Ferien-Initiative

31. Januar 2012 10:31; Akt: 31.01.2012 13:56 Print

Stress kostet 10 Milliarden pro Jahr

Die Initianten der «Ferien-Initiative» wollen sechs Wochen Ferien für alle. Arbeitnehmer sollen so entlastet werden, denn Kosten von Stress-bedingten Ausfällen sind hoch.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zu den Kosten, die Stress verursacht, gibt es keine genauen Zahlen. Sie werden von verschiedener Seite auf zehn Milliarden Franken pro Jahr geschätzt. «Diese Zahl könnte in etwa stimmen», sagt Margaret Graf von der Abteilung Grundlagen Arbeit und Gesundheit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).

Umfrage
«6 Wochen Ferien für alle» - Was denken Sie?
66 %
25 %
9 %
Insgesamt 8672 Teilnehmer

In einer Studie aus dem Jahr 2000 bezifferte das SECO den Betrag auf 4,2 Milliarden. «Die Angaben müssen aber mit Vorsicht betrachtet werden, denn sie umfassen nicht die Kosten, die den Unternehmen direkt durch Absenzen und Produktionseinbussen anfallen», sagte Graf zur Nachrichtenagentur SDA.

Auch wurden Faktoren wie Invalidenrenten oder frühzeitige Pensionierungen nicht dazu gezählt. Würde man all dies berücksichtigen, erscheint die Zahl von zehn Milliarden laut Graf durchaus realistisch.

In einer neuen Untersuchung für das Jahr 2010 gab das SECO keine konkreten Zahlen zu den Kosten bekannt. Es begründete dies mit unterschiedlichen Methoden, die keinen Vergleich mit der letzten Studien ermöglichten. Doch die Kosten seien gestiegen, vermutet die Expertin.

Jeder dritte Arbeiter betroffen

Die neue Untersuchung zeigt, dass die Zahl der Menschen, die unter chronischem Stress leiden, von 26,6 auf 34,4 Prozent gestiegen ist. Die Anzahl Arbeitender, die sich nie oder selten gestresst fühlen, ist demnach in 10 Jahren von 17,4 auch 12,2 Prozent gesunken.

Personen unter Terminzwang oder mit erhöhtem Arbeitsrhythmus sehen sich fast doppelt so oft als gestresst (60 Prozent) als Arbeiter ohne Zeitdruck (34 Prozent). Auch Menschen, die sich am Arbeitsplatz als Opfer von Diskriminierung oder Mobbing betrachten, leiden häufiger unter Stress.

Laut der Studie wird die Wahrnehmung von Stress zudem von der Gesundheit der Arbeitenden sowie ihrer Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen beeinflusst.

Eine andere Expertise - 2011 herausgegeben von der Gesundheitsförderung Schweiz -, sprach von jährlichen Kosten von bis zu 6000 Franken pro Person, wenn die Angestellten unter erhöhtem Stress arbeiten müssen. Durch Prävention könnten Arbeitsabsenzen gemäss der Studie um 1,7 Tage pro Jahr verringert werden.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nina Brunner am 31.01.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Ferien, mehr Stress

    Der Zusammenhang zwischen Stress und Ferien wurde meines Wissens nie erforscht. Wer garantiert dafür, dass mehr Ferien zu weniger Stress führen? Das Gegenteil wird eintreffen. Wer länger weg ist, wird aufgrund fehlender Stellvertretung vor und nach dem Urlaub mehr Stress haben. Oder diejenigen, die "zurückbleiben" müssen in die Bresche springen. Übrigens: Unsere französischen Nachbarn arbeiten deutlich weniger als wir (35-Stundenwoche) und haben auch mehr Ferien. Sind sie weniger gestresst oder weniger krank? Nein. Und wirtschaftlich stehen sie auch am Abgrund. Darum nein zur Ferieninitiative!

  • Marianne am 31.01.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Stundenlohn

    Man will eben den Fünfer und das Weggli. Mehr Ferien, 40-Stunden Woche... Dann sollte die Bezahlung im Stundenlohn erfolgen. So hat der Arbeitgeber genügend Geld um einen weiteren Arbeiter einzustellen. Aber niemand will auf seinen Lohn und seinen Lebensstandard verzichten.

    einklappen einklappen
  • De Amigo am 31.01.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Stress (psychische und physische Reaktionen) gab es schon immer, genau wie Husten, Schnupfen und Zahnweh! Und wenn wir in Zukunft einaml 12 Monate Ferien haben gibt es anstelle von Stress halt einfach mehr Depressionen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Natascha am 02.02.2012 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinung einer krankenschwester

    Leute ich bin krankenschwester und habe NUR 4 wochen ferien im jahr arbeit ihr bitte mal ein jahr auf der pflege dann sieht die sache anders aus ich bin dafür das wir 6 wochen ferien im jahr haben!!!

  • amy s. am 01.02.2012 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    na hoffen wir mal dass Stress nicht mit Faulheit verwechselt wird... bin strikt dagegen!

    • Schrödinger am 02.02.2012 17:26 Report Diesen Beitrag melden

      on the other hand..

      ist nur nich jeder gleich ein Arbeitstier wie sie es zu sein scheinen, ein bisschen objektivität / neutralität wäre wohl nicht fehl am platz.. ausserdem ist es ein Fakt dass Stress/Burnout Syndrom in der Schweiz beinahe schon ein Volksleiden sind!

    einklappen einklappen
  • Lia Fahrni am 01.02.2012 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Charly chaplin maschine

    Ich bin für Weltweites siesta und zwei Gangschaltungen retour. Mehr Zeit für die Menschlichkeit und Gedanken an den Frieden. Dieses Tempo bringt uns alle noch um den Verstand. 6 Wochen Ferien würde an den meisten Orten bedeuten, mehr Arbeit auf gleichviel Personal aufgeteilt. Und ich denke, dass nicht jede Firma sich diese 6 Wochen leisten kann.

  • andrea am 31.01.2012 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    erst einmal nachdenken...

    Für alle die denken, dieser Vorschlag nütze mal allen: gerade Kleistunternehmen mit 1-2 Angestellten macht eine solche Forderung fast kaputt! Als Beispiel ein Detailhandelsgeschäft mit 1 Verkaufsangesteller: solche Geschäfte gehen fast kaputt, wenn eine Woche lang entweder mangels Aushilfe geschlossen oder aber doppelt bezahlt werden muss, weil eine Aushilfe zusätzlich benötigt wird. Einem grossen Arbeitgeber, der eh die meisten Angestellten nur im Stundenlohn angestellt hat, kümmerts weniger.

    • Elfi am 02.02.2012 01:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Und wenn er krank ist?

      Und was macht dieses Geschäft, wenn der Angestellte vor lauter Stress immer wieder krank wird? Dann muss er ja auch einen zweiten Angestellten haben ...

    einklappen einklappen
  • Tim Knobbel am 31.01.2012 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Sollte die Initiative nicht angenommen werden, mache ich die fehlende Woche krank.