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«Erbsünde»
16. Januar 2013 14:07; Akt: 16.01.2013 17:18 Print
Zuppiger vor dem Gericht als Gauner beschimpft
Ex-SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger ist wegen Veruntreuung zu 13 Monaten bedingt verurteilt worden. Ein ehemaliger Wähler fand dafür vor dem Gerichtsgebäude deutliche Worte.
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Das Zürcher Bezirksgericht hat Bruno Zuppiger
Bruno
Zuppiger
SVP, ZH
NationalratVerbunden mit
PGMM Schweiz AG, Winterthur
weitere Verbindungen anzeigen am Mittwoch zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten und einer Busse von 1500 Franken verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Laut Gericht ist der frühere SVP-Nationalrat und Bundesratskandidat der mehrfachen Veruntreuung schuldig.
Das Verschulden bei Zuppiger sei nicht leicht gewesen, hielt der Richter fest. Man könne ihm subjektiv vorwerfen, er habe zum Nachteil von zwei gemeinnützigen Organisationen gehandelt. «Verwerflich ist, dass er den Willen einer Verstorbenen ignoriert hat. Und besonders stossend, dass er die Tat als Nationalrat beging.»
Zu Gunsten Zuppigers spreche, dass er geständig ist. Und dass er das unterschlagene Geld inklusive Zinsen – insgesamt 377'000 Franken – zurückgezahlt habe. Diese beiden Punkte werden auch einen Einfluss auf das nicht allzu harte Urteil gehabt haben.
Zuppiger nahm das Urteil äusserlich reglos zur Kenntnis. Der Prozess dauerte nur kurz, weil er geständig war und sich mit der Staatsanwaltschaft auf ein verkürztes Verfahren geeinigt hatte. Nach dem Urteilsspruch wollte Zuppiger keine Stellung gegenüber den Medien nehmen. Staatsanwalt Jérôme Burkhalter hingegen zeigte sich zufrieden. Er betonte, der Anstoss zum verkürzten Verfahren sei von Zuppiger und dessen Anwalt gekommen.
Vor dem Gerichtsgebäude wurde der ehemalige Volksvertreter von Medienschaffenden und Schaulustigen belagert. Ein älterer Herr, der sich als ehemaliger Wähler von Bruno Zuppiger zu erkennen gab, drängte sich zum Verurteilten vor und nannte ihn mehrmals einen «Gauner».
Nur noch 50'000 Franken im Jahr
Die Verurteilung setzt einen Schlussstrich unter eine Erbschaftsaffäre, die den Hinwiler Politiker seine Bundesratskandidatur, den Posten als Gewerbeverbands-Präsident und schliesslich auch sein Nationalrats-Mandat gekostet hatte.
Zuppiger musste vor Gericht nur kurz zu einigen Fragen Stellung nehmen. Er versuche sich beruflich neu zu orientieren und sei offen für Neues, sagte er, vom Richter auf die berufliche Situation angesprochen. Der 60-Jährige, der laut NZZ einen Grossteil seiner wirtschaftlichen Mandate verloren hat, meinte, er verdiene derzeit rund 50'000 Franken im Jahr.
Übernachtungen in einem Luxushotel
Zuppiger wurde wegen Veruntreuung von 240'000 Franken angeklagt. Er und sein Mitarbeiter, der ebenfalls vor Gericht erscheinen musste, haben die Erbschaft einer verstorbenen Mitarbeiterin dazu benutzt, Rechnungen zu bezahlen.
Das Geld, das der Krebsliga und der Pro Senectute hätte weitergeleitet werden sollen, brauchten sie unter anderem, um Lohnkosten der Beratungsfirma Zuppiger & Partner AG zu begleichen - auch für Steuerrechnungen und Übernachtungen in einem Luxushotel.
(hhs)
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Der Mob schreit nach härterem Urteil
Die Grösste Strafe ist der Reputationsschaden, welcher sich Zuppiger zugezogen hat. Leider neigt der Mob dazu, lediglich das viele unterschlagene Geld zu sehen und findet das Gerichtsurteil zu milde. Schon der Schuldspruch alleine hätte bereits genügt.
Die Normalen sind die Dummen
Ich schon lange - es geht nur noch reich gegen arm, mächtig gegen schwach. Das fängt bei den Beamten an, geht über Politiker bis hin zu den Richtern. Die SVP, die immer gegen die so genannte Classe politique polterte, hat diesen Typ zum Bundesratskanditat gewählt! Es spielt aber keine Rolle, wer welcher Partei angehört. Wenn es um das eigene Geld geht, sind alle Politiker "rechtsextrem". Reich gegen Arm ist heute das Motto!
Bewerbung als Bundesrat!
Das sieht man, dass auch Politiker die sich als Bundesrat bewerben nicht immer eine weisse Weste haben!