Dreieck Bern/Basel/Zürich

03. Januar 2016 21:54; Akt: 03.01.2016 21:54 Print

SBB-Züge warten Anschlüsse nicht mehr ab

Die SBB haben 10'000 Strecken getestet. Die Bilanz: Kürzere Wartezeiten führen zu mehr Kundenzufriedenheit.

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Insgesamt wurden 10'000 Strecken überprüft: Pendler im Hauptbahnhof Zürich. (14. Dezember 2015) (Bild: Keystone/Nick Soland)

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Wie lange wartet ein Anschlusszug im Hauptbahnhof Zürich, wenn ein vorheriger Zug Verspätung hat? Wie viel Zeit bleibt einem Pendler, um vom einen zum anderen Gleis zu spurten? Bei jeder einzelnen Verbindung des SBB-Dreiecks Bern/Basel/Zürich hat das Unternehmen die eingeplante Reservezeit überprüft – insgesamt wurden so 10'000 Strecken analysiert. So konnten die SBB die Wartezeiten nach unten korrigieren, einige sogar bis zur Nulltoleranz: Die Anschlusszüge warten nun weniger lang – sind dadurch aber pünktlicher.

Die Auswertung läuft zwar noch, doch schon jetzt ist klar: Die Bilanz wird positiv ausfallen. «Die Resultate aus dem Pilotversuch im Dreieck Zürich/Bern/Basel zeigen, dass knappere Wartezeiten einen positiven Beitrag zur Kunden- und Anschlusspünktlichkeit und zur Netzstabilität leisten», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig zur «Schweiz am Sonntag». Die Züge seien so beispielsweise ab Basel und Bern im Oktober pünktlicher in Zürich eingetroffen. Dadurch konnten mehr Kunden ihre Anschlüsse erreichen.

Der ICN nach St. Gallen wartet nur noch eine Minute

Die Nulltoleranz bei Anschlüssen gilt für fast alle Verbindungen: «Generell kann man sagen, dass ab Zürich die Züge Richtung Westen nicht mehr auf verspätete Anschlusszüge warten», sagt Ginsig. «Es fahren sechs Züge innerhalb weniger Minuten kurz nacheinander in die gleiche Richtung. Wenn also der erste dieser sechs Züge eine Verspätung abwartet, so fahren die fünf Folgezüge, alle ebenfalls mit Pendlern unterwegs, auch verspätet ab.» Dies wiederum hätte zur Folge, dass eine deutlich grössere Zahl an Pendlern beispielsweise den Busanschluss am nächsten Haltepunkt verpassen würden. Keine oder kürzere Wartezeiten gelten auch für andere Richtungen.

So wartete im Zürcher HB der ICN nach St. Gallen bis anhin 3 Minuten auf verspätete Züge – jetzt ist es nur noch 1 Minute. SBB-Chef Andreas Meyer sagt: «Es geht den SBB darum, dass mehr Kunden ihr Ziel pünktlich erreichen.» Die SBB seien überzeugt, dass der grösste Teil der Kunden besser fahren würde als bisher. Sollte dies nicht der Fall sein, so Meyer, «wird das Projekt gestoppt». Diese Projekt werde von der Konzernleitung aus diesem Grund «eng begleitet».

(nab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian Huber am 03.01.2016 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB tut ihr bestes

    Das ist die richtige Entscheidung. Schliesslich sind in den Zügen die warten auch Fahrgäste. Mit dieser Entscheidung stärkt die SBB die Ziele: Pünktlich,Sauber,Sicher. Die SBB macht nicht immer alles Perfekt aber die machen alle Ihr Bestes und haben somit UNSERE Bahn an die Weltspitze befördert. Tolle Sache, dass die SBB nun aufgrund von Tests auch reagiert und nicht nur redet und Kampagnen lanciert. Tolle Arbeit und super neuer Fahrplan. Für alle die jetzt wieder die Preiserhöhung anbringen und die Pünktlichkeit bezweifeln. Es reicht eine Reise nach Deutschlandum zusehenwas für Glück wirhaben

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  • Tim13 am 03.01.2016 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Wer hätte das wohl gedacht. Endlich mal was gegen die immer zunehmende Verspätung der Züge. Ist aber längst überfällig.

  • JudPri am 03.01.2016 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute Sache!!!

    Ich muss(!) seit einem Monat, seit langer Zeit, wieder regemässig Zug fahren, und muss sagen, das ganze klappt meiner Ansicht nach hervorragend! Gute Anschlussverbindungen mit kurzen Wartezeiten! Will aber hier noch gleich loswerden, dass ich im Busverkehr auch den halben Preis erwarte wie bei den Zügen, wenn ich ein Halbtax habe!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger Schumacher am 04.01.2016 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Leistungsabbau

    Vielen Dank für einen weiteren Leistungsabbau. Die Strecke Winterthur - Othmarsingen ist somit unbrauchbar geworden. Weil sich der Zug Winterthur nach Zürich HB verspätet hat, habe ich den ohnehin schon knapp berechneten Anschluss von 6 Minuten verpasst. Mein Arbeitsweg hat sich im nu von einer Stunde auf zwei verdoppelt.

  • Marc am 04.01.2016 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer die vergleiche

    Vergleichen sie nicht Schweiz mit De , in Gegensatz zu De ist die Schweiz eine Modeleisenbahn! Hier läuft es nicht viel besser, wieso gibt es sonst so viele unzufriedene Kunden bei SBB wie auch DB. Bei der DB habe ich aber noch was zu Essen am Abend da viel günstiger, bei der SBB bleibt der Magen lehr.

