Pfingsten

05. Juni 2017 21:35; Akt: 05.06.2017 21:35 Print

Trotz Reservationspanne loben Passagiere die SBB

von Stefan Ehrbar - An Pfingsten kämpften die SBB am Gotthard mit Fehlern bei reservierten Plätzen. Trotzdem geben die Ausflügler der Bahn gute Noten.

Wie die SBB den Passagieransturm am Pfingstmontag bewältigte – und was die Passagiere dazu sagen.
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Ist das Wetter schlechter geworden oder die SBB besser? Eine Kombination aus beidem dürfte dafür gesorgt haben, dass die Heimkehrer aus dem Süden der Bahn ein gutes Zeugnis ausstellen.

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Zwar regnete es am Montag im Tessin teils heftig. Dennoch pilgerten wie jedes Jahr Zehntausende über das verlängerte Wochenende in das Tessin oder nach Italien. Doch während früher häufig Schlagzeilen zu vollen und verspäteten Zügen die Runde machten, zeigte ein Augenschein von 20 Minuten: An Pfingsten machte die SBB dieses Jahr vieles besser.

SBB-Mitarbeiter halfen mit

Rund zehn Extrazüge setzte die SBB am Montag aus dem Tessin in Richtung Zürich ein. Sie ergänzten das reguläre Angebot damit am Pfingstmontag mit knapp 10'000 zusätzlichen Sitzplätzen. Es hatte sich gelohnt: In fast jedem Zug gab es genügend Sitzplätze.

Zudem waren die Züge pünktlich oder mit nur wenig Verspätung unterwegs. In den Bahnhöfen im Tessin und in der Deutschschweiz waren viele Kundenlenker im Einsatz, die Fragen beantworteten und den Ansturm organisierten.

Reservierte Sitzplätze umgebucht

Die SBB nutzte die Chance, einen guten ersten Eindruck zu machen: «Die Züge waren sehr bequem, sauber und überhaupt nicht überfüllt», sagt die 26-jährige Carlyn D.*, die die Schweiz zum ersten Mal bereist, zu 20 Minuten.

So schnitt die SBB an Pfingsten ab

Erfahrene Bahnbenutzer sehen die Sache nüchterner. Auf einer Skala von eins bis sechs gebe sie der SBB eine drei, sagt Nina A.* (33). «Erst, als wir im Zug waren, wurden wir informiert, dass alle mit Reservationen in unserem Wagen in einen anderen Wagen müssen», sagt sie.

Länger unterwegs wegen Umleitung

In einem anderen Extrazug waren zudem keine Reservationsschilder angebracht. So mussten Passagiere mit einer kostenpflichtigen Reservation andere Passagiere nicht nur wegschicken, sondern auch noch von der Richtigkeit der Reservation überzeugen – ein zum Teil mühsames Unterfangen.

Zudem fuhren diverse Extrazüge über Lenzburg statt über Zug nach Zürich. Das verlängerte die Reisezeit zum Ärger von Reisenden um etwa 20 Minuten im Vergleich zur üblichen Route. Bemängelt wurde zudem, dass es in den Extrazügen keine Minibar gab. Von der müssen sich die Pendler allerdings sowieso verabschieden.

Neue Züge wegen Chaos

Die Passagiere sind insgesamt zufrieden – und würden wieder die Bahn empfehlen. Dass genug Sitzplätze zur Verfügung standen und die Züge pünktlich waren, wird besonders hervorgehoben (siehe Video). Im Vergleich zum Auto dürfte die Bahn den Sieg geholt haben: Vor dem Gotthard-Südportal mussten gemäss Viasuisse zum Teil bis 90 Minuten Wartezeit eingerechnet werden.

Noch am 1.-Mai-Wochenende hatten sich in Zügen aus dem Tessin teils chaotische Szenen abgespielt. Seit der neue Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen wurde, verzeichnet die SBB rund 30 Prozent mehr Passagiere auf der Strecke.

