Erdbeben

07. März 2017 09:32; Akt: 07.03.2017 15:59 Print

Arbeiter hörte «lauten Knall» in Mega-Kraftwerk

Das Epizentrum des gestrigen Erdbebens liegt in der Nachbarschaft des grössten Pumpspeicherkraftwerks der Schweiz. Trotzdem habe keine Gefahr bestanden, sagt der Glarner Sicherheitsdirektor.

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Im Glarnerland steht seit letztem Jahr die längste Staumauer der Schweiz: Jene des Muttsees des Pumpspeicherkraftwerks (PSW) Limmern 2015. Sie misst über 1000 Meter, steht auf rund 2500 Metern über Meer und hält bei maximaler Stauhöhe bis zu 23 Millionen Kubikmeter Wasser. Das Epizentrum des gestrigen Bebens lag in den Glarner Alpen – nur wenige Kilometer von der PSW Limmern entfernt.

Ein Mann, der für das Pumpspeicherkraftwerk arbeitet, erzählt: «Wir haben plötzlich einen lauten Knall gehört, sind total erschrocken.» Darauf hätten sie befürchtet, es sei eine Turbine beschädigt worden – was aber nicht der Fall gewesen sei. «Wir haben alles kontrolliert, nichts war kaputt.»

Regelmässige Katastrophenübungen

Dass ein Schaden an der gigantischen Staumauer katastrophale Auswirkungen haben könnte, ist im Glarnerland stark im Bewusstsein verankert. Regelmässig setzten sich deshalb die Glarner Behörden und Sicherheitskräfte mit entsprechenden Übungsszenarien auseinander. Doch gestern Abend blieb alles ruhig.

Der Glarner Sicherheitsdirektor Andrea Bettiga sagt auf Anfrage: «Es bestand keine Gefahr für das PSW Limmern. Der Krisenstab wurde nicht alarmiert und ich wurde nicht aus dem Bett gerissen.» Die Erdbebenstärke von 4,6 sei noch keine Bedrohung für die Staumauer. «Die ganze Anlage ist so konzipiert, dass sie ganz andere Dimensionen aushalten könnte. Zudem wird sie regelmässig kontrolliert und getestet.»

Eingestürzter Kamin und Risse in Wänden

So bestehe auch reger Kontakt zwischen den Verantwortlichen der Anlage und dem Bundesamt für Energie, sagt Bettiga. Die Stauwärter hätten den Staudamm nun mehrmals kontrolliert. Ihr Fazit: Alles ist im Normalbereich.

Bei der Glarner Gebäudeversicherung gingen bis Mittag 10 Schadensmeldungen ein, sagt Hansueli Leisinger, Vorsitzender der Geschäftsleitung von GlarnerSachs. Es handle sich dabei ausschliesslich um Bagatellfälle. So sei beispielsweise ein Kaminhut eingestürzt und es habe Risse in Wänden gegeben.

(kün)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudio Ferrari am 07.03.2017 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Gefahr?

    Grüne Politiker und auch innen waren schnell mit Aussagen, dass Beznau, Leibstadt, usw bei einem Edbeben gefährlich sind. Und niemand spricht über Staumauern. Wir haben mal (1973) in der Schule berechnet, dass wenn die Grand Dixence Mauer bricht Genf ca. 4.5 Meter unter Wasser wäre. In der heutigen Zeit ist man sofort ein schlechter Mensch, wenn man sagt, dass Atomkraftwerke UND Staumauern gefählich sind.

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  • Büniiiii am 07.03.2017 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naturpur

    Das zeigt wiedereinmal, wie mächtig die Natur ist.

  • GaGarage am 07.03.2017 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist dann gut langsam

    Ist dann auch langsam gut mit den Erdbeben-Stories. Ich zumindest habe gestern Abend null und gar nix bemerkt. Habe ausserdem als noch sehr präsente Kindheitserinnerung das Erdbeben 1991, als es einen unglaublich lauten Knall gab, die Erde sekundenlang bebte, und ich fast aus dem Bett fiel. DAS war ein Ding, für Schweizer Verhältnisse!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bergmann am 08.03.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langweilige Abende..

    Interessante Werbung dass der Regierungsrat um neun abends noch nicht aus den Bett gerissen wurde. Er macht alles um das Bild zu bestätigen, in Glarus gibt es nichts zu erleben und alle gehen um 20 Uhr ins Bett....

  • Küde am 08.03.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Also, wenn das Bett rüttelt, muss es nicht unbedingt von einem Erdbeben sein.

  • flo am 08.03.2017 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschheit

    Zum Glück regiert die Erde die Menschheit und nicht umgekehrt!

  • rs am 07.03.2017 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben Schweiz

    Beznau und Mühleberg hatten Glück gehabt, dass sie nicht in der Nähe des Epi-Zentrums liegen. Man sollte endlich mal aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Die Schweiz hat genug Umweltfreundlichere Resourcen die längstens umgesetzt werden sollten.

    • Ritschi am 07.03.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @rs

      Tja...alles geht nicht. Man hat sich für ungesunden Wachstum entschieden und das Stimmvolk unterstützt das voll und ganz. Gerne hätte man wohl den Foifer unds Weggli. Geht aber nicht. Stau auf den Strassen. Enge in den ÖVs und Energieengpässe sind inklusive. Verdichtetes Bauen selbstverständlich

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  • Melissa am 07.03.2017 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist passiert

    Gut ist nichts schwerwiegendes während dem Erdbeben passiert.