Ständerat noch unschlüssig

01. September 2011 09:07; Akt: 01.09.2011 10:26 Print

Der Streit um neue AKW beginnt erstDer Streit um neue AKW beginnt erst

von Jessica Pfister - Die Energiekommission des Ständerats will den Atomausstieg light. Doch die Definition einer neuen AKW-Generation sorgt für Knatsch. Ein Boykott des Ausstiegs-Kompromisses droht.

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AKW der «heutigen Generation» - wie hier in Gösgen - soll es künftig nicht mehr geben. Dafür sollen Reaktoren mit neuen Technologien gebaut werden können. (Bild: Keystone)

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Der grosse Ausstiegs-Kompromiss der Ständeratskommission steht auf wackeligen Beinen. Denn obwohl selbst Atomkritiker wie Verena Diener (GLP) und Robert Cramer(GP) am Mittwoch dem Bau von Atomkraftwerken der neuen Generation grundsätzlich zustimmten, findet die elementare Debatte erst am nächsten Mittwoch statt.

Dann diskutiert die Kommission, wie die Anforderungen an eine neue AKW-Generation genau aussehen sollen. Wie eine Umfrage bei den Kommissionsmitgliedern zeigt, sind sich in dieser Frage längst nicht alle einig. So verlangt die Grünliberale Verena Diener präzise und zeitliche Angaben. «Momentan ist der Interpretationsspielraum viel zu gross, was unter neuer AKW-Technologie zu verstehen ist», kritisiert sie. Diener will im Gesetz festschreiben, dass ein AKW der neuen Generation bei einem Unfall keinerlei Radioaktivität ausstrahlen darf und Abfälle nicht länger als eine Menschengeneration liegen bleiben dürfen. Wenn sich die Kommission nächste Woche nicht in eine ähnliche Richtung bewegt, droht sie mit einem Boykott des Ausstieg-Kompromisses: «Einigen wir uns nicht auf präzise Anforderung, kann ich den Kompromiss nicht weiter unterstützen.»

«Präzisionen auch später möglich»

CVP-Ständerat René Imoberdorf geht davon aus, dass es in der Kommission noch ein hartes Ringen geben wird. «Ich finde es zwar wichtig, dass wir die Anforderungen an eine vierte Generation von AKW einigermassen definieren, doch auf jedes Detail kann man nicht eingehen.» Laut Imoberdorf reiche es festzuhalten, dass die neue Technologie sicher sein soll – also keinesfalls Radioaktivität ausstrahlen kann.

FDP-Ständerat Rolf Büttiker glaubt nicht, dass es der Kommission bis nächsten Mittwoch gelingen wird, die Kriterien für die neue AKW-Generation genau zu definieren. «Genaue Zeitangaben wie beispielsweise zu den Abfällen können wir kaum festlegen.» Präzisierungen sollen laut Büttiker auch später noch möglich sein – zum Beispiel im Gesetzgebungsprozess mittels einer Verordnung.

Für Diener ist dies keine Option. «Wenn die Kommission schon einen Kompromiss vorschlägt, muss sie diesen auch gedanklich zu Ende führen. Alles andere wäre unglaubwürdig.» Und auch für CVP-Nationalrat Roberto Schmidt, dessen Ausstiegsmotion den Bau einer neuen AKW-Generation verbieten wollte, ist klar: «Der Ständerat muss restriktiv und präzis Anforderungen definieren – sonst wird der Nationalrat den Kompromiss nicht ernst nehmen.»

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  • Eco-Heini am 05.09.2011 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sollen sie doch.

    Ach diese Luftköpfe. Genau wie viele andere auch habe ich die Zeichen der Vergangenheit erkannt, und bin auf einem Wasser/Wind/Sonne-Mix umgestiegen. Damit die Atom-Lobby noch ein A-Kunde weniger. Und wen es nun A-Befürworter gibt, die absichtlich noch einmal nachgesehen, ob sie auch sicher 100% A-Strom haben, und wegen der aktuellen Bewegung absichtlich viel Energie verbrauchen.. ..von mir aus! ..ist ja deren Stromrechnung. :D

  • Timothée Mollet am 02.09.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    LFTR

    Nun, es wird Zeit, auf die Lifter-Technologie zu setzten und so eine absolut sichere Alternative zu den aktuellen Reaktoren zu haben. Das diese Technologie funktioniert und sicher ist, wurde schon 1969 bewiesen. Auf die Technologie mit dem in Flüssigsalz augelösten Thoriumbrennstoff setzen die Chinesen. Die Chinesen haben aber schon kundgetan, dass sie die Technologie niocht weitergeben werden. Wenn wir nicht den Anschluss verlieren wollen, müssen wir nachziehen.

  • Peter am 02.09.2011 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Neues AKW

    Hätte nichts gegen eine neues AKW um einige alte zu ersetzten, aber zuerst muss endlich das Abfallproblem angegangen werden. Vorher braucht man nicht über ein neues AKW zu Diskutieren.

    • T.Mollet am 03.09.2011 20:40 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist gelöst

      Das Aballproblem wird schon lange angegangen, technisch ist es schon gelöst, nun muss man es noch realisieren. Zudem ist es egal, ob 7500 m^3 anfallen oder 15000 m^3 ein geologisches Tiefenlager muss so oder so gefunden werden. Da hilft die grössere Menge nur ein bisschen, da die geologische Tiefenlagerung pro Tonne günstiger wird.

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