Foltermethoden in An'Nur-Moschee

19. August 2017 12:18; Akt: 19.08.2017 12:18 Print

«Deinen Schädel zerstören oder dich köpfen?»

In der Winterthurer An'Nur-Moschee sollen zwei junge Männer gequält worden sein. Sie berichten von ihrer Todesangst.

storybild

Der Eingang der An'Nur-Moschee in Winterthur am Dienstag, 17. November 2015. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Was spielte sich am 22. November 2016 in der Winterthurer An'Nur-Moschee ab? Der «Tagesanzeiger» zeigt die Ereignisse der besagten Nacht noch einmal auf - inklusive Polizeiprotokoll.

Zwei junge Männer – die Zeitung nennt sie Ali und Moez – sollen von extremen An'Nur-Gängern gefoltert worden sein. Der Grund: Nach einer Razzia wird innerhalb der Moschee nach Verrätern gefahndet. An besagtem Abend wird Ali während des Abendgebets beim Fotografieren mit dem Handy erwischt. «Sie brachten ihn in eine Ecke. Sie schlossen die Türen der Moschee, ­sodass niemand die Moschee verlassen konnte. Sie sagten immer wieder: Wie willst du sterben?», berichtet sein Freund Moez, der in dieser Nacht die Polizei alarmiert.

«Das ist das Ende. Ich werde sterben»

Dass die beiden mit dem Tod bedroht worden seien, bestreiten die mutmasslichen Peiniger. Eine Polizistin schreibt allerdings in ihrem Rapport zum Einsatz: «Persönlich habe ich in meiner Laufbahn als Polizistin noch nie so sehr eingeschüchterte und verängstigte Menschen gesehen.»

Weiter schreibt die Beamtin mit sieben Jahren Erfahrung: «Die Gesichter der beiden Männer widerspiegelten pure Angst.» Ali sagt über die eineinhalb Stunden, in denen er eingesperrt war, er habe gedacht: «Das ist das Ende. Ich werde sterben.» Ein Angreifer habe ihn gefragt: «Sollen wir ­deinen Schädel zerstören oder sollen wir dich ­köpfen? »

Die beiden Männer haben Strafanzeige erstattet: «Diese Leute sind sehr extrem und sehr aggressiv. Sie haben mir gedroht, sie werden meine gesamte Familie töten. Sie haben alle meine Daten und die meiner Angehörigen. Ich habe extrem grosse Angst, und ich habe das schlimme Gefühl, dass diese Leute dabei sind, in der Schweiz etwas sehr Schlimmes zu organisieren», so Moez.

Übernommen von «Tagesanzeiger» und bearbeitet von 20 Minuten.

(bla)