«SwissPass»

10. März 2015 10:16; Akt: 10.03.2015 14:08 Print

Diese rote Karte löst GA- und Halbtax-Abos ab

Wer ein Generalabo oder ein Halbtax besitzt, wird im August eine rote Chipkarte erhalten. Die Abos müssen künftig nicht mehr verlängert werden, dies soll automatisch geschehen.

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Statt einer blauen Plastikkarte erhalten GA- und Halbtax-Nutzer ab August eine rote, mit Chip ausgestattete Karte namens «SwissPass». Diese eröffnet neue Möglichkeiten: So können Kunden beispielsweise online einen Skipass kaufen und diesen auf die Karte laden.

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Ab dem 1. August erhalten alle, die ein GA oder Halbtax kaufen oder ihr Abo verlängern, statt des gewohnten blauen Kärtchens den «SwissPass». «Wir gehen von der blauen in de rote ÖV-Welt», sagte Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), am Dienstag vor den Medien in Bern.

Abos bleiben dieselben

In Zukunft sollen auch die Abos von Verbunden wie dem ZVV oder dem Libero auf den «SwissPass» geladen werden. Zunächst sollen ab Ende 2016 die ersten Westschweizer Verbundabos über den «SwissPass» erhältlich sein, die anderen folgen später.

Der «SwissPass» sei ein Werkzeug, sagte Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr. Die heutigen Abos bleiben dieselben; künftig ist es jedoch möglich, beispielsweise eine Tageskarte eines Skigebiets zu lösen und diese auf den «SwissPass» zu laden.

Sieben Skigebiete und Bergbahnen sind laut Communiqué bereits definitiv ab 1. August dabei, ebenso Mobility und PubliBike. Die Angebote sollen laufend ausgebaut und erweitert werden. Vorstellbar sei etwa auch, dass Eintritte für Hallenbäder oder Zoos auf die Karte geladen werden könnte.

Automatische Verlängerung

Der «SwissPass» bringt für die Kunden verschiedene Änderungen. So werden künftig GA und Halbtax-Abos automatisch verlängert - ausser die Kunden kündigen. Bereits heute verlängerten über 60 Prozent der Kundinnen und Kunden ihr GA oder Halbtax nahtlos, sagte Pilloud.

Die Kunden würden aber auf den möglichen Kündigungstermin im Voraus aufmerksam gemacht. Gekündigt werden könne online, am Schalter oder per Telefon. Für die Branche habe die automatische Verlängerung den Vorteil, dass weniger Karten ausgestellt werden müssten.

Der «SwissPass» kann auch gesperrt werden, wenn er gestohlen oder verloren wurde. Damit kann verhindert werden, dass gestohlene GA von Betrügern eingesetzt werden. «Heute sind relativ viele GA doppelt im Umlauf», sagte Stückelberger. Das sei mit dem «SwissPass» nicht mehr möglich.

GA muss künftig gescannt werden

Durch den «SwissPass» ändert sich auch die Kontrolle in Zügen, Bussen oder auf Schiffen: Statt das GA nur anzuschauen, muss es mit einem Gerät gescannt werden. Erst dann sieht der Kontrolleur, ob das GA noch gültig ist.

Denn auf dem «SwissPass» selbst sind nur ein Foto, Name, Geburtsdatum sowie unpersönliche Identifikationsnummer aufgedruckt - nicht jedoch die Art des Abos und die Dauer. Diese Informationen sind im RFID-Chip gespeichert, den die Karte enthält.

GA-Kontrollen brauchen länger

Die Kontrolle von einem GA dauere künftig zwei bis drei Mal länger, weil die Kunden ihr GA dem Kontrollpersonal aushändigen müssen. Mit den neuen Geräten werde das Scannen von E-Tickets gleichzeitig aber schneller, so dass die Kontrollen insgesamt gleich viel Zeit beanspruchen sollen, sagte Pilloud.

Die Branche habe hier «ein Stück Einheitlichkeit» geschaffen, freute sich Stückelberger. Das habe einige Diskussionen gebraucht. Nötig waren auch einige Investitionen - die Kosten für den «SwissPass» belaufen sich insgesamt auf rund 61 Millionen Franken, wie Stückelberger sagte.

Der «SwissPass» erfüllt die Anforderungen des schweizerischen Datenschutzes, wie die Branchenvertreter betonten. Mit dem Chip sei keine Ortung möglich. Festgestellt werde, wann auf welcher Strecke kontrolliert wurde, nicht aber, wo der Kunde ein- und aussteige. Diese Daten werden 90 Tage gespeichert - für den Fall von Streitigkeiten. Die Branche wolle mit den Daten keinen Handel betreiben, sagte Pilloud.

«Evolution statt Revolution»

Die Einführung des «SwissPass» sei keine Revolution, sondern eine Evolution, sagte Stückelberger. Die Branche habe einen Mittelweg gewählt: Es gebe Veränderungen, aber schrittweise. «Wir dürfen nicht zu schnell gehen nur für die Freaks», sagte Stückelberger. Das sei keine Frage der Technik.

Ein System wie BiBo (be-in-be-out) einzuführen, bei dem das E-Ticket automatisch beim Ein- und Aussteigen erfasst wird, ist derzeit schweizweit kein Thema. Einzelne Transportunternehmen könnten dies frühestens ab Ende 2016 testen, sagte Pilloud.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • James zürich am 10.03.2015 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontrolle

    Na Bravo. Nun reicht eine Sichtkontrolle des Kondukteurs nicht mehr. Neu muss er jeden SwissPass mit dem Chiplesegerät auslesen :-(

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  • Ali Türk am 10.03.2015 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst den schweizer Pass geholt

    und den SwissPass hol ich mir auch noch :-D

  • TomTom am 10.03.2015 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Endlich ist die ÖV im 21. Jahrhundert angekommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • unglaublich am 11.03.2015 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    freundlichkeit

    SBB undBLS würden besser mal Kurse zur Freundlichkeit ausgeben als so einen schmarren einführen,währe auch billiger!!!

  • Michelangelo am 11.03.2015 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wie waren die Zeiten schön ...

    als man noch an jedem Schalter ein Billett lösen konnte und der Kondukteur im Zug die Verbindungen auswendig wusste.

    • Oliver am 11.03.2015 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Wie waren die Zeiten schon ...

      als es noch keine Züge gab und ich überall zu Fuss oder mit der Kutsche hinfahren konnte.

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  • Ben am 10.03.2015 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist das möglich?

    Gibts eine Möglichkeit ein GA zu besitzen ohne dass man in jedem Zug registriert wird?

  • liaruho am 10.03.2015 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    system blackout

    haha, was wohl passiert wenn das lesegerät des kontrolleurs aussteigt wenn kein gültigkeitsdatum mehr auf der karte aufgedruckt ist?

    • Unfreiwilliger Schwarzfahrer am 11.03.2015 06:36 Report Diesen Beitrag melden

      Du fährst schwarz

      Da du nicht nachweisen kannst, dass du ein gültiges Billett hast, fährst du schwarz mit allen negativen Folgen.

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  • never alone am 10.03.2015 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ernsthaft?!?

    wenn die karte so funktioniert, wie die sbb pünktlich ist, dann wünsch ich viiiiiiiel spass