In der Folge führte die SBB etwa am Sonntagabend zwei zusätzliche Züge ein. Auf den Fahrplanwechsel im Dezember soll es zudem einen neuen frühen Zug am Morgen aus Basel in das Tessin geben. Am gesamten Pfingstwochenende hat die SBB gemäss eigenen Angaben mit Extrazügen und verlängerten Kompositionen knapp 50'000 zusätzliche Sitzplätze auf der Linie ins Tessin zur Verfügung gestellt.

*Namen der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 05.06.2017 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dienst am Kunden

    war Prijorität der SBB über Pfingsten. Grstulation

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  • Schu7 am 05.06.2017 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nörgler wollen nie Stau und immer Sitzplatz am Fen

    Oh mein Gott! Und wieder wird hier im Kommentarfeld mehrheitlich gejammert. Die SBB geben sich Mühe, sich zu verbessern und wieder ist Vieles nicht zufriedenstellend? Da müssten sich alle Nörgler mal überlegen, ob sie über solche Feiertage statt ins Tessin zu fahren mal zu Hause bleiben sollten? Klar ist das Tessin ein schöner Schweizer Fleck, aber da gibts noch andere Dinge, die man (auch bei schlechtem Wetter) tun kann. Indooraktivitäten gibts schliesslich genügend. Ausser in Japan erreicht ausserdem kein Land unseren Bahnstandard. Schätzt, was ihr habt! Ein glücklich daheim Gebliebener

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  • Pendlerin am 06.06.2017 01:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sbb panne

    Leute wo immer die Sbb kritisieren wegen platzmangel störungen etc. Die sollen doch an feiertagen und Sonntage zuhause bleiben .Ich finde die Sbb Angestellten machen ihren job gut .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ticas Master am 06.06.2017 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Reise

    Wir hatten zu viert eine tolle Pfingstreise mit der Bahn. Nie hatten wir Probleme, immer einen Sitzplatz. Danke SBB. Die Reise ging nach Locarno - Domodossola - ins Wallis und nach Hause nach Bern. Immer dem schönen Wetter entlang.

  • Adrian am 06.06.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    "...Trotz Reservationspanne...

    ...loben Passagiere die SBB...". Das ist natürlich für die Medien, welche so gerne bashen, ein absoluter Dorn im Auge. Also, Passagiere, votet doch das nächste Mal im Sinne der Medien...

  • cascabel am 06.06.2017 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Perfekt geklappt.

    Ich bin an Ostern, am 1.-Mai-Wochenende, an Auffahrt und Pfingsten mit dem Zug ins Tessin und zurück gereist. Habe für alle Verbindungen einen Sitzplatz reserviert. Zum Teil schon 4 Wochen im Voraus, und es hat wunderbar geklappt. Ein bisschen vorausplanen ist hier nötig, aber ich entscheide mich auch eher selten von heute auf morgen, wenn ich fliegen will.

  • Lucky am 06.06.2017 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Super SBB

    Ich finde die SBB super, auch nach einem kurzen Zwischenfall am Freitag in Zürich wurde mir sofort geholfen und ich kam noch rechtzeitig in Bellinzona an. Auch sonst finde ich die Zugbegleiter sehr nett, kommt wohl auch darauf an wie man eine Frage stellt

    • Ehrenfeld am 06.06.2017 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lucky

      Genau. Man soll die Leute so behandeln wie man selber behandelt werden will. Das begreifen die Egos nicht.

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  • Miesepeter am 06.06.2017 03:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausland nicht nur schlecht!

