Dank strengen Sanktionen

23. November 2012 12:25; Akt: 23.11.2012 15:40 Print

Junglenker bauen immer weniger Unfälle

Neulenker verursachen weniger schwere Verkehrsunfälle als früher. Der vor sieben Jahren eingeführte Führerschein auf Probe zeigt offenbar Wirkung. Die Neulenker-Kurse schneiden jedoch schlecht ab.

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Strengere Sanktionen bringen Ergebnisse: Solch schweren Unfälle von Junglenkern wie dieser vom 27. Februar 2010 in Braunau TG kommen weniger häufig vor als früher.

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Seit rund sieben Jahren erhalten Neulenker den Führerausweis nach bestandener Fahrprüfung nur auf Probe. In der dreijährigen Probezeit drohen ihnen besonders strenge Sanktionen: Beim zweiten Führerausweisentzug wird der Führerausweis annulliert. Zudem müssen sie an zwei Weiterbildungskursen teilnehmen.

Im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) hat die bfu nun die Wirkung untersucht. Der Bericht zeige grundsätzlich ein positives Bild, teilte das ASTRA am Freitag mit. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit schwer oder tödlich verletzten Menschen, die durch junge Neulenker verursacht würden, sei wesentlich stärker zurückgegangen als die Zahl der Unfälle in allen Alterskategorien. Die Differenz betrage mehr als zehn Prozent.

Bei der Selbstgefährdung der Neulenker - beispielsweise den Selbstunfällen - zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied. Ausserdem hätten die Analysen ergeben, dass die positiven Resultate nicht systematisch bei allen Altersgruppen aufträten, schreibt das ASTRA. In Anbetracht der schwierigen Datenlage seien die Resultate zurückhaltend zu interpretieren.


Weiterbildungskurse früher besuchen

Das bfu befragte für die Untersuchung auch Neulenker. Dabei zeigte sich, dass diese sich von der drohenden Annullierung des Ausweises auf Probe positiv beeinflussen lassen. Weniger Wirkung scheinen die Weiterbildungskurse zu haben: Die Sicherheitseffekte dieser Kurse hätten «nicht im erwartbaren Ausmass nachgewiesen» werden können, schreibt das ASTRA.

Die bfu empfiehlt Verbesserungen. So sollen Neulenker den ersten Teil der obligatorischen Weiterbildungskurse bereits in den ersten Monaten nach der Fahrprüfung absolvieren müssen. Angesichts der Tatsache, dass das Unfallrisiko in den ersten Monaten des Führerausweisbesitzes am höchsten sei, würden die Kurse heute zu spät besucht.

Das ASTRA will die Vorschläge prüfen. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2013 will es den Kantonen und interessierten Organisationen Änderungen zur Stellungnahme unterbreiten. Arbeiten zur Optimierung der Ausbildung liefen bereits, schreibt das Bundesamt. Insbesondere die Fahrausbildung vor der Prüfung und die Prüfung selbst sollen optimiert werden.

(sda)

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