Empörung über Bundesrat

19. Oktober 2017 15:53; Akt: 19.10.2017 18:17 Print

1 Mrd für Olympia – aber kein Geld für junge Väter?

von Silvana Schreier - Kein Vaterschaftsurlaub, dafür eine Milliarde Franken für Olympia: Der Bundesrat sorgt mit seiner Prioritätensetzung für Kritik im Netz.

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Der Bundesrat hat entschieden: Er empfiehlt die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub» zur Ablehnung. Gleichentags genehmigt der Bundesrat knapp eine Milliarde Franken für die Olympischen Winterspiele in Sitten im Jahr 2026. In den sozialen Medien ist die Empörung über die Entscheide gross:

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Finden Sie es richtig, dass eine Milliarde für Olympia in Sion ausgegeben wird, aber kein Geld für Vaterschaftsurlaub vorhanden ist?




Auf Twitter überlegen sich die User, wo Geld eingespart werden könnte, um bezahlte Urlaubstage für frischgebackene Väter möglich zu machen:



Für den SP-Nationalrat Cédric Wermuth kommt der negative Entscheid des Bundesrats nicht überraschend. Gleichwohl sei er empört: «Das ist ein Schlag ins Gesicht aller junger Mütter und Väter. Ich habe kein Verständnis für den Entscheid.»

«Volk hat Olympia immer abgelehnt»

Die Begründung des Bundesrats, die Kosten würden die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft beeinträchtigen, lässt Wermuth nicht gelten. «Das ist ein fadenscheiniges Argument», sagt der SPler. Zumal noch in derselben Sitzung eine Milliarde Franken für die Olympischen Winterspiele «Sion 2026» gesprochen worden seien. Wermuth: «Und das, obwohl das Schweizer Volk eine Teilnahme in letzter Zeit immer abgelehnt hatte.»

Mit der Ablehnung der Initiative zum Vaterschaftsurlaub gehe der Bundesrat weit an der Realität vorbei. «Anscheinend kann er sich nicht vorstellen, wie das Leben einer jungen Familie aussieht und was der Entscheid nun für sie bedeutet», sagt Wermuth, der selbst Vater ist.

Flexiblerer Mutterschaftsurlaub statt Urlaub für Väter

Christian Wasserfallen hält dagegen: «Ich begrüsse den Entscheid des Bundesrats. Diese Volksinitiative funktioniert so nicht», sagt der FDP-Nationalrat. Wichtige Aspekte würden nicht angesprochen: Es gäbe auch die Möglichkeit über Ferienbezüge oder unbezahlte Ferien den Vaterschaftsurlaub zu organisieren. Oft würden dies die Arbeitgeber auch unterstützen. Weiter könne der Mutterschaftsurlaub flexibler gestaltet werden, sodass er beispielsweise auch der Vater zwei Wochen davon erhält.

Dass in den sozialen Medien nun ein Zusammenhang zwischen dem Vaterschaftsurlaub und «Sion 2026» hergestellt würde, kann Wasserfallen nicht nachvollziehen: «Das hat nichts miteinander zu tun.» Er befürworte es, dass die Olympischen Winterspiele in der Schweiz ausgetragen werden. «Denn einzig hier können sie auf eine sinnvolle und nachhaltige Art und Weise durchgeführt werden, da die Infrastrukturen bereits vorhanden sind», so Wasserfallen. Darum sei es eine vernünftige Kandidatur.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jungvater am 19.10.2017 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sprachlos

    bin seit einem jahr vater und finde es ein armutszeugnis vom bundesrat. nehmt euch ein beispiel an den skandinavischen ländern! winterspiele sind nicht nachhaltig, kinder schon!!!!

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  • Knaller am 19.10.2017 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    fragwürdiger Vergleich!!

    Ich lehne die Milliarde für Olympia und den Vaterschaftsurlaub ab! Ich bin für die Milliarde für die AHV!!

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  • din chef am 19.10.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    sehr fragwürdiger Vergleich!!

    Ich lehne den Vaterschaftsurlaub, sowie Olympia ab! Ich will die Milliarde in der AHV sehen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susi am 20.10.2017 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmerin

    Was soll der Kommentar? Einen allfälligen Vaterschaftsurlaub würde aus der Tasche der Arbeitgeber mitfinanziert. Und das liegt halt schlicht weg nicht drin wenn alle Arbeiter hohe Löhne fordern und im Ausland einkaufen!

  • Karin am 19.10.2017 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung, die Egomanen,

    Besserwisser, Schlaumeier, Dauernörgler , und und und sind hier wieder unterwegs. Jeder weiss und kann es besser. Nichts ist einem gut genug und das einzig Beständige hier ist die Unzufriedenheit. Hauptsache das ICH steht im Vordergrund. Taurige Gesellschaft.

  • Ruedi am 19.10.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindersegen darf nicht Staatssache sein

    Ihr verwechselt da etwas, der vaterschaftsurlaub würde zum grössten Teil vom arbeitgeber getragen!!! Schliesslich sind Kinder Familienplanung und die word weiss Gott vom Staat und Industrie schon stark understützt!! Olympische Spiele nützen auch der Allgemeinheit, denn Spirt ist ein allgemeines Gut und wird desshalb mit Recht auch vom Bund unterstützt!!

  • Matze am 19.10.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grimms Märchen

    Wer immer noch glaubt, die Politiker sind unabhängig, glaubt such an Märchen...

  • ein Westschweizer am 19.10.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Olympische Spiele in der Schweiz: NIE!!!

    Mit Geld darf nicht gespielt werden. Olympische Spiele in der Schweiz: NIE!!!