasserstrassen. Das Auto könnte bald mit einem Motorboot getauscht werden. Und das Velo gegen ein Pedalo (Lindenberg AG/LU). Rifferswil ZH: Strassen werden zu Bächen... ... und Parkplätze zu Seen (Lausen BL). In der Nähe der Gemeinde Baar ist ein Fischweiher über die Ufer getreten und setzte ganze Strassen unter Wasser. Baar glich zeitweise selbst einem Weiher. Baar ZG Auch die Nachbargemeinde Neuheim ZG trafen die Überschwemmungen. Neuheim ZG Doch nicht nur die Gewässer im Kanton Zug schwollen an - der Aare in Bern ging es ähnlich. Der Fluss trat zeitweise leicht über die Ufer. Bern Einsiedeln, SZ. In Zürich-Altstetten stand am 9. Oktober die Flurstrasse unter Wasser. Schuld war aber ausnahmsweise nicht der Regen - sondern ein Rohrbruch.

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Der starke Regen führte an vielen Orte der Schweiz zu Überschwemmungen, gefluteten Kellern und kleineren Erdrutschen. So wurden laut SF Meteo im Engelbergertal OW und in den Waadtländer Alpen über 70 Liter Niederschlag gemessen. Der Höchstwert von 126 Litern wurde jedoch in Amden-Arvenbüel SG gemessen.

Auch im Kanton Bern haben starke Niederschläge die Bach- und Flusspegel ansteigen lassen. Grössere Schäden wurden bis Mittwochabend aber nicht bekannt, wie ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Nach seinen Angaben war am Mittag ein Abschnitt auf der Hauptstrasse zwischen Aarberg und Lyss überschwemmt worden. Im Berner Jura trat das Wasser da und dort über die Ufer; bei Corgémont stand eine Nebenstrasse unter Wasser.

SMS an Mattenquartier-Bewohner

In der Stadt Bern beobachteten die Einsatzkräfte aufmerksam den Pegelstand der Aare. Die Abflussmenge stieg bis am Abend auf 350 Kubikmeter pro Sekunde.

Der Alarmwert liegt mit 400 Kubikmetern pro Sekunde zwar noch deutlich höher. Die Feuerwehr verschickte aber vorsorglich ein SMS an die Bewohner des Mattequartiers, um sie auf das mögliche Eindringen von Wasser in die Keller hinzuweisen. «Es ist kein Alarm, aber wir wollen die Bevölkerung für die Situation sensibilisieren», sagte Franz Märki von der Berufsfeuerwehr Bern auf Anfrage. Über Nacht werde man die Aare aufmerksam beobachten, vor allem in Bezug auf mögliches Schwemmholz.

Brienz an der Spitze

Zugleich habe man Sofortmassnahmen im Bereich der Kanalisation ausgelöst und auch die Abschnittsverantwortlichen für den Fall eines Einsatzes bestimmt. Denn der Thunersee steige immer noch an. Märki wies aber auch darauf hin, dass sich die Lage nach Angaben der Meteorologen in der Nacht zum Donnerstag beruhigen sollte.

Am Abend sollte es nach den Erwartungen der Meteorologen noch etwas Regen geben, allerdings bei vergleichsweise kleinen Niederschlagsmengen. In der Nacht sollte es zunehmend abtrocknen. So werde sich die Situation in den Hochwassergebieten langsam entschärfen, teilte Meteonews mit.

Weite Teile des Kantons bekamen von Montagmittag bis Mittwochabend erhebliche Regenmengen ab. Laut Meteonews stammt der Spitzenwert aus Brienz mit 88,4 Litern pro Quadratmeter. Auf dem Napf waren es gut 83, auf dem Chasseral fast 75 Liter. Auch aus Adelboden und Meiringen wurden über 70 Liter gemeldet.

(sda)

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