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Fordern und verhindern
22. September 2012 10:29; Akt: 23.09.2012 08:32 Print
Das Doppelspiel der SVP in der Asylpolitik
von Lukas Mäder - Die SVP kämpft an vorderster Front für Verschärfungen im Asylgesetz, unter anderem für Zentren für renitente Asylbewerber. In den Kantonen aber bekämpft sie die Anlagen vehement.
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Brisante Zahlen: Ausschaffungen scheitern immer öfter
Im Kampf gegen die Missstände im Asylwesen steht die SVP an vorderster Front. Lautstark stellt sie immer wieder Forderungen nach einer schärferen Gesetzgebung und schnelleren Verfahren. Oder sie ruft nach Internierungslager für renitente Asylbewerber – wie im Mai geschehen. Inzwischen haben sich National- und Ständerat für solche Zentren ausgesprochen und deren Schaffung für dringlich erklärt. Bereits Anfang Oktober soll die rechtliche Grundlage geschaffen sein.
Noch ungelöst ist die Standortfrage – einerseits des Spezialzentrums und andererseits der normalen Bundeszentren. Dabei spielt ausgerechnet die SVP die Hauptrolle, allerdings keineswegs konstruktiv: Sie kämpft auf lokaler Ebene gegen die Zentren, die zur Behebung der Missstände so dringend nötig wären. Bereits vor Monaten engagierten sich SVP-Politiker gegen Asylzentren in Schmidrüti (ZH), in Bettwil (AG) und auf dem Hellchöpfli (BE) – und verhinderten diese.
Freysinger kämpft dagegen
Aktuell engagiert sich im Kanton Tessin SVP-Nationalrat Pierre Rusconi
Pierre
Rusconi
SVP, TI
NationalratVerbunden mit
Globalforex SA, Lugano
weitere Verbindungen anzeigen gegen die Pläne, die Kaserne von Losone zur Unterbringung von renitenten Asylbewerber heranzuziehen. «Der Tessin hat mit dem Empfangszentrum Chiasso schon viele Probleme», argumentiert er. Zudem sei die Region mit Locarno und Ascona ein touristisches Zentrum. Er schlägt einen Standort auf dem Gotthard oder dem Lukmanier vor.
Auch im Wallis formiert sich Widerstand. Dort hat die kantonale SVP eine Asylinitiative eingereicht, die eine Beteiligung der Gemeinden bei der Einrichtung von Asylzentren verlangt. «Es geht doch nicht, dass die Gemeinden vor vollendete Tatsachen gestellt werden», sagt SVP-Nationalrat Oskar Freysinger
Oskar
Freysinger
SVP, VS
NationalratVerbunden mit
Aucun lien d'intérêt
weitere Verbindungen anzeigen. Aufgrund von Gerüchten befürchtet der Walliser eine Unterbringung von Asylbewerbern auf dem Simplon.
«Wir haben geschlossene Zentren verlangt»
Erst im Juni hat der Nationalrat einer Gesetzesänderung zugestimmt, die der Walliser Asylinitiative entgegenläuft: Der Bund soll künftig ohne Bewilligung von Kantonen und Gemeinden für maximal ein Jahr Anlagen für Asylbewerber umnutzen können; im Vordergrund stehen Militäranlagen. Die SVP stand geschlossen hinter diesem Anliegen.
Für den SVP-Migrationspolitiker Heinz Brand
Heinz
Brand
SVP, GR
NationalratVerbunden mit
Flury Stiftung, Schiers
weitere Verbindungen anzeigen liegt die Lösung in schnelleren Verfahren, die den Bedarf an Unterkünften reduzieren würden. Der administrative und finanzielle Aufwand zur Schaffung von neuen Zentrum sei hoch. Dass es schwierig ist, einen Standort für das Zentrum für renitente Asylbewerber zu finden, liegt laut Brand nicht an der SVP: «Wir haben geschlossene Zentren verlangt, die die Bewohner nicht einfach so verlassen könnten.» Diese seien für die Umgebung unproblematisch.
Druck auf Kantone und Gemeinden steigt
Die knappe Bettenzahl hat in den Augen der SVP einen weiteren Vorteil: Sie zwingt das Bundesamt für Migration, die Asylanträge rasch abzuarbeiten. Für Basler SP-Nationalrätin Silvia Schenker
Silvia
Schenker
SP, BS
NationalratVerbunden mit
WWF Region Basel
weitere Verbindungen anzeigen geht diese Rechnung nicht auf: «Dass der Bund über die Unterkünfte die Asylgesuche steuern kann, ist falsch.» Diesem Irrtum sei Christoph Blocher
Christoph
Blocher
SVP, ZH
NationalratVerbunden mit
Robinvest AG, Männedorf
weitere Verbindungen anzeigen in seiner Zeit als Justizminister ebenfalls erlegen. Bei mangelnden Betten steige der Druck auf Kantone und Gemeinden und nicht auf den Bund, sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Montag im Nationalrat. Ohne Bundeszentren würden die Asylsuchenden einfach rascher auf die Kantone verteilt – was wiederum die Verfahren erschwert.
Diesen Zusammenhang sieht auch FDP-Präsident und Asyl-Hardliner Philipp Müller
Philipp
Müller
FDP-Liberale, AG
NationalratVerbunden mit
Automobil Club der Schweiz (ACS), Sektion Mittelland
weitere Verbindungen anzeigen. Er widerspricht der SVP-Argumentation: «Die zentrale Unterbringung der Asylbewerber ist elementar für eine rasche Verfahren.» Mit den jetzigen dezentralen Asylunterkünften seien die nötigen Befragungen sehr aufwendig. Müller sieht eine Möglichkeit, um Standorte für neue Zentren zu finden: Die Kantone sollen als Entschädigung weniger Asylbewerber des üblichen Kontingents aufnehmen müssen. «Wir sollten mit Anreizen arbeiten.»
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Alle 83 Kommentare

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Typisch
Die wissen doch nicht was sie wollen... Einmal so einmal so... Ein weiterer Beweis das die SVP nicht rationell handelt. Anstatt ein Problem einmal fertigzudenken wird einfach dagegengeschossen... Wann lernen die endlich das man Probleme nicht mit Problemen lösen kann?? Seit doch vernünftig!
wo ist das Doppelspiel?
Sie sind wahrschienlich genauso wenig mit "Ratio" gesegnet wie der Verfasser der Artikels. Die reisserische Überschrift wiederspricht sich mehrmals mit Ausagen im Text: "Das doppelspiel der SVP" klingt politisch korrekt und Linkskonform. Im Text kommen die angeblichen "Doppelspieler" zu Wort und sagen dass sie sich gegen offene Asylzentren wehren, siehe Bettwil ecc. Ich frage mich wo das Doppelspiel ist? Was hat ein Internierungslager mit einem offenen Asylzenter z.B. in Bettwil geminsam?
typisch tyrannische Partei
wer das Spiel der SVP noch immer nciht durchschaut hat - der sollte sich endlich bemühen die allzuvielen Diskrepanzen in deren Theorien zu sehen. Wie bei Mörgli: austeilen ja - einstecken nein. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor..... leider!
SVP-Taktik
Wenn es keine Probleme im Asylwesen geben würde, hätte die SVP hierfür keine Stimmen mehr. Das weiss die SVP zu verhindern indem sie nur vorgibt die Probleme zu lösen.