    • Heinz am 04.01.2016 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      Zufriedenheit

      Ach, unzufriedene Kunden gibt es viele, überall und nicht nur bei der SBB. Dies ist eine Zeiterscheinung. Immer ist alles schlecht, die anderen unfähig, man weiss alles besser usw... Dabei hätten wir immer noch viel mehr Gründe zufrieden zu sein als unzufrieden. Aber man muss das Gute auch sehen wollen!

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  • Jogibear am 04.01.2016 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..welche Änderung?

    ist das etwas neues? War doch schon immer so.

  • luca am 04.01.2016 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zvv

    das ganze zvv spinnt! was haben sie sich dabei gedacht schlussendlich müssen wir warten nicht diese zvv mitarbeiter das macht mich so wütend habe schon 4mal angerufen zum reklamieren und es enderet sich gahr nichts!!! schmarozerei!!!

    • zvvnutzer am 04.01.2016 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luca

      Was hat der Artikel mit der zvv zu tun?

    • Otto Weibold am 04.01.2016 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht verstanden

      Entschuldigen Sie bitte höflichst aber ich verstehe Ihren Text nicht.. Könnten Sie bitte klar formulieren was Sie genau ärgert?

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  • D. Furter am 04.01.2016 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Verbesserung

    Wäre mal wünschenswert, wenn die SBB mal die ganzen Verspätungen in den Griff kriegen. Heute wieder 8 min Verspätung und den Anschluss nach Olten ging in Rauch auf. Arbeitsweg heute: 2 Stunden von Urdorf nach Olten (vor der Umstellung 1 Stunde). Wo sind nun die versprochenen Verbesserungen?

    • Theo Gerber am 04.01.2016 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Move

      Bitte in die Nähe vom Arbeitsort ziehen! Die unnötige Umweltbelastung könnte eingespart werden. Die künftigen Generationen werden es Ihnen danken. Zusätzliches Plus für Sie, kein langer Arbeitsweg mehr.

    • Natalie am 04.01.2016 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      Move?

      Was für eine Umweltbelastung denn? Ich pendle mit enem Zug, der sowieso fährt...

    • Steinwerfer am 04.01.2016 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      @theo gerber

      Sie denken auch nicht weiter als Ihre Nasenspitze... Aktuell ist ein MA durchschnittlich 3 bis max. 5 Jahre beim gleichen Arbeitgeber. Ich nehme an, dass Sie gerne umziehen und womöglich dazu Ihre ganze Familie. Ausserdem kann es ja auch nicht sein, dass allfällig vorhandenes Wohneigentum so alle paar Jahre die Hand wechseln soll... Sorry, aber Ihr "umziehen"-Argument ist so etwas von ausgelutscht und trifft bestenfalls noch auf eine Minderheit der MA zu...

    • Tileria am 04.01.2016 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Furter

      meine güte 8min ungeheuerlich nei wirklich....da ist ja die deutsche bahn mit 1-2 stunden verspätung noch sehr human....

    • DinChef am 04.01.2016 15:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, ja, genau so ist es

      @Natalie: Und weil das jeder von sich sagen kann, gibts auch vonseiten des ÖV keinerlei Umweltbelastung, nicht?

    • M. Saurer am 04.01.2016 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Tileria

      Die 8min sind nicht das Problem. Das Problem ist der Anschluss, der nicht wartet. So werden aus den 8min kurzerhand 60min.

    • Tileria am 04.01.2016 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M. Saurer

      jo shit happens, wenn jeder anschluss zug wartenwürde, würde es bei jedem zug zu verspätungen kommen. klar nervt es einem. aber wenn es immed der selbe zug ist(was meiner erfahrung nach nicht der fall ist) dan nimmt man halt einen zug eher.bei der sbb arbeiten auch nur menschen welche fehler machen, dennoch leisten sie sehr oft gute arbeit, und sind pünktlicher als manch andere verbindungen

    • pipo am 04.01.2016 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Furter

      Ich fahre fast jeden Tag Zug, und ich würde sagen 50% ist der Pendler schuld das die Züge zu spät kommen. Das Problem ist, dass ein Zug sechs oder noch mehr Türen hat, aber alle nich voll genutzt werden. alle möchten in die gleiche Tür. Ich sage immer gerne, die Menschen sind wie Schafe, alles Herdetiere. Beobachtet doch mal das selber. ;-)

    • M. Saurer am 04.01.2016 16:47 Report Diesen Beitrag melden

      @pipo

      liegt es nicht vielmehr daran, dass die Züge so aufgeteilt sind, dass die erste Klasse näher bei den Unterführungen/Umsteigemöglichkeiten liegt als die zweite und man immer zuerst ein beachtliches Stück gehen/rennen muss um die erste Türe zweiter Klasse zu erreichen? Ist man bei dieser Türe ertönt meist schon der Pfiff des Kondukteurs und man muss sich gut überlegen, ob man noch zur nächsten oder übernächsten Türe rennen muss. In Thun beobachte ich dieses Phänomen täglich.

    • Bruno Menzi am 04.01.2016 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      Emissionslos

      "Und weil das jeder von sich sagen kann, gibts auch vonseiten des ÖV keinerlei Umweltbelastung, nicht?" Natalie fährt in der Freizeit vermutlich auch noch ein emissionsloses Elektroauto. Da müssen wir dann aufpassen, dass die Welt mit ihrem Verhalten nicht zu sauber wird...

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