Ausbreitung im Norden

12. April 2017 21:46; Akt: 12.04.2017 21:46 Print

Die Tigermücke reist per Auto und Zug

Im Süden der Schweiz breitet sich die Tigermücke weiter aus. Auch im Norden muss man künftig mit ihr rechnen. Trotzdem sind die Bedingungen für Mücken nicht gerade günstig.

Die Ergebnisse des Tigermückenmonitorings sehen Sie im Video. (Quelle: Standeskanzlei Graubünden)
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Im Kanton Graubünden wurde 2016 ein Tigermücken-Monitoring durchgeführt. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor, wie das kantonale Amt für Natur und Umwelt am Montag mitteilte. Während eines Jahres wurden rund 100 Eierfallen aufgestellt. Das Monitoring konzentrierte sich auf das südliche Misox und die Raststätten an der A13, wie es in der Mitteilung heisst. In 15 Eierfallen wurden Tigermückeneier nachgewiesen. Bei zwei Proben wurden bis zu 100 Eier gefunden, bei drei bis zu 50.

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Die Behörden wollen das Monitoring nun auch im laufenden Jahr fortführen. Das Gebiet soll dazu gegen Norden ausgedehnt werden. Auch im Tessin steht die Tigermücke unter Beobachtung. Laut dem Mückenexperten Peter Lüthy hat sie sich praktisch in allen Gemeinden dort festgesetzt und ist nicht mehr auszurotten.

«Ausbreitung kann man nicht verhindern»

Bei ihrer Verbreitung nutzt die Tigermücke den Verkehr. Sie reist in Autos und Zügen von Italien Richtung Norden, erklärt Lüthy. «Daher findet man regelmässig Eigelege an Stationen an den von Süden nach Norden führenden Verkehrswegen. So konnte sich die Tigermücke in Freiburg im Breisgau am Terminal der Gütertransitlinie Novara-Freiburg festsetzen.»

Die Zukunftsprognose sieht für die Tigermücke rosig aus: «Eigelege von Tigermücken wird man bei uns auch auf der Alpennordseite an neuralgischen Punkten vom Wallis bis an den Bodensee vermehrt finden», so Lüthy. Ob sie sich jedoch endgültig etablieren können, hänge davon ab, ob genug Eier den Winter überstehen und ob sie sich in der darauf folgenden warmen Jahreszeit stark genug vermehren können.

«Wie die Erfahrungen aus dem Tessin zeigen, kann man Festsetzung und Ausbreitung – wenn die klimatischen Verhältnisse geeignet sind – nicht verhindern. Wichtig ist aber, dass man die Ausbreitung der Tigermücke nördlich der Alpen sorgfältig verfolgt.»

Wasseransammlungen regelmässig trockenlegen

Diese Prognose sei jedoch kein Grund zur Panik. «Vor Krankheitsübertragungen muss man sich nicht fürchten, denn die Tigermücken tragen zurzeit keine Krankheitskeime in sich. Die verhältnismässig wenigen Einzelfälle von aus Endemiegebieten zurückkehrenden mit Dengue, Zika oder Chikungunya infizierten Personen reichen nicht aus, um unsere Bevölkerung zu gefährden.»

Tigermücken legen ihre Eier in kleinen Wasseransammlungen an. Um der Verbreitung vorzubeugen, werden die Leute deshalb gebeten, Blumenvasen, Untersetzer, Kinderspielzeug, Vogeltränken oder andere Gefässe trockenzulegen. Auch Dachrinnen sollten regelmässig auf Verstopfungen kontrolliert und Löcher in Mauern mit Sand aufgefüllt werden, rät das Bündner Amt für Natur und Umwelt.

Bedingungen für andere Mücken sind schlecht

Was die übrigen Mücken betrifft, die an Grillabenden und bei Badeausflügen gern juckende Erinnerungen hinterlassen, hat Mückenexperte Lüthy hingegen gute Prognosen: «Es ist sehr trocken, ja zu trocken. Die Wasserstände der Seen sind tief und die Wasserführung der Flüsse ist bescheiden. Eine temporäre Bildung von Wasser in Feuchtgebieten, die die Eier der Überschwemmungsmücken zum Schlüpfen bringt, findet erst bei ausgiebigem Dauerregen statt.» Ein solcher sei jedoch nicht in Sicht. Auch die Schneeschmelze, die die Flüsse anschwellen lässt, steht erst bevor. Zudem sei die Schneedecke recht bescheiden, so Lüthy.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 12.04.2017 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realist

    Sorry, aber dieses Biest ist bei uns schon lange angekommen! Hab bereits vor ca 2 Jahren so ein Ding in Zürich erledigt. Verwechslungsgrad gering...denke ich mal.

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  • Mückenjäger am 12.04.2017 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie ist schon im Kanton Zürich...

    Die Tigermücke ist schon in Zürich...habe letztes Jahr mehrere (eindeutige!) Tigermücken in Uitikon kaputtgemacht. Habe Foto gemacht und sieht genau so aus wie auf dem Bild des Artikels aus (weisse Streifen an Beinen und hintern)

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  • Tessiner am 12.04.2017 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tessiner

    Bravo das Tessin schon aufgegeben. Und das "im Moment noch keine Krankheiten übertagen werden" ist keine Garantie für die Zukunft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rüdisüli am 13.04.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Au in züüüüüri

    Ich hatte vor zwei Tagen fünf dieser Viecher im Auto! Gestern noch eine im Auto meiner Mum gefunden inkl. Stich! Leben im Kt. ZH

  • Apollo am 13.04.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfieger

    Das ist nicht das erst Insekt das sich so verbreitet oder durch Importe eingeschleppt wird. Aber dem BR oder der EU wird sicher etwas einfallen um die Mücke zu vergiften und damit auch uns.

  • Die Informatikerin am 13.04.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit

    Baden, Aargau. Fotos gemacht, eingesendet. Kam ein Brief zurück: Dies ist eine normale Mücke. Eine Tigermücke könne unmöglich hier sein. 1 Jahr später: «Sensation. Tigermücke in der Schweiz gefunden.» Zu 100% war es eine die ich eingesendet habe. Sie sieht genau so aus wie auf den Bildern. Dass viele keine Ahnung haben und Fakten Ignorieren ist mir aber in der Schweiz schon lange bewusst. Doch dann Augen machen wenn es doch so war.

  • Herrlich ... am 13.04.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stich und geh...

    Ich habe ein NoPixGo. Seit dem kommt keine Mücke mehr in meine Nähe. Verstehe die Panik nicht.

  • Capitol am 13.04.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ui, ui,Uli,....

    Tatsächlich, gestern war eine Tiegermücke von Chiasso nach Airolo im Zug. Dann zu allem Überfluss noch in der 1. Classe. Immerhin hatte sie ein GA bei sich. Die Tiegermücke hat sich beim Lokifahrer beschwert, dass es mehr Kakerlaken im Zug hat als Mücken.