    Die Pünktlichkeit und die gute Vernetzung wird immer gelobt. Ich war auch immer stolz auf unsere Bahn. Aber als ich beruflich um die Welt reiste, da verblasste meinen stolz mehr und mehr. Wir werden darauf gedrillt um nicht die hohen Preise zu hinterfragen. Letztlich musste ich im Ausland wegen der nicht so ausgeprägten Vernetzung auf einen Bus/Car ausweichen, Abfahrt alle 30 Minuten, Dauer 5 Stunden. An Bord Aircon, mehrere Displays mit Kinofilme, Kissen und Decken offeriert, Wasser und Snacks inklusive, Saubere Toilette und auch Pünktlich angekommen. Hat 12CHF gekostet. Sicherlich ist anzumerken dass es sich um ein ärmeres Land handelt, aber wie und wo bekommt man in der CH eine solche Dienstleistung? Auch für viel Geld nicht verfügbar. In der CHF zahle ich 100CHF zum Flughafen und zurück und hoffe nicht stehen zu müssen. Aber nörgeln darf man ja nicht, weil das Ausland scheinbar schlechter ist. Schon die DB gefällt mir aber besser.

    • Geniesser am 06.06.2017 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Miesepeter

      Ja die Rechnung ist schnell gemacht, Ihr Buschauffeur hat Sie für 8 Euro pro Stunde chauffiert, die Busse werden von Mechanikern gewartet, welche ebenfalls kaum mehr als 6-8 Euro pro Stunde verdienen. Denn von einer AHV oder PK, wie auch von geregelten Arbeitszeiten, können die dort nur Träumen. Soll ich weiterfahren?

    • gutes Argument am 06.06.2017 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geniesser

      Bleibt die Frage offen für den Miesepeter, ob er persönlich in der CH auch für solche Löhne arbeiten würde...... Dann würden diese Vergleiche rasch aufhören.

    • Miesepeter am 06.06.2017 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geniesser

      Das war quasi das Postauto dort und ich war auch der einzige Ausländer auf diesem Bus. Sicher geht es auf die tiefe Löhne zurück. Jedoch ist es im Verhältnis für die Einheimischen immer noch billig. Viele begrüssen in der CH schon dass sie von A nach B kommen, sitzen ist gut und eine funktionierende Toilette ist überflüssig und Luxus. Bei unseren Nachbarn ist immerhin die Sitzplatzreservation schon im Ticketpreis vorhanden, in der CH sind es online 5CHF Aufpreis.

    • Miesepeter am 06.06.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geniesser

      In der CH lebt der Buschauffeur ja in Saus und Braus und mit 65. wartet die grosse Überraschung der AHV, oder auch nicht. Im Ausland ist es nicht ungewöhnlich, dass jemand mit einem einfachen Job ein Haus, zwei Autos besitzt und eigentlich mit Familie nur auswärts essen geht etc. etc... in der CH kommst Du noch knapp über die Runden.

    • Julia am 06.06.2017 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Miesepeter: Dein Name ist wohl Programm

      Dass in ärmeren Ländern die Leute oft nur auswärts essen gehen, liegt vor allem daran, dass sie keine Ahnung vom Kochen haben. Wie viel ist denn der Durchschnittslohn normaler Arbeiten in dem von dir eben nicht genannten, dafür gelobten Land? In vielen Länder sind 12.- Franken sehr viel Geld. In manchen Ländern ist es auch üblich, zwei oder mehr Jobs zu machen, damit man über die Runden kommt. In der Schweiz musst du schon einen schlecht bezahlten Job haben, damit du nur knapp über die Runden kommst, vielleicht mal die Ansprüche runterfahren.

    • Marco am 06.06.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

      @ Geniesser

      Und inwiefern unterscheidet sich das nun von den SBB, bei denen in den letzten Jahre die Wartung zwecks Profitmaximierung massiv vernachlässigt wurde?

    • Miesepeter am 06.06.2017 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Julia

      Dann Julia, befasse Dich doch einmal mit der Lebenshaltungskosten. Das beschreibt wie viel ein Haushalt zum "Überleben" arbeiten muss. In Deutschland sind es 100%, also Vater arbeitet und Mutter bleibt zu Hause. Die Schweiz ist Spitzenreiter mit 160%. In Asien sind es teilweise gerade nur 50%. Ist ein Land arm, heisst es nicht dass man mehr arbeiten muss. Das Gegenteil ist meist der Fall. Natürlich leiden andere Bereiche und viele haben gar nichts, aber in Sache Lebensfreude sind viele der CH voraus.

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