Insiderinformationen

09. Februar 2012 23:08; Akt: 09.02.2012 23:15 Print

Spitzel spionieren für Bau-DiebeSpitzel spionieren für Bau-Diebe

von J.Skorup / C. Blaser - Dreister gehts nicht: Einbrecherbanden räumen über Nacht Grossbaustellen generalstabsmässig aus. Die Polizei vermutet Spitzel unter den Arbeitern.

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Auf der Baustelle von Bauleiter Lukas Schurter wurde Material im Wert von 100 000 Fr. gestohlen. (Bild: J. Skorup)

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In der Nacht auf Mittwoch sind Diebe in einen Rohbau in Rohr bei Aarau eingebrochen und haben Baumaterial und Werk­zeuge im Gesamtwert von rund 100 000 Franken gestohlen. «Die Diebe haben 42 Heizverteiler, die erst vor kurzem verbaut worden waren, sauber abmontiert», so der Bauleiter Lukas Schurter. Für ihn besteht kein Zweifel, dass eine organisierte Bande von rund zehn Leuten am Werk war. Der Heizungsmonteur Remo Schlüssel vermutet: «Sie hatten einen Spitzel, der genau wusste, wann die Verteiler eingebaut wurden.» Er könne sich vorstellen, dass sich der Informant unter den Bauarbeitern befinde.

Auch die Kapo Aargau vermutet, dass «die Diebe wohl mit einem Tipp gearbeitet haben», so Sprecher Bernhard Graser. Oft werde das Baumaterial auf Bestellung abmontiert und danach ins Ausland geschafft, wo es in Häuser eingebaut werde.

Des Spitzelproblems ist sich auch Beat Zürcher von der Schweizer Bauleiter Organisation SBO bewusst. Er rät Bauunternehmen deshalb, ihre Angestellten auf Herz und Nieren zu prüfen. «Gegen die Weitergabe von Insiderinformationen sind wir machtlos», sagt Milo Tettamanti, Präsident der Vereinigung Schweizer Heizungs- und Sanitärfachleute. «Deshalb gehen immer mehr Unternehmer dazu über, ihre Baustellen mit Badge-Systemen zu sichern.» Gestohlen wird laut ­Tettamanti alles: «Von der WC-Bürste bis zu ganzen Kücheneinrichtungen.» Erst letzte Woche wurden aus einem Neubau in Köniz BE Küchengeräte im Wert von rund 20 000 Franken entwendet.

Auf der Baustelle in Aarau hat man Konsequenzen gezogen: Ab sofort wird das Areal von einem Security mit Hund überwacht.

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  • Advocatus Diaboli am 10.02.2012 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    noch nie von Prävention gehört?

    Der Schlusssatz des Artikels ist bezeichnend. Würde vorher ein Schutz- und Bewachungsdispositiv aufgezogen, wären die Schäden zu verhindern.

  • Lars am 10.02.2012 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Auch in München

    In München wurde die neue ADAC Zentrale ausgeraubt. Seitdem ist das Gebäude, nachts, taghell beleuchtet, auch wenn die Anwohner Stress machen.

  • toine us züri am 10.02.2012 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe

    die Personenfreizügigkeit!

    • luggi am 10.02.2012 08:11 Report Diesen Beitrag melden

      Na Bravo!

      Ein Hoch der Personenfreizügigkeit! Ja wirklich, dank unserer untätigen Regierung wird die Unsicherheit im Land immer grösser.

    • Manfred Eberling am 10.02.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      Personenfreizügigkeit!

      Genau, - und wo, bitte schön sind denn die tausendfach versprochenen "flankierenden Massnahmen?"

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