Kamera-Crash an Ski-WM

19. Februar 2017 08:08; Akt: 19.02.2017 09:04 Print

Kunstflieger «Fondü» ist ein erfahrener Pilot

Der Showflieger-Pilot, der an der Ski-WM in St. Moritz ein Kameraseil touchiert hat, absolvierte 1700 Flugstunden auf dem Propellerflugzeug PC-7.

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Die Beinahe-Katastrophe mit dem PC-7-Showflieger-Team der Luftwaffe an der Ski-WM in St. Moritz GR gibt Rätsel auf. «Es sah alles ganz normal aus», sagt ein hoher Luftwaffenoffizier, der dabei war, zu «SonntagsBlick». «Ich kann mir nicht erklären, warum das Flugzeug das Kameraseil touchiert hat.»

Beim Piloten handelte es sich laut der Zeitung um A. B. (34), Rufname «Fondü» in den Fliegertruppen. Er ist Berufspilot bei der Luftwaffe und fliegt normalerweise einen F/A-18-Kampfjet in der Staffel 17. Mit rund 1700 Flugstunden auf dem Propellerflugzeug PC-7 ist der Familienvater aus Murten FR ausserdem einer der erfahrenen Piloten im Kunstflugteam.


VBS-Kreise dementieren Gerüchte

Gerüchte, wonach ein Verantwortlicher von SRF die Einsatzleitung der Showflugtruppe nach dem ersten Überflug in Formation per Funk gewarnt habe, dass die Propellermaschinen zu tief flögen, werden aus VBS-Kreisen als komplett haltlos dementiert: «Es gab keinerlei Kontakt zwischen Fernsehleuten und Einsatzleitung.» Die Militärjustiz klärt nun ab, wie und warum der Unfall passieren konnte.

Klarheit verlangen jetzt auch Politiker. Regula Rytz (54), Nationalrätin und Präsidentin der Grünen, sagt zu «SonntagsBlick»: «Ich werde eine parlamentarische Anfrage machen zu den Flugshows der Schweizer Luftwaffe. Ich will wissen, wie hoch die Kosten in den letzten Jahren waren, wie viele Unfälle es gab, und ob der Bundesrat an dieser teuren und riskanten PR-Aktion für die Luftwaffe in Zeiten von knappen Finanzen wirklich festhalten will.

Auch für FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger stellt sich die Frage, «welche Einsätze mit den Kunstflugformationen noch sinnvoll sind». Die Abläufe und Strukturen in der Luftwaffe seien zu überprüfen. «Das wird sicher ein Thema in der Sicherheitspolitischen Kommission werden.» Das PC-7-Team bleibt auf Anordnung von VBS-Chef Parmelin vorläufig gegroundet. Die Patrouille Suisse mit den Tiger-F-5-Jets dagegen darf weiterfliegen.

(chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Eidgenoss am 19.02.2017 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schafft doch alles ab, was ...

    .... irgendwie was kostet und verbuddelt euch in der Erde. Gibt es wirklich nichts dringenderes als hier 'parlamentarische' (An-) Fragen geklärt haben zu wollen? Das kostet doch auch wieder... UNGLAUBLICH!!!

  • Dogbone am 19.02.2017 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theater

    Das Ganze nimmt jetzt aber hysterische Ausmasse an bei gewissen Politikern. Es ist ein Fehler passiert der aufgeklärt und der fehlbare Pilot/Staffelführer entsprechende Konsequenzen tragen wird. Gottseidank ist niemandem etwas passiert. Basta!

  • MeU am 19.02.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht verurteilen

    bevor verurteilt wird, muss alles geklärt sein! aber die grünen sehen bereits die piloteb als schuldig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Expat am 19.02.2017 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben ist gefährlich

    Wenn Flugshows verboten werden, dann bitte auch Demos verbieten, weil es da meistens Sachschäden und Verletzte gibt und Demos sinnlos sind. Man könnte in diesem Sinn weiterfahren mit Grümpelturnieren, Fussballspielen, wegen der Hooligans usw. Am besten alles was Spass macht und nicht 100% sicher ist vorsichtshalber verbieten. Welch ein tristes Leben führen wir dann.

  • Vitamin B am 19.02.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was

    Fehler können allen passieren, ob erfahren oder nicht so viele Flugstunden. Es geht um die Sicherheit, da brauchen wir keine Gefahr vom Himmel. Die Leute kommen wegen dem Skirennen und nicht wegen den Flugis. Von den Kosten reden wir gar nicht,ja die Schweizer sind deebert!

  • 7-Sekunden am 19.02.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    winwin

    Flugshows könnten in Zusammenarbeit mit Nachbarländern veranstaltet werden an Orten mit genügend Platz und wo ein Absturz kein Publikum gefährdet! Die Schweiz ist für Flugübungen einfach zu klein und hat ca. 66 % Berge, in denen keine Feldmaus scharf ist auf den ohrenbetäubenden Lärm!

  • N.F am 19.02.2017 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    jeder mensch oder machine kann fehler passieren egall wie viel stunden man hatt

  • Cartman.1993 am 19.02.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SRF genau so schuld...

    Mir stellt sich primär die Frage warum diese Kamera nicht doppelt oder sogar dreifach gesichert ist...?! Was wäre passiert, wenn das Seil wegen einer Materialermüdung und ohne Dritteinwirkung der PC-7 gerissen wäre? Und das Ganze direkt über der Tribüne, es hätte wohl Tote gegeben. Meiner Meinung nach trägt hier das SRF auch eine Schuld.