Tamedia-Abstimmungsumfrage

25. August 2017 05:43; Akt: 25.08.2017 05:43 Print

Arbeiten bis 65? Mehr Frauen für Rentenreform

von D. Pomper - Die Unterstützung für die Rentenreform wächst – insbesondere bei den Linken, Jungen und Frauen. Das zeigt die Tamedia-Abstimmungsumfrage.

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Die Befürworter der Reform der Altersvorsorge 2020 holen auf. Noch vor zwei Wochen hatte die Altersvorsorge, über die wir am 24. September abstimmen, einen schweren Stand. Gerade mal 40 Prozent gaben gemäss der Tamedia-Abstimmungsumfrage an, die Rentenreform anzunehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt würden 47 Prozent die Reform unterstützen, wie die zweite Welle der Umfrage zeigt. Das Lager der Gegner hat mit 48 Prozent zwar die Nase vorn. Es hat in den letzten zwei Wochen aber 6 Prozentpunkte eingebüsst.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV wird von einer knappen Mehrheit von 51 Prozent unterstützt.

Die Altersvorsorge 2020 ist in zwei Vorlagen aufgeteilt, die miteinander verknüpft sind. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer bedingt eine Verfassungsänderung. Die übrigen Teile machen Gesetzesänderungen nötig, gegen die das Referendum ergriffen wurde. Die Zustimmungswerte zu den beiden Vorlagen sind nach wie vor unterschiedlich, aber die Differenz ist im Vergleich zur 1. Welle wesentlich kleiner geworden.

Zustimmung der Frauen und Jungen nimmt zu

Der grössere Ja-Anteil bei der Reform der Altersvorsorge im Vergleich zur 1. Welle lässt sich insbesondere durch die stärkere Unterstützung bei den linken Wählern erklären. Drei von vier SP-Wählern (1. Welle: 58 Prozent) und 69 Prozent der Wähler der Grünen (1. Welle: 61 Prozent) geben an, ein Ja in die Urne zu legen. Die Zustimmung ist auch bei den Jungen zwischen 18 und 34 Jahren gestiegen (von 34 auf 42 Prozent) sowie bei den Frauen (von 33 auf 41 Prozent)

Die Wähler der SVP lehnen das neue Gesetz zur Altersvorsorge nach wie vor deutlich ab: Drei von vier SVP-Anhängern wollen Nein stimmen. Bei der FDP, die wie die SVP die Rentenreform bekämpft, beträgt der Nein-Anteil unter den Wählern 58 Prozent.

Die beiden stärksten Argumente für die Reform bleiben der Reformstau und der Kompromiss. Die drei prominentesten Argumente der Gegner sind die Benachteiligung der Jugend (26 Prozent), die Geschlechterungerechtigkeit (16 Prozent) und dass die Reform zu wenig weit gehe (16 Prozent). Im Vergleich zur 1. Welle wurde die Geschlechterungerechtigkeit weniger und die Benachteiligung der Jugend häufiger genannt.

Befürworter haben Frauen im Visier

SP-Nationalrätin Silvia Schenker freut sich insbesondere
darüber, dass die Reform bei Frauen an Boden gewinnt. «Auf den ersten Blick schreckt die Frauen das höhere Rentenalter ab. Aber je intensiver sie sich damit auseinandersetzen, desto eher merken sie, dass Frauen nicht Verlierer der Reform sind.» Frauen erhielten für den Preis, den sie zahlten, gute und wichtige Ausgleichsmassnahmen bei der AHV, die für die Frauen wichtig seien. Frauen, die in tieferen Lohnbereichen tätig seien, könnten sich nach wie vor schon mit 64 pensionieren lassen. Aber auch alle anderen Frauen profitierten davon, wenn die tieferen Pensionskassenrenten durch die Erhöhung der AHV-Rente um 70 Franken kompensiert würden. «Scheitert diese Reform, ziehen die Frauen den Kürzeren», sagt Schenker. Denn in einer neuen Vorlage würde die Erhöhung der AHV-Renten mit Sicherheit wegfallen. Nun gelte es bis zum letzten Tag die Wähler, insbesondere die Frauen, von der Reform zu überzeugen. Viele seien noch unentschlossen.

Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen, bleibt trotz schwindender Zustimmung zuversichtlich. Erstens liege es in der Natur der Sache, dass Bundesvorlagen mit anrückendem Abstimmungstermin tendenziell an Zustimmung gewinnen würden. Zweitens werde man neue Personengruppen ansprechen: «Es ist uns bereits erfolgreich gelungen, die Jungen davon zu überzeugen, dass sie die Rechnung für diese Reform bezahlen müssen. Nun werden wir klar kommunizieren, dass sie weder für Jung noch Alt eine Lösung ist. Bricht das Vorsorgesystem zusammen, dann betrifft das alle.» Die Jungfreisinnigen planen nun regelmässige Strassenaktionen. «Wir wollen möglichst viel mobilisieren, um alle Generationen davon zu überzeugen, auch wirklich abzustimmen.»

Gute Chancen für Ernährungssicherheit

Ziemlich unbestritten scheint die neue Verfassungsbestimmung zur Ernährungssicherheit: Eine Mehrheit von 63 Prozent will Ja stimmen, 29 Prozent lehnen die Vorlage ab.

