Reise geplatzt

17. Juli 2015 16:39; Akt: 17.07.2015 16:39 Print

Blocher musste an Eritreas Grenze umkehren

von J. Büchi - Christoph Blocher plante eine grosse Eritrea-Reise. Da er jedoch eine falsche Reiseroute wählte, wurde er gar nicht erst ins Land gelassen.

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Christoph Blocher war schon in China, Nordkorea und im Iran. An der eritreischen Grenze gabs für ihn jedoch kein Durchkommen. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Es ist aktuell eine der grossen Fragen in der Schweizer Asylpolitik: Dürfen Flüchtlinge aus Eritrea in ihre Heimat zurückgeschickt werden – oder drohen ihnen dort Tod und Folter? Mitten in dieser Debatte kündigte SVP-Übervater Christoph Blocher an, noch dieses Jahr in das afrikanische Land zu reisen. «Ich werde auf jeden Fall fragen, was mit den Leuten passiert, die den Dienst verweigern, ob sie gefoltert werden», sagte er im März in der «Basler Zeitung» mit Verweis auf die Militärdienst-Verweigerer. Was wurde aus den Reise-Plänen? 20 Minuten hat beim Alt-Bundesrat nachgefragt.

Die Antwort überrascht: «Ich habe im April, als ich in Äthiopien war, bereits versucht, ins Land einzureisen. Leider musste ich aber an der eritreischen Grenze wieder umkehren.» Sein Plan sei es gewesen, zusammen mit Ehefrau Silvia die äthiopisch-eritreische Grenze zu überqueren. «Aber da war kein Durchkommen. Die Grenze ist absolut dicht.» Zwar hätten ihn die Berater in Bundesbern davor gewarnt – «weil ich einen Diplomatenpass habe, bin ich aber davon ausgegangen, dass das schon irgendwie klappen würde».

Kein neuer Einreiseversuch geplant

Dieses Jahr starte er sicher keinen neuen Anlauf mehr, so Blocher. Ob er zu einem späteren Zeitpunkt nach Eritrea reisen werde, sei noch offen. Halten ihn etwa auch politische Gründe von der Reise ab? Wurde ihm die Flüchtlingsthematik doch zu heiss? «Chabis», sagt Blocher. Er habe seine Position in der Eritrea-Frage immer deutlich gemacht und werde dies auch weiterhin tun: «Es gibt keinen Grund, Dienstverweigerer und Deserteure als echte Flüchtlinge aufzunehmen. Das vertrete ich seit 2004, als ich noch Bundesrat war.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • citoyen am 17.07.2015 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk hat entschieden

    2013 hat das Volk mit grossem Mehr in einer Referendumsabstimmung die Asylgesetzrevision gutgeheissen: Wehrdienstverweigerung ist kein Asylgrund. Sommaruga foutiert sich darum. Unser Asylgesetz ist Makulatur.

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  • Sam am 17.07.2015 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eritrea - dienstbereitere

    Da gebe ich Hr. Blocher absolut recht. Diese Misswirtschaft sollte nicht unterstützt werden!

  • Margrit Hablützel am 18.07.2015 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlaraffenland

    Ich wohne in einer Thurgauer Seegemeinde. Bei uns nahmen wir einen Eriterer auf. Er wohnt in einer 3 Zimmerwohnung allein! Der Grund man fand für ihn keine kleinere. Dann staunte ich, als ich ihn eines Morgens sah. Er telefonierte mit dem neusten I Phone. Er trug Nike Sportschuhe und T-Shirt. Alles neu. Ich kaufte mir an meinem 60zigsten Geburtstag in diesem Jahr mein erstes I Phone.....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CHer am 18.07.2015 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Lernen von Eritrea

    Wenn es ein relativ armes Land wie Eritrea es schafft, seine Grenzen dicht zu machen (zumindest für Einwanderer), dann sollte die Schweiz dies auch können.

    • Christina am 18.07.2015 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schwizz

      Eritreara ist ein Armes Land, hat aber ein sehr starkes Militär mit 400'000 Mann im Gegensatz zu Schweiz. Nicht einmal CIA agenten haben es geschafft rein zugelangen.

    • benjaminebaur@yahoo.com am 18.07.2015 23:45 Report Diesen Beitrag melden

      Observer

      Der Fall ist klar. Verbindungen abrechen und ja keine Unterstuetzung and diesen Flecken Erde.

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  • Joél am 18.07.2015 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachgefragt

    Die Grenze ist zu seit 1998, ich hab das Gefühl das man die Eritrear hasst. Ich hab ein Eritrear gefragt ob das mit dem Ferien stimmt, er sagte ja! das sind aber nicht verfolgte wie er. Sondern die Person mit ( Shapia ) arbeiten, Shapia nennt sich deie Eritreasche Regierung.

    • Jessas am 18.07.2015 23:47 Report Diesen Beitrag melden

      Eritrea

      hat sich von Äthiopien gelöst. Denke dies wird der Grund für das nicht mögen sein.

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  • René am 18.07.2015 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verständnis

    Ein gewisses Verständnis habe ich für Eritrea, dass sie Blocher nicht einreisen liessen, vermutlich aus Angst, er möchte die Minaretts verbieten.

  • Beat am 18.07.2015 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade um das Geld

    Was will er dort? Es sind doch genügend hier mit den er sprechen kann.

    • citoyen am 18.07.2015 23:50 Report Diesen Beitrag melden

      Von denen erfährst du die Wahrheit nicht

      Alle erzählen die Fluchtgeschichte, die ihre Schlepper vorgeben. Und es funktioniert. Die "verlorenen" Papiere kommen wieder zum Vorschein, wenn man sie braucht, zum Beispiel für eine Reise in die Heimat.

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  • Globetrotter am 18.07.2015 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn einer eine Reise tut!

    Muss es nicht immer von Einsicht,Globapolitischem Verständniss geprägt sein! Selbstt für einen Übervater schweizer Politik und Ehem.Budesrat gilt: informieren geht mit studieren.Den für diese Reise zahlt der Steuerzahler mit.

    • Rohid am 18.07.2015 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Selber studieren

      Der Steuerzahler zahlt überhaupt nichts für diese Reise. Studieren und informieren, gilt für Sie selber.

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