«Das ist doch krank»

21. März 2013 17:38; Akt: 22.03.2013 08:28 Print

Facebook-User teilen Kinderporno

von Deborah Sutter - Schock für Tausende von Facebook-Nutzern: Auf ihrer Startseite erschien ein Video mit kinderpornografischem Inhalt. Mittlerweile hat sich das Bundesamt für Polizei eingeschaltet.

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Ein Pädo-Video erschüttert die Facebook-Community. (Bild: Keystone/AP/Joerg Koch)

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Ein unfassbarer Fall von Kinderpornografie hat heute die Facebook-Community erschüttert: Tausende von Usern fanden auf ihrer Startseite das Video eines Mannes, der ein kleines Mädchen sexuell missbraucht.

Die Leser von 20 Minuten sind schockiert: «Warum muss ich so was sehen?», fragt sich einer der User. Ein anderer fordert: «Das Video hat in Kürze extrem viele Menschen erreicht und das darf einfach nicht passieren.» Und ein Dritter sagt: «Es erschreckt mich, wie schnell und einfach solche Sachen auf eine Seite wie Facebook geladen werden können.»

Auch der Kinderschutz Schweiz ist zutiefst erschüttert: «Das kleine Mädchen ist nicht nur Opfer von sexueller Gewalt, sondern gleichzeitig auch Opfer von der Verbreitung der Bilder via Facebook», sagt die Projektleiterin Katrin Meier. Dazu komme, dass die Bilder, die Bekanntheit dadurch sowie das Wissen, dass Tausende diesen Gewaltakt mitansehen, für das Opfer später retraumatisierend und sehr belastend sein könne.

Wer solche Inhalte teilt, macht sich strafbar

Auch die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität KOBIK hat Kenntnis von dem Fall. «Wir haben heute zahlreiche Meldungen zu diesem Video auf Facebook erhalten», sagt die Sprecherin Danièle Bersier. Das Video wurde inzwischen von Facebook gelöscht. Die Reaktion von Facebook auf Meldungen von problematischen Inhalten erfolge jeweils so rasch als möglich, so Bersier.

In der Schweiz ist nicht nur die Herstellung, sondern unter anderem auch die Verbreitung und der Besitz von Kinderpornografie strafbar. «Verbotene Inhalte dürfen deshalb auch nicht via Facebook «geteilt» werden - auch nicht, um gegen den Missbrauch von Kindern aufzurufen – wie es der Inhaber des Profils offenbar beabsichtigte», sagt Bersier. Der Täter und das Facebook-Profil haben soweit ersichtlich jedoch keinen Bezug zur Schweiz. Bersier: «Facebook leitet solche Fälle in der Regel an die örtlich zuständigen Strafverfolgungsbehörden weiter.»

Bei der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, die unter anderem Untersuchungen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität führt, heisst es auf Anfrage: «Die Strafbarkeit ist klar gegeben und Facebook muss geeignete Massnahmen treffen, um solches zu verhindern.» Da es sich bei der Verbreitung von Kinderpornografie um ein sogenanntes Offizialdelikt handle, brauche niemand Anzeige zu erstatten. «Die Behörden werden von sich aus aktiv und versuchen, die Produzenten und Urheber ausfindig zu machen.» Jeder, der das Video auf Facebook geteilt hat, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe verurteilt werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuela D. am 23.03.2013 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinderseelen!

    Es geht hier um Missbrauch eines Kindes! Wer sowas tut ist verabscheuungswürdig, widerlich und abartig!! Die Seelen der Kinder werden für immer zerstört sein. Daran sollte man denken! Internet hin oder her.

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  • Pidh none am 22.03.2013 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook

    80% die auch Facebook angemeldet sind, sind auch süchtig darin. Kein wunder das niemand sein Profil lösht ^^

  • fifi am 21.03.2013 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heuchler

    Wie hier alle den Moralapostel spielen und den Blick von der Realität abwenden... Fakt ist, dass auch wenn Ihr diese Videos nicht seht, sie trotzdem schon Existieren und im Netz zu finden sind. Sehr sinnvoll jetzt die Leute, die darauf aufmerksam gemacht haben zu bestrafen. Naja war schon immer so, was man nicht weiss, interessiert nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 24.03.2013 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    VIP-Behandlung für Perverse - wie lange?

    Mit Kuscheljustiz werden die drei Jahre bestimmt nicht ausgeschöpft. Das wird vermutlich nur "ein paar Tage" bedingt geben und die Prozesskosten werden vielleicht sogar von der Staatskasse übernommen.

  • fifi am 24.03.2013 04:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naiv bis zum gehtnichtmehr

    Stimmt Facebook ist böse, auf Youtube, Myvideo etc. kann sowas nicht passieren. Ganz ehrlich, jeder der das Video gesehen hat, hat gewusst was da kommt. Die Leute die sich darüber beschweren, sind auch die, die sich von email betrügern abziehen lassen! Facebook kann nichts dafür wenn die User so Naiv sind und jeden Link den sie sehen anklicken...

  • Steffi Graf am 23.03.2013 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schauen und diskutiwren sofort melden silche

    ich habe das video gsehen...glauben Sie mir jeder normale Mensch will das nicht sehen .ich war sofort bei der Polizei und habe es gemeldet.Ich habe Albtràume und bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf

  • Manuela D. am 23.03.2013 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinderseelen!

    Es geht hier um Missbrauch eines Kindes! Wer sowas tut ist verabscheuungswürdig, widerlich und abartig!! Die Seelen der Kinder werden für immer zerstört sein. Daran sollte man denken! Internet hin oder her.

    • Steff am 24.03.2013 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Danke für die Belehrung!

      Aber denkst du wirklich, dass wir das nicht wissen??

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  • dominik am 23.03.2013 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krank

    facebook eine bleudi erfindig .