10'092 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 21. und 23. August online an der zweiten Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage teilgenommen. Die Umfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissenschaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,4 Prozentpunkten. Weitere Informationen unter Tamedia.ch/umfragen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Maier am 25.08.2017 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum länger sls 65 arbeiten?

    Solange in der Schweiz Hassprediger unterstützt werden können, sehe ich nicht ein, weshalb ich auch nur 1 Tag länger als 65 arbeiten soll.

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  • Rolf Müller am 25.08.2017 05:55 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Eine Mehrheit wird dieses "Schummel Paket" wohl annehmen. Es gibt Menschen die lernen nie etwas aus der Vergangenheit. Traurig so was.

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  • Sre am 25.08.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als Genug Geld vorhanden

    Würde uns der Staat die effektiven Kosten für Auslandhilfe, Asylkosten, Beiträge an die EU wahrheitsgetreue vorlegen, würde wahrscheinlich sogar das träge und vor Angst zitternde Schweizervölklein auf die Barrikaden steigen. Wie lange lassen wir uns noch Betrügen? Es braucht keine AHV-Reform. Einfach nur die vorhandenen x-Milliarden jenen zukommen lassen die sie erwirtschaftet haben, dem Steuerzahler hier in der Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 26.08.2017 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    HEUTIGE AHV-RENTNER WERDEN VERNACHLÄSSIG

    Die heutigen AHV.Rentner müssen alle Teuerungen von A-Z mittragen und bekommen mit dieser Rentenreform keinen einzigen Rappen mehr. Der Lebensunterhalt (Wohnen - Essen - Arzt - ÖV - Sterben) ist nicht mehr bezahlbar. Die Luxus-Löhne - Banken - Versicherungen - Immobilien-Makler usw. sind an der heutigen Preis-Entwicklung schuld das alles schief und in die falsche Richtung läuft.

  • markus schweizer am 26.08.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    65 ist auch schon zuviell

    werde genau bis 55 arbeiten dan in die pension gehen wens geld nicht reicht dan mach ich IV was bitteschönn soll ich mir den mit 65 gönnen mit dem geld da kannst ja nur noch ne fahrt zum friedhoff buchen (wen man mit65+ ne weltreise bucht dan ist das lediglich ein kleiner umweg bis zum friedhoff)

  • André Schmid am 26.08.2017 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AHV

    Fr. 70.- mehr für Rentner ab 2018.... Frage, wird das Leben für die jetztigen Rentner nicht teurer??? Das wäre SUPER.

  • Peter Bern am 26.08.2017 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Rentner +Selbständiger Börsen Trader

    Immer mehr Abbauen auf der Rente, die Jungen Leute Sehen einfach nicht das Sie sich selber den Fuß Stellen, sind Sie dran, um in Ruhe und ohne Sorgen Ihr Renten Alter zu Genießen, werden Sie staunen,Bekommen kein Geld, keine Arbeit und Fliegen aus der Wohnung wenn Sie nicht genug Gespart haben, wünsche euch viel Glück für die Zukunft ;-) (Hätte mein Sohn mich nicht im Börsen Traden Eingeführt währe ich Heute ein ein Bettel Armer Mann!!!!!

  • Heidi am 26.08.2017 01:52 Report Diesen Beitrag melden

    hoi zäme!

    Ich bin 53 Jahre alt und beziehe seit 25 Jahren eine IV-Rente. Dies hat viele Vorteile: ich habe so viel Zeit für meine Hobbys (Gartenarbeit, Turn- und Gesangverein), ausserdem tut mir der tägliche Mittagschlaf gesundheitlich sehr gut, ich fühle mich fast 20 Jahre jünger ...

    • Sozial Detektiv Klaus am 26.08.2017 07:42 Report Diesen Beitrag melden

      Glauben sie selber nicht ;-)

      Das Glauben sie ja Selber nicht Gelle,sicher nicht als Schweizer, da werden Sie zu Gut Kontrolliert von den Mitbürgern in Ihrer Umgebung, so ähnlich wie Ihn Nord Korea Gelle, da würde die IV sofort auf Ihrer Matte Stehen !!

    • Peter am 26.08.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi

      Mir geht's genauso, seit 30 Jahren mit Chronischem Schwindelanfall auf IV krank geschrieben, trotzdem war ich letztes Jahr auf Hawaii am Ironman, super!

    • Igel am 26.08.2017 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Super gute CH

      Wenn Sie einen speziellen Trick haben könnte es hinkommen. Eingeladene und kommende bekommen das ohne Tricks ganz Legal. Inkl. Taschengeld. Eine solche Familie hat am ende des Monates mehr Geld als ein CH. Letzthin in den Medien wieder in Erinnerung gebracht. Dafür werden CH mit Zückerchen von Fr. 70.- Abgespiesen.

    • Radivoje am 26.08.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi

      finde ich gut, wir machen das ebenso: meine Frau bezieht IV-Rente in der CH und kümmert sich um die unserer frisch renoviertes Hauses bei Novy Sad. OK, ist manchmal schon ein bisschen stressig, denn sie muss alle drei Monate hin- und herpendeln (fast 1300km!) und leider auch Steuern und Krankenkasse in der CH bezahlen, trotzdem sind wir der Schweiz sehr dankbar!

    • Heidi am 26.08.2017 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Igel

      der Trick ist einfach: Vitamin B! ... man muss eben überall seine Kontakte haben im Leben (zBsp. ist der Ehemann meiner Schwester Revisionsarzt bei der IV ...)

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