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Studie
14. Januar 2011 14:08; Akt: 14.01.2011 14:46 Print
Schweiz ist Einbruchs-Europameister
Die Schweiz hat einen neuen unehrenhaften Titel: Gemäss einer Studie wird bei uns in jede 27. Wohnung eingebrochen - häufiger als in Berlin, Wien oder auch New York.
| Stadt | Einbrüche 2009 | Entspricht jeder x. Wohnung |
| Zürich | 6820 | 26,4 |
| Genf | 6463 | 27,4 |
| Lugano | 572 | 53,5 |
| Basel | 1386 | 67,9 |
| Wien | 9672 | 79,7 |
| Bremen | 2908 | 95,1 |
| Mühlheim a.R. | 782 | 102,4 |
| Hannover | 2627 | 102,4 |
| Bochum | 1718 | 102,7 |
| Essen | 2112 | 108,5 |
| Bern | 451 | 145,3 |
Die Top-Ten der Einbruchshochburgen (ergänzt mit der Bern) - gemäss den Studienresultaten von Geld.de.
Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Im Jahr 2009 wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund
Die Schweiz ist das Lieblingsziel von Einbrechern.
Einsamer Spitzenreiter dabei ist die Schweiz, wie Geld.de in der Studie schreibt: «Die Schweiz ist zur Einbruchshochburg in ganz Europa geworden.» In Zürich werde mittlerweile jede 27. Wohnung aufgebrochen. 2009 knackten Kriminelle gemäss den Studienresultaten 6 820 Wohnungen in der Limmatstadt, was 38 Einbrüchen pro 1000 Einwohner entspricht und 650 Prozent über dem Studiendurchschnitt liegt. Zürich mit
«Die Einbruchszahl klang so unglaublich hoch, dass Geld.de sogar dreimal bei der Pressestelle Stadt- und Kantonspolizei Zürich anfragte, ob da nicht ein statistischer Fehler vorliege», heisst es in der Medienmitteilung zur Studie. Nicht weniger schlimm sieht es in Genf aus, wo ebenfalls in jede 27. Wohnung eingebrochen wird. Deutlich höher liegt die Quote auch in Lugano (jede 54. Wohnung) und Basel (jede 68. Wohnung) als in den deutschen oder österreichischen Städten. Einzige Ausnahme ist Bern: In der Hauptstadt wird jede 145. Wohnung aufgebrochen.
Kein Zusammenhang zwischen Reichtum und Einbrüchen
In absoluten Zahlen verzeichnen Hamburg (7006), Berlin (9028) und Wien (9672) zwar mehr Einbrüche als die Schweizer Städte. Nach der Zahl der bewohnten Wohnungen bereinigt nehmen allerdings Zürich, Genf, Lugano und Basel auf der wenig schmeichelhaften Tabelle der Einbruchshochburgen die Plätze eins bis vier ein. Knapp hinter Basel folgt Wien, wo in jede 80. Wohnung eingebrochen wird. Weiter in den Top-Ten sind Bremen, Mühlheim am Rhein, Hannover, Bochum und Essen (jede 95. bis jede 109. Wohnung). Sogar in den Weltstädten New York (jede 164. Wohnung), Los Angeles (jede 171. Wohnung) oder London (jede 389. Wohnung) werden weniger Wohnungen aufgebrochen als in Schweizer Städten. Insgesamt gab es im untersuchten Zeitraum in Bern, Basel, Genf, Lugano und Zürich gemäss den Studienzahlen genau
Erstaunlicherweise gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Reichtum der Stadt und der Anzahl aufgebrochener Wohnungen: In Deutschland wird gemäss der Studie beispielsweise im ärmeren Norden mehr eingebrochen als im reicheren Süden. Ähnlich sieht es auch in der Schweiz aus: Zwar ist in Zürich die Einbruchsquote und das durchschnittliches Jahres-Bruttoeinkommen am höchsten, in Bern oder Basel verdient man aber mehr als in Lugano, Einbrüche gibt es nach bewohnten Wohnungen bereinigt dennoch weniger. Genf wird wohl häufiger Ziel von Einbrechern wegen des Images als Finanzplatz und weil es Heimat teurer Uhrenhersteller ist. Für Genf hatten die Studienleiter allerdings nur beschränkte Informationen zu Einbruchsstatistiken, weshalb sie Kantonszahlen in die Statistik einfliessen liessen, «was nicht ganz optimal ist», wie es heisst.
Täter sind immer öfter junge Frauen
Der Schaden, den Einbrecher verursachen, beträgt gemäss Schätzungen rund 250 Millionen Euro pro Jahr, was 325 Millionen Franken entspricht. Wobei die Hochrechnungen von Geld.de auf Zahlen des deutschen Bundeskriminalamtes beruhen, welches bei einem Einbruch von einem durchschnittlichen Schaden von 2797 Euro (rund 3600 Franken) ausgeht. «Die Kriminellen stehlen gezielt. Aus Privatwohnungen oder -häusern entwenden sie Bargeld, Uhren, Schmuck und wertvolle Elektrogeräte», wird Martin Sorg von der Zürcher Kantonspolizei in der Studie zitiert. Sorg bestätigte gegenüber 20 Minuten Online die Zahlen in der Studie, betonte aber, dass sie veraltet sind.
Die Polizei hat es bei den Einbrüchen nicht mehr mit Einzeltätern zu tun, wie es in der Medienmitteilung von «Geld.de» weiter heisst: «Die Studie zeigt ganz klar, dass die meist wohlhabenden Städte in Mitteleuropa immer mehr von Einbrecherbanden aus Osteuropa regelrecht überfallen und mit Beutezügen überzogen werden.» Die Täter stammten häufig aus Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Polen, aber auch aus Nicht-EU-Ländern wie Georgien, Ex-Jugoslawien und Russland. Die Kriminellen sind nicht nur Männer, inzwischen sollen rund 22 Prozent der Einbrecher Frauen sein – «häufig auch sehr junge».
(amc)



























