Aktion «Züri schenkt»

04. Dezember 2017 08:31; Akt: 04.12.2017 09:47 Print

Ein Weihnachtsgeschenk für jeden Asylbewerber

Schals, Duschgels, ein Turnbeutel und eine Karte: Zwei Zürcher suchen 1200 Päckli für eine Bescherung in den Asylzentren.

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«Wir wollen einen Beitrag leisten, um Flüchtlinge in der Schweiz willkommen zu heissen und an unseren Traditionen teilhaben zu lassen», sagt Julius Scheidt (29). Zusammen mit Alex Stöckl (30) hat der Unternehmensberater die Aktion «Züri schenkt» ins Leben gerufen. Das Ziel: Die beiden wollen bis am 15. Dezember 1200 Geschenke sammeln. Sie sollen an Heiligabend in den Asylzentren im Grossraum Zürich verteilt werden.

Damit die Asylsuchenden auch nützliche Dinge bekommen, haben die Initianten mit Unterstützung der Asylorganisation AOZ Vorgaben erstellt, was die Spender ins Päckli legen sollen: Für Kinder, Frauen und Männer gibts einen Schal und eine Kappe, für die Kleinsten ausserdem ein Spielzeugauto oder eine Spielpuppe, für Frauen noch Duschgel und Bodylotion, für Männer einen Turnsack.

850 Päckli für Männer, 200 für Frauen

Derzeit stammen die meisten Asylgesuche in der Schweiz von Personen aus Eritrea, Syrien und Afghanistan. Weil junge Männer in den Unterkünften die Mehrheit stellen, sind nicht von allen Päckli gleich viele gefragt: Benötigt werden 850 Päckli für Männer, 200 für Frauen und 150 für Kinder bis zwölf Jahre.

Erstmals haben die beiden Mitglieder des Netzwerks Global Shapers, einer Initiative des Weltwirtschaftsform WEF, im letzten Jahr Christkind gespielt: Damals kamen gut 500 Päckli für ein Zürcher Asylzentrum zusammen. «Das Ziel ist es, die Aktion in den nächsten ein bis zwei Jahren auf die ganze Schweiz ausdehnen», sagt Scheidt. Später sollen auch Flüchtlinge in Österreich und Deutschland in den Genuss einer Bescherung kommen.

Im letzten Jahr seien die Reaktionen von Bürgern und Asylbewerbern überwältigend gewesen: «Die Bereitschaft, zu helfen, war riesig. Es wurden auch rührende Karten geschrieben. Und als wir die Geschenke zur Unterkunft brachten, war die Aufregung gross. Viele wollten es gleich auspacken.» Sie hätten auch zahlreiche Dankesbriefe erhalten. Dieses Jahr unterstützt auch eine Restaurantkette die Aktion, indem sie einen Gutschein für ein Essen beilegt. «Das ist toll, weil sich Asylsuchende einen Restaurantbesuch nicht leisten können», sagt der 29-jährige Scheidt.

Auch in den Asylzentren wird Weihnachten gefeiert

Das AOZ unterstütze ein zivilgesellschaftliches Engagement wie die Aktion «Züri schenkt» gern mit der Koordination, sagt Sprecher Thomas Schmutz. Feste wie Samichlaus oder Weihnachten würden auch in den Asylzentren durchgeführt. «Solche Festivitäten sind insbesondere für die Kinder ein Highlight.» Einen grösseren Anteil an Christen gebe es unter den Geflüchteten aus Syrien und Eritrea. Diese feierten Weihnachten in der Regel in ihrer Gemeinschaft im Raum Zürich.

Möchten Sie ein Päckli für Asylbewerber schnüren? Mehr Informationen zur Abgabe finden Sie hier .

